BREMISCHES VOR 50 JAHREN

Ludwig Erhard lehnt gemeinsamen Auftritt mit Willy Brandt ab

Drei Fünftel der Zeit , für die Generalintendant Kurt Hübner vor drei Jahren an die Spitze der Theater der Freien Hansestadt Bremen berufen wurde, sind vorüber. Sein gegenwärtig existierender Vertrag läuft Ende der Spielzeit 1966/67 aus.
28.08.2015, 00:00
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Drei Fünftel der Zeit , für die Generalintendant Kurt Hübner vor drei Jahren an die Spitze der Theater der Freien Hansestadt Bremen berufen wurde, sind vorüber. Sein gegenwärtig existierender Vertrag läuft Ende der Spielzeit 1966/67 aus. Ob er verlängert wird, entscheidet sich vermutlich schon im Laufe dieses Jahres. Hübners Wirken ist umstritten zwischen ,Hosianna’ und ,Kreuziget ihn!’. Er hat kein bekömmliches, unaufregendes Theater der Anpassung an den üblichen Mechanismus von Angebot und Nachfrage gemacht. Im Gegenteil. Manches, was gefragt ist, wurde nicht angeboten; manches, was angeboten wurde, war nicht gefragt oder nicht in der Form gefragt, in der man es anbot . . .“ (24. August 1965)

„Die Bremer Piontek, Höttges und Lorenz stehen in dem Aufgebot des DFB für das B-Länderspiel gegen die Sowjetunion, das am 1. September in Köln stattfindet. Unter den 20 genannten Spielern sind nur vier Neulinge: Beckenbauer (Bayern München), P. Grosser (München 1860), Netzer (Borussia Mönchengladbach) und Nafziger (Bayern München). Das Aufgebot: Torhüter: Tilkowski (Borussia Dortmund/26 Länderspiele), Manglitz (Meidericher SV/2); Verteidiger: Lutz (Eintracht Frankfurt/7), Piontek (4), Lorenz (4), Höttges (5/alle Werder Bremen); Läufer: Schulz (Hamburger SV/25), Szymaniak (Tasmania Berlin/39), Beckenbauer (Bayern München/0), Sieloff (VfB Stuttgart/6), Weber (1. FC Köln/5); Stürmer: Libuda (Borussia Dortmund/6), Nafziger (Bayern München/0), Krämer (Meidericher SV/6), Ulsaß (Eintracht Braunschweig/1), Uwe Seeler (Hamburger SV/42), P. Grosser (München 1860/0), Netzer (Borussia Mönchengladbach/0), Hornig (1. FC Köln/3), Heiss (München 1860/5).“ (25. August 1965)

„Bundeskanzler Erhard und der SPD-Vorsitzende Brandt werden während dieses Wahlkampfes nicht gemeinsam auftreten. Der Bundeskanzler lehnte am Freitag ein Angebot Brandts ab, am 10. September gemeinsam auf dem Bremer Domshof zu sprechen. Bereits früher hatte er es abgelehnt, gemeinsam mit Brandt an einer Fernsehdiskussion teilzunehmen. Der SPD-Vorsitzende hatte Erhard brieflich vorgeschlagen, daß jeder von ihnen unter der Leitung des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Kaisen 20 Minuten über seine politischen Ansichten sprechen sollte. Danach sollte jeder zweimal fünf Minuten lang auf die Argumente des anderen antworten können. Dagegen erklärte Erhard, durch Äußerlichkeiten sollte nicht verschleiert werden, daß der Wahlkampf nicht miteinander, sondern gegeneinander geführt werde. Er wies darauf hin, daß Brandt 1961 in den Bundestag gewählt worden sei, jedoch auf sein Mandat verzichtet habe. Dadurch habe er sich der Diskussion im Bundestag vier Jahre lang entzogen. Es bestehe keine Veranlassung, Brandt kurz vor den Wahlen Gelegenheit zu einer Debatte zu geben, die dieser vier Jahre lang versäumt habe.“ (28. August 1965)

„Aus bremischen Mitteln ist nach dem Krieg bisher eine Milliarde Mark in den Wohnungsbau geflossen. Vom Säugling bis zum Greis hat damit jeder Bremer Bürger 1500 Mark für den Wohnungsbau aufgebracht. Diese erstaunlichen Zahlen nannte Bausenator Wilhelm Blase gestern bei dem Jahresrichtfest der ,Gewoba’ in dem Neubaugebiet Blockdiek, das sinnbildlich für 5595 Neubauwohnungen in allen Teilen Bremens begangen wurde. Auf dem mit Fahnen, Girlanden und bunten Bändern geschmückten Richtplatz hatten sich mehrere Hundert Richtfestgäste eingefunden . . .“ (27. August 1965)

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