Streit um Bremer Schulpolitik

Linke kritisiert CDU für G9-Forderung

Die Linke wirft der CDU vor, Wahlkampf auf dem Rücken der Bremer Schüler zu betreiben. Anlass dafür ist eine Forderung von CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp.
18.11.2018, 19:55
Lesedauer: 1 Min
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Linke kritisiert CDU für G9-Forderung
Von Ralf Michel

Die Bürgerschaftsfraktion der Linken wirft der CDU vor, Wahlkampf auf dem Rücken der Bremer Schülerinnen und Schüler zu machen. Anlass dafür ist eine Äußerung des Vorsitzenden der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp. Der hatte in dieser Woche auf einer Diskussionsveranstaltung das Abitur nach acht Jahren als Fehler bezeichnet und die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren gefordert.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linken-Fakltion, hält dies für eine undurchdachte Forderung: „Es ist schon irritierend, dass ausgerechnet die CDU, unter deren Regierungsverantwortung G8 überhastet und konzeptlos eingeführt wurde, nun bar jeglicher Kenntnis der Realität der Bremer Bildungslandschaft eine derzeit nicht umsetzbare Forderung zum geklauten Wahlkampfschlager machen will", kritisiert Vogt. "In Bremen haben Schülerinnen und Schüler ja die Möglichkeit, in neun Jahren das Abitur zu machen." Und dieses Angebot werde gut angenommen. Würde jetzt per Dekret wieder G9 eingeführt, hätte Bremen dafür weder die Klassenräume noch Personal.

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Verärgert zeigt sich Vogt auch über den Umgang der CDU mit dem gemeinsam ausgehandelten Schulkonsens: „Da sitzt die CDU in den Sommerferien mit uns an einem Tisch und verabredet mit allen gemeinsam, dass die Oberschulen gestärkt werden müssen und schon fünf Minuten danach geht sie vor das Mikro und sagt, wir brechen den Konsens im Wahlkampf wieder auf."

Denn nichts anderes bedeute die Forderung Röwekamps. „Will man G9 sofort umsetzen, würde man den Oberschulen die Lehrkräfte wegnehmen müssen.“ Dies sei eine Kampfansage, insbesondere an die Stadtteile, die keine Gymnasien haben. Die Unterteilung in berufliche Orientierung für die Oberschulen und akademische Orientierung für die Gymnasien zementiere überdies ein überholtes Standesdenken. „Es wäre schön, wenn die CDU bildungspolitisch mal im 21. Jahrhundert ankommen würde.“

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