Nach Vergleichstest Vera 8

Linke fordert mehr Geld für Bildung

Nachdem der Vergleichstest Vera 8 erneut eine starke Spaltung in der Bremer Bildung zeigte, fordert die Linke mehr Geld für den Bildungsetat: Bremen müsse Schulen in armen Quartieren besser unterstützen.
22.07.2021, 16:14
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Von SSU
Linke fordert mehr Geld für Bildung

In benachteiligten Bremer Stadtgebieten erreichten drei von vier Kindern nicht die Mindeststandards in Mathematik.

Frank Rumpenhorst / DPA

Um Schulen in benachteiligten Quartieren stärker zu unterstützen, müsse der Bildungsetat "noch einmal sichtbar aufgestockt werden". Das fordert die Linksfraktion in der Bürgerschaft angesichts der Ergebnisse des Vergleichstests Vera 8. Der Test hatte gezeigt, dass 60 Prozent der Achtklässler an Bremer Schulen Mindeststandards in Mathematik nicht erreichen. Die Defizite sind in benachteiligten Stadtgebieten deutlich größer: An Schulen beispielsweise in Gröpelingen oder Mahndorf erreichten fast drei Viertel der Kinder den Mindeststandard nicht.

"Die Bildungsrückstände in den armen Quartieren sind weiterhin erschreckend", sagt Miriam Strunge, Bildungspolitikerin bei den Linken. Zwar haben sowohl die Vorgängerregierung als auch die derzeitige Koalition Maßnahmen ergriffen, um die Schulen in diesen Ortsteilen zu stärken. "Aber offensichtlich reichen diese Programme noch nicht aus", so Strunge. Hier müsse Bremen verstärkt mit zusätzlichem Personal und neuen Förderinstrumenten eingreifen. Dafür werde mehr Geld gebraucht. Zugleich forderte Strunge die neue Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) auf, geplante und finanzierte Stellen auch zu besetzen. Sowohl im Haushalt als auch im Bremen-Fonds seien ab diesem Sommer Gelder für Doppelbesetzungen an Grundschulen in benachteiligten Stadtteilen vorgesehen: "An diesen Schulen könnte also schnell zusätzliches Personal helfen.“

Als "Hilferuf aus benachteiligten Quartieren" interpretiert die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Yvonne Averwerser das Ergebnis des Tests. „Für die Schülerinnen und Schüler ist das ein demotivierendes Signal, das ihnen Angst um ihre Zukunft bereitet“, sagt sie. „Dies zu ändern wird eine Bewährungsprobe für die neue Bildungssenatorin Sascha Aulepp sein.“ In Bezug auf das schulische Leistungsvermögen stelle der Vergleichstest einen wichtigen Erkenntnisgewinn für das politische Handeln in Bremen darstellt. „Entscheidend ist, welche Schlüsse man daraus zieht. Frau Aulepp bekommt hier gleich zu Anfang klar zu sehen, wie es um die Bildung im Land bestellt ist“, so Averwerser.

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