Jugendliche aus Oslebshausen und Bremerhaven präsentieren ihre druckfrischen Schulhausromane

Literatur aus dem Klassenzimmer

Oslebshausen/Altstadt. Ein Buch geschrieben zu haben: Das können nun wirklich nicht viele Leute von sich behaupten. Die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 8 A der Oslebshauser Oberschule im Park und aus der Klasse 10 L der Oberschule am Ernst-Reuter-Platz in Oslebshausen können es.
19.06.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Anke Velten
Literatur aus dem Klassenzimmer

Verfolgten aufmerksam die Präsentation der neuen Schulhausromane von Oslebshauser und Bremerhavener Schüler und Schülerinnen: Alexia Sieling, ­Richard Reich und Betty Kolodzy.

Roland Scheitz

Oslebshausen/Altstadt. Ein Buch geschrieben zu haben: Das können nun wirklich nicht viele Leute von sich behaupten. Die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 8 A der Oslebshauser Oberschule im Park und aus der Klasse 10 L der Oberschule am Ernst-Reuter-Platz in Oslebshausen können es. In diesen Tagen erschienen die Romane „Aus Freundschaft wird Liebe“ und „Die dunklen Stufen zur Jugend“ im renommierten Carl-Schünemann-Verlag. Sie sind ab sofort im Buchhandel erhältlich oder können in der Stadtbibliothek entliehen werden. Und weil das etwas so Besonderes ist, gab es eine feierliche Buchpremiere im imposanten Wall-Saal der Bremer Zentralbibliothek.

Vor einem großen und respektablen Publikum – darunter Vertreter von Bildungsbehörde, Bremer Stiftungen und Unternehmen, Schulleitungen und Verleger – lasen die Jung-Autorinnen und Jung-Autoren nacheinander Auszüge aus ihren Gemeinschaftswerken und stellten sich den Fragen von Moderatorin Lydia Dimitrow. „Es ist ein schönes Gefühl, zu schreiben, was jeder lesen kann“, berichtete eine Schülerin: „Ich bin voll stolz!“ Schirmherrin Alexia Sieling lobte die „authentischen, oft eigenwilligen Texte“. Zu Wort kamen auch Betty Kolodzy und Jutta Reichelt, die genau wissen, wie man sich fühlt, wenn ein neues Buch fertig ist. Die beiden erfahrenen Autorinnen waren bei jeweils acht Terminen die Schreibcoachs der beiden Autorenkollektive.

Es handelt sich dabei um sogenannte „Schulhausromane“: Ein Begriff, der hierzulande vielleicht noch nicht so bekannt ist, aber das wird bestimmt noch werden. Wort und Konzept stammen vom Schweizer Autor und Journalisten Richard Reich, der als Ehrengast in den Wall-Saal geladen war und in einer gut gelaunten Rede die Werke und ihre Autorinnen und Autoren lobte. Es sei ein Projekt, „das Begegnungen ermöglicht zwischen Sprachen und Menschen“, erklärte der Autor.

Reich war vor etwas mehr als einem Jahrzehnt auf die Idee gekommen, Schülerinnen und Schülern Profi-Autoren an die Seite zu stellen, die motivieren, unterstützen und die Fäden in der Hand halten. Die Geschichten entwickeln die Schülerinnen und Schüler aber ganz selbstständig, geben ihnen ihre Sprache, Charaktere und Dialoge, handeln gemeinsam Struktur und Erzählperspektiven aus. Auf diese Weise ist an Schweizer Schulen schon eine Jugendbibliothek von mehr als hundert Schulhausromanen erschienen. In Deutschland gibt es solche Literatur aus dem Klassenzimmer bislang nur in Bremen und Hamburg.

In Bremen ist das Literaturhaus Bremen federführend in der Umsetzung der Projektes und vermittelt die Kontakte zu den Autorinnen und Autoren. Zu den Förderern gehören auch die Bremer Stiftung „Gib Bildung eine Chance“, die Sparkasse Bremen, die SWB-Bildungsinitiative und der Carl-Schünemann-Verlag. Bevorzugt werden Schulen ausgewählt, in denen die Jugendlichen am meisten durch die Arbeit mit Sprache und Literatur profitieren – mitunter, ohne es selbst zu merken, wie eine Schülerin offenbarte. Sie verriet dem Publikum: „Am besten war, dass der Deutschunterricht ausfiel!“

Nähere Informationen und einen Blog über das „Making of“ der Bremer Schulhausromane finden sich im Internet über die Adresse www.schulhausroman.bremen.de.
„Projekt ermöglicht Begegnungen.“ Richard Reich
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+