Streit um Bäume am Weserdeich

Lohse soll Fragen zu Platanen beantworten

Der Streit um die Platanen an der Stadtstrecke geht weiter: Mitglieder der Bürgerinitiative „Platanen am Deich“ haben erreicht, dass der Petitionsausschuss Umweltsenator Joachim Lohse einlädt.
29.08.2017, 19:54
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Lohse soll Fragen zu Platanen beantworten
Von Pascal Faltermann
Lohse soll Fragen zu Platanen beantworten

Da stehen sie, aber irgendwann sollen die Platanen am Weserufer fallen. Eine Bürgerinitiative kämpft für ihren Erhalt.

Frank Thomas Koch

Die politische Entscheidung ist eigentlich längst gefallen. Über die Neugestaltung des Weserdeichs in der Neustadt, der sogenannten Stadtstrecke, hatten Bremens Politiker abgestimmt. Eine Fachjury hatte sich zudem nach einem Wettbewerb für einen Entwurf aus Berlin entschieden, um den Abschnitt zwischen Rotes-Kreuz-Krankenhaus und Eisenbahnbrücke am linken Weserufer zu verändern. Der Hochwasserschutz soll erhöht werden.

Doch die Maßnahme ist wegen der geplanten Fällung von 136 alten Platanen stark umstritten. Die Bürgerinitiative „Platanen am Deich“ kämpft um den Erhalt der Bäume. Im Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft haben die Mitglieder der Initiative nun erreicht, dass der Ausschuss Umweltsenator Joachim Lohse einlädt, damit dieser offene Fragen klärt.

Lesen Sie auch

Das hatte sich der Referatsleiter beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Wilhelm Koldehofe, anders vorgestellt. Er sollte eigentlich nur für etwa 15 Minuten im Petitionsausschuss Rede und Antwort stehen. So ist es normalerweise üblich. Doch dann wurde er für eineinhalb Stunden von den rund 60 anwesenden Mitgliedern der „Platanen am Deich“-Bürgerinitiative sprichwörtlich „gegrillt“, also mit Fragen gelöchert und mit Vorwürfen übersät. Das schildern zumindest die Vertreter der Baubehörde.

1500 Unterschriften

Die Initiative hatte sich an den Ausschuss gewandt und 1500 Unterschriften gesammelt. „Der Vertreter des Ressorts konnte mit seinen Begründungen zur angeblichen Notwendigkeit des geplanten Kahlschlags die Ausschussmitglieder nicht überzeugen, und seine Aussagen riefen eins ums andere Mal erstaunte Blicke und Kopfschütteln der Ausschussmitglieder hervor“, schildert Gunnar Christiansen, der für die Piratenpartei im Neustädter Beirat sitzt und die Initiative mit ins Leben gerufen hat.

Dass der Senator nun eine Einladung geschickt bekommt, um den Sachverhalt zu klären, bestätigt die Rechtsanwältin Insa Peters-Rehwinkel, die Vorsitzende des Petitionsausschusses. Es gelte vor allem die Frage zu klären, warum bei dem Gestaltungswettbewerb für die Stadtstrecke nur Vorschläge ohne Platanen einbezogen worden seien.

Rede und Antwort stehen

„Wir werden Rede und Antwort stehen“, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Umweltressorts. In welcher Besetzung dies dann geschehe, bleibe abzuwarten. Die Notwendigkeiten dieser Baumaßnahmen seien ja bereits in der Fachdeputation geklärt worden. Nicht nachvollziehen könne man in der Behörde, warum Referatsleiter Koldehofe, der Experte für Hochwasserschutz und Wasserbau, die Fragen angeblich nicht klären konnte. Er kenne sich mit der Materie am besten aus.

Bei der umfassenden Umgestaltung des Abschnitts sollen die Bäume fallen, weil sie laut Behörde entweder krank oder aber dem Hochwasserschutz im Weg sind. Die Mitglieder der Initiative wiederum halten die Begründung für vorgeschoben. Der nächste Petitionsausschuss, der sich aus Bürgerschaftsabgeordneten zusammensetzt, ist am 15. September im Haus der Bürgerschaft. Der Ausschuss kann Petitionen zurückweisen oder auf die Tagesordnung einer Deputations- oder Bürgerschaftssitzung setzen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+