Feuer auf Firmengelände

Lkw-Fahrer entkommt Brandanschlag

In der Nacht zu Mittwoch haben unbekannte Täter auf einem Firmengelände in Gröpelingen einen LKW angezündet. Nach einem Bekennerschreiben schließt die Polizei einen politischen Hintergrund nicht aus.
29.12.2017, 13:20
Lesedauer: 2 Min
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Lkw-Fahrer entkommt Brandanschlag
Von Ralf Michel
Lkw-Fahrer entkommt Brandanschlag

Symbolbild.

Friso Gentsch, dpa

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Unbekannte in Gröpelingen einen Lkw angezündet und dabei ein Menschenleben gefährdet. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Zu der Tat gibt es ein Bekennerschreiben. Der Vorfall ereignete sich auf einem Firmengelände in der Straße Beim Industriehafen. Dort ging gegen 2.30 Uhr ein Lkw in Flammen auf. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen, aber das Fahrzeug war nicht mehr zu retten. Es entstand Totalschaden, dessen Höhe die Polizei auf 200.000 Euro schätzt.

Bei dem Anschlag wurde auch das Leben eines Menschen gefährdet, sagte Nils Matthiesen, Pressesprecher der Bremer Polizei. Im Führerhaus eines Lasters, der neben dem in Brand gesetzten Wagen parkte, habe ein Mann geschlafen. „Zum Glück ist der Fahrer noch rechtzeitig aufgewacht“, berichtete Matthiesen. „Er konnte sich und sein Gespann in Sicherheit bringen.“ Dieses Fahrzeug wurde durch die Hitze lediglich leicht beschädigt.

Parallelen zu Anschlag auf Privatfahrzeug

Auf einer Internetseite wurde am Donnerstag ein anonymes Bekennerschreiben veröffentlicht. In diesem Schreiben wird der Firma Nähe zu rechten Parteien wie unter anderem der Alternative für Deutschland (AfD) vorgeworfen und damit der Brandanschlag gerechtfertigt. Die Frage, wie glaubhaft dieses Schreiben ist, konnte die Polizei am Freitagnachmittag nicht beantworten. „Wird derzeit noch geprüft“, erklärte Matthiesen. Der Staatsschutz der Polizei Bremen habe die Ermittlungen aufgenommen.

Gegenüber dem WESER-KURIER hat Gerald Höns, AfD-Mitglied im Beirat Walle, die Verbindung seiner Partei mit der Firma des Geschädigten bestätigt. Während des Bundestags-Wahlkampfes seien nachts Wahlkampffahrzeuge der AfD auf dem Firmengelände abgestellt gewesen, erklärte Höns. Er mutmaßt, dass die AfD-Fahrzeuge das eigentliche Ziel der Täter gewesen seien, und zieht Parallelen zu einem Anschlag auf sein Privatfahrzeug im November. Auch hierzu hatte es ein Bekennerschreiben gegeben.

Mögliche Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen werden geprüft

Die Polizei prüft bei ihren Ermittlungen auch mögliche Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen aus der jüngeren Vergangenheit, erläuterte Matthiesen. So gingen im Oktober 2016 auf einem Firmengelände in Hemelingen 18 Fahrzeuge, zwei Anhänger und ein Container der Bundeswehr in Flammen auf. Die Polizei konnte sechs Brandorte und acht Brandherde ermitteln, doch keiner von ihnen führte auf die Spur der Täter.

Ein weiteres Jahr zuvor, im November 2015, legten Unbekannte auf dem Gelände der Polizei in Schwachhausen Feuer und zerstörten damit sechs Polizeifahrzeuge. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Brand fragt die Polizei nach Zeugen. Wer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Straße Beim Industriehafen verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann sich unter Telefon 0421 / 362 38 88 beim Kriminaldauerdienst melden.

++ Dieser Text wurde zuletzt am 29.12.2017 um 20.00 Uhr aktualisiert ++

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