Bahn: Hälfte aller Züge fährt

Lokführer-Ausstand betrifft auch Personenverkehr

66 Stunden Stillstand - seit Dienstagnachmittag bestreikt die GDL den Güterverkehr, in der Nacht zu Mittwoch soll der Personennahverkehr folgen. Industrieverbände kritisieren den Ausstand.
21.04.2015, 16:02
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Lokführer-Ausstand betrifft auch Personenverkehr

Ein Lokführer verlässt auf dem Rangierbahnhof Maschen in Niedersachsen den Führerstand einer Lokomotive. Der Streik der Lokführer hat begonnen.

Axel Heimken/dpa

Streikauftakt im niedersächsischen Güterverkehr: Am Dienstagnachmittag hat die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ihre Mitarbeiter zum Arbeitskampf aufgerufen. Der Ausstand soll bis 21 Uhr am Donnerstag dauern. Laut Bahn wird nur die Hälfte aller Güterzüge fahren können, der größte Teil der Ausfälle wird nachts erwartet.

Die Deutsche Bahn (DB) reagiere darauf mit einem reduzierten Zugangebot für den Güterverkehr, wie ein Sprecher mitteilte. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, gebe es Annahmebeschränkungen für Sonderzüge, versorgungsrelevante Züge würden priorisiert.

Privatbahnen und Fernbusse bieten Anschluss bei Bahnstreik.

Während des Lokführer-Streiks soll nach Bahnangaben ein Drittel der Fernzüge nach Fahrplan fahren, im Regionalverkehr will die Bahn 50 bis 60 Prozent des regulären Fahrplans aufrechterhalten. Private Bahnbetreiber wie die NordWestBahn oder die Metronom Bahngesellschaft sollen vom GDL-Streik nicht betroffen werden.

Die niedersächsischen Industrieverbände kritisierten den Austand: "Das Handeln der GDL ist nicht nachvollziehbar und führt zu immensen Kosten und Schäden für die Wirtschaft", sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Besonders Schwertransporte der Automobil- und Stahlindustrie sowie Gefahrentransporte der Chemieindustrie seien davon betroffen. Außerdem sei es nicht auszuschließen, dass stehende Güterzüge auch den Personenverkehr beeinträchtigen.

Die privaten Bahnbetreiber in Niedersachsen sollen vom Streik der GDL im Personenverkehr am Mittwoch nicht betroffen sein. Wie Sprecher der Nordwestbahn und der Metronom Eisenbahngesellschaft am Dienstag mitteilten, werden die Züge nach Plan fahren. Ab 2.00 Uhr sind die Lokführer dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

"Wir bedauern, dass es wieder keine Einigung zwischen den Verhandlungspartnern gegeben hat", sagte Staatssekretärin Daniela Behrens im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Von den erneuten Streiks seien nicht nur zahlreiche Pendler und Bahnreisende betroffen. "Auch Logistiker und Unternehmer kommen in unnötige Schwierigkeiten." Das Ministerium hoffe, dass die Verhandlungspartner zügig an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+