Horner Bad Linke kritisiert Horner Bad

Die Kostensteigerung beim Neubau des Horner Bads ruft jetzt auch die Linken auf den Plan. Das Projekt sei „ein fauler Kompromiss, der immer teurer wird“, sagt der Bürgerschaftsabgeordnete Cindi Tuncel.
11.02.2019, 20:37
Lesedauer: 1 Min
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Von Christina Klinghagen und Detlev Scheil

Die geschätzten Kosten für den Um- und Neubau des Horner Bades liegen nach jüngsten Erkenntnissen um zwei Millionen höher als erwartet. Die Gesamtkosten summieren sich auf 27,4 Millionen Euro. Wie Cindi Tuncel, sportpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion „Die Linke“, erklärt, zeige es sich immer deutlicher, dass das neue Hallenbad in Horn „ein fauler Kompromiss ist, der immer teurer wird“.

Für Tuncel ist es ein lehrreiches Beispiel dafür, was passiert, wenn man „einen schönen Plan so lange verfolgt und so viel Arbeit und Mühen reinsteckt, dass man sich irgendwann nicht mehr eingestehen kann, dass der Plan eben doch nicht so doll ist“. Er nannte als Vergleich das Uni-Bad, dessen Renovierung rund 14 Millionen kosten würde. Für 16 Millionen Euro könnte man auch gleich ein komplettes neues Schwimmbad bauen. „Und wenn man das als Kombibad im jetzigen Freibad Horn bauen würde, dann gäbe es auch Synergie-Effekte beim Schwimmbadpersonal und geringere Energiekosten“, sagt Tuncel.

Nach seiner Einschätzung sind die Sportvereine mit dem Horner Bad „nicht wirklich zufrieden“. Ärgerlich für Freizeitgäste sei, dass die Fläche des Freibads erheblich schrumpfe. Gleichzeitig würden Fachleute vor dem moorigen Untergrund warnen, der für die Statik des Hallenbades gefährlich werden könnte. Im Übrigen gebe es im Senat Überlegungen, den abgeschafften Studiengang Sportpädagogik wieder einzurichten, sodass das Unibad dann gebraucht würde. „Schlau wäre es also gewesen, wenn das Ressort irgendwann zu der Einsicht gekommen wäre, dass die Horner Neubauvariante doch keine so gute Idee war, wie es zuerst schien“, betont Tuncel.

Die Bürgerinitiative „Pro Unibad“ fordert den Senat auf, „die Reißleine zu ziehen und den von allen Oppositionsparteien und der Öffentlichkeit geforderten Kostenvergleich zwischen Unibadsanierung und Schwimmhallenneubau endlich in die Wege zu leiten“. Die Initiative kritisiert auch Äußerungen des Sportressort-Sprechers Bernd Schneider, wonach zu den Kostensteigerungen im Horner Bauprojekt Wünsche beigetragen hätten, die von außen an die Bremer Bäder GmbH herangetragen worden seien. Dies sei „eine Verdrehung der Tatsachen“, wettert die Initiative.

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