Kontroverse um neue Idee aus dem Bremer Bauressort Loske will einspurigen Brill

Bremen. Bremens Stadtplaner wollen den Brill für Fußgänger und Radfahrer attraktiver machen und die Anbindung des Stephaniviertels an die Innenstadt verbessern. Eine Idee sieht vor, den Autoverkehr nur noch einspurig über die Kreuzung zu führen. Eine Idee, die auf Kritik stößt.
03.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Loske will einspurigen Brill
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Aufräumen am Brill: Der Tunnel ist dicht, und die Treppen nach unten sind mittlerweile auch beseitigt. Eine der meistbefahrenen Kreuzungen in der Innenstadt bekommt so langsam ein neues Gesicht und soll dabei nach dem Willen der Stadtplaner stärker auch den Fußgängern und Radfahrern dienlich sein. Zweites Ziel: Die Anbindung des Stephaniviertels an die Innenstadt verbessern.

Das Bauressort von Reinhard Loske (Grüne) hat dafür jetzt Pläne vorgelegt; eine Variante sieht vor, den Autoverkehr auf der Bürgermeister-Smidt-Straße nur noch einspurig über die Kreuzung zu führen. Ein Vorhaben, das prompt auf Widerstand stößt: "Einer weiteren willkürlichen Verkehrsbehinderung von Senator Loske werden wir definitiv nicht zustimmen", kündigt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Heiko Strohmann an.

Grundlage der neuen Pläne ist nach Darstellung der Baubehörde eine Untersuchung der Verkehrsströme auf der Bürgermeister-Smidt-Straße zwischen Schlachte und Am Wall (AOK-Kreuzung). Daraus abgeleitet, wird "eine Spurreduzierung an der Brill-Kreuzung als verträglich bewertet", heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Große Sorge, dass sich der Autoverkehr daraufhin in andere Bereiche verlagere und dort zu Überlastungen führe, müsse man nicht haben. Allerdings nur dann, wenn es bei der Linksabbiegerspur in die Martinistraße bleibe, dies halten die Verkehrsplaner für unverzichtbar.

"Das Konzept ist völlig unausgegoren", schimpft Dieter Focke von der CDU. Senator Loske frohlocke zwar, dass durch die Veränderungen täglich rund 1300 Autos weniger die Kreuzung passieren würden. "Welche Folgen die absehbaren Ausweichverkehre auf andere Stadtgebiete haben, sagt er aber nicht", sagt Focke und zieht damit die Berechnungen der Behörde in Zweifel.

Die CDU stößt sich auch an den Kosten der Umgestaltung. Die veranschlagten 600.000 Euro sollten angesichts der Rekordverschuldung Bremens besser gespart oder zweckgebunden für die Ausbesserung von Straßenschäden verwendet werden, meint die Oppositionspartei.

Neben dem Umbau der Brill-Kreuzung plant die Baubehörde eine Ampelanlage in Höhe der Schlachte und will an dieser Stelle ebenfalls die Fahrbahn verengen. Schließlich noch die Hochstraße, nicht jene vor dem Bahnhof, sondern die über der AOK-Kreuzung. Ein Abriss wäre machbar, meint die Behörde. Und aus Gründen der Stadtentwicklung auch wünschenswert. Allerdings dürfe man sich davon keine Verbesserung der Verkehrsqualität versprechen. Anders wäre es möglicherweise, wenn die AOK-Kreuzung zusätzlich als Kreisverkehr organisiert würde. An diesem Punkt will sich die Verwaltung noch nicht festlegen, dafür fehlten noch die erforderlichen Untersuchungen.

In der kommenden Wochen werden die Pläne im Beirat Mitte vorgestellt.

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