Kreisverband Nord-West Linke diskutieren über eine Teilung

Bremen-Nord. Ausgerechnet der Landesgeschäftsführer der Bremer Linken betreibt die Partei-Spaltung. Sagen die Kritiker. Hintergrund ist Andreas Heins Vorstoß zur Teilung des Nord-West-Kreisverbands. Mit der Reform müssen sich nun Landesrat und Landesparteitag beschäftigen.
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Linke diskutieren über eine Teilung
Von Patricia Brandt

Bremen-Nord. Ausgerechnet der Landesgeschäftsführer der Bremer Linken betreibt die Spaltung der Partei. Sagen die Kritiker. Hintergrund ist Andreas Heins Vorstoß zur Teilung des Nord-West-Kreisverbands. Mit der umstrittenen Reform müssen sich nun Landesrat und Landesparteitag beschäftigen.

Mit 14 zu elf Stimmen haben die Mitglieder des Kreisverbands kürzlich in Bremen-Nord beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Den Antrag 'Kreisverband aufteilen' hatte Landesgeschäftsführer Andreas Hein an den Verband herangetragen. 'Es geht nicht um einer Spaltung, sondern um eine Trennung, und die wird seit Langem diskutiert', betont Hein.

In seiner Antragsbegründung heißt es: 'Der Kreisverband Nord-West ist ein Kunstprodukt. Seine Schaffung war im Jahre 2007 ein Kompromiss, um eine Struktur auch für den mitgliederschwachen Bereich Bremen-Nord installieren zu können.' Die Wege seien weit, zwischen Findorff und Rekum lägen rund 40 Kilometer, rechnet Hein vor. Ein Austausch der Mitglieder finde bisher kaum statt. 'Die Koordination der Beirätearbeit wird bei einer Teilung einfacher', ist der Landesgeschäftsführer überzeugt.

Ein Argument für die Teilung ist auch die Mitgliederzahl. Die Linke sei seit ihrer Gründung vor drei Jahren gewachsen: 'Der Kreisverband hat jetzt doppelt so viele Mitglieder', berichtet Hein. Der Westen dominiert allerdings auch heute noch. Nach Heins Worten haben die Linken im Bremer Westen 110 Mitglieder, im Norden sind es gerade einmal 50. Zu den Antragstellern zählen vor allem Mitglieder aus dem Gebiet des Kreisverbands Bremen-West.

Erklärte Gegner

Zu den erklärten Gegnern gehören die Kreisverbandssprecher Michael Horn und Inga Nitz. Horn hält eine Strukturreform vor der Wahl am 22. Mai nicht für logisch. Der Verband müsse sich eher um neue Beiräte und Fraktionen kümmern. Was ihn an einer Teilung stört, ist aber vor allem das Kräfteverhältnis. Der Verbandssprecher erinnert in diesem Zusammenhang an andere Kreisverbände der Bremer Linken: Der Verband Mitte-Ost etwa habe mehr als 200 Mitglieder. Seine Befürchtung: 'Nord würde sich bei der Mittelvergabe nicht durchsetzen.'

Eine Teilung, meinen kritische Beobachter, würde auch zulasten der Nordbremer Abgeordneten Inga Nitz gehen und ihre Chancen bei einer erneuten Bürgerschaftskandidatur verringern. Davon will Nitz aber nichts hören: 'Ich habe es nie so gesehen, dass der Verband auf mich zugeschnitten ist', sagt sie. Die Bürgerschaftsabgeordnete beklagt vielmehr ein 'unsolidarisches Vorgehen' in ihrer Partei: Die Verbände in Bremen sollten ihrer Meinung nach in ihrer Größe eine gleichwertige Bedeutung haben.

Noch ist das letzte Wort im Nord-West-Konflikt nicht gesprochen. Einer Änderung der Organisationsstruktur müssen Landesrat und Parteitag der Linken zustimmen. Der Parteitag ist für Ende des Monats vorgesehen.

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