Linke in Bremen kürt Kandidaten

Zwei Linke für Berlin

In drei aufeinander folgenden Veranstaltungen hat der Landesverband Bremen der Linken am Sonntag die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl im September aufgestellt.
11.04.2021, 14:47
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Zwei Linke für Berlin
Von Joerg Helge Wagner
Zwei Linke für Berlin

Cindi Tuncel - hier Ende 2018 mit der heutigen Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt - ist seit 2011 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

Christina Kuhaupt

Cindi Tuncel zieht es in den Bundestag: Der Bürgerschaftsabgeordnete der Linken wurde am Sonntag von der Aufstellungsversammlung seiner Partei im Pier 2 als Direktkandidat für den Wahlkreis 54 (Bremen I) und auf Platz 2 der Landesliste gewählt. Der 44-jährige Diplom-Sozialarbeiter mit türkisch-jesidischen Wurzeln ist bislang Mitglied in den Deputationen für Soziales, Jugend und Integration sowie Sport.

In seiner Bewerbungsrede sagte Tuncel, ausschlaggebend für seine Kandidatur sei der neunfache rechtsextremistische Mordanschlag auf Migranten in Hanau im Februar 2020 gewesen: „Seitdem ist Deutschland nicht mehr wie vorher - das hätte auch mich und meine Familie treffen können.“ Migranten gehörten nicht nur in die Mitte der Gesellschaft, sondern auch nach vorne innerhalb der Parteien. Scharfe Kritik übte Tuncel zudem an der Türkei-Politik der Bundesregierung und dem Flüchtlingsabkommen mit Ankara. Der autokratische Präsident Recep Tayyip Erdogan werde geradezu hofiert.

Auf Platz 1 der Landesliste wurde mit 89 Prozent Zustimmung die Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm gewählt, die zugleich für die Direktkandidatur im Wahlkreis 55 (Bremen II/Bremerhaven) antritt. Die 44-jährige Sprachwissenschaftlerin und Ex-Landessprecherin will sich dafür einsetzen, dass es nach der Corona-Krise keinen „Neustart mit Schuldenbremse“ gibt. Stattdessen fordert sie „eine Vermögensabgabe für das reichste Prozent und eine solide Vermögenssteuer“. Im Gesundheitssektor solle es keine Fallpauschalen geben, sondern Bedarfsgerechtigkeit.

Die anderen Parteien haben ihre Direktkandidaten bereits gewählt. Die CDU geht mit Fraktionschef Thomas Röwekamp und Wiebke Winter in die Wahl, die SPD mit den beiden MdB Sarah Ryglewski und Uwe Schmidt. Bei den Grünen bewirbt sich Kirsten Kappert-Gonther erneut ums Mandat, zudem Michael Labetzke. Die FDP tritt mit Volker Redder und Gökhan Akkamis an.

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