Stadtteilgruppe verteilt Gütesiegel für soziale Projekte

Lüssum soll bunter werden

Lüssum. Die Vertreter zehn lokaler Projekte konnten sich jetzt über das Gütesiegel der Stadtteilgruppe Lüssum freuen. Dieses Qualitätszeichen ist die wesentliche Voraussetzung, um Gelder aus den Förderprogrammen „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN) und „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ (LOS) zu erhalten.
08.12.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Albrecht-Joachim Bahr
Lüssum soll bunter werden

Dorothea Sander

DORIS FRIEDRICHS

Die Vertreter zehn lokaler Projekte konnten sich jetzt über das Gütesiegel der Stadtteilgruppe Lüssum freuen. Dieses Qualitätszeichen ist die wesentliche Voraussetzung, um Gelder aus den Förderprogrammen „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN) und „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ (LOS) zu erhalten. Damit könnte Lüssum schon bald bunter werden.

Das möchte Dorothea Sander unter anderem mit ihrem LOS-Projekt „Bremen – Bildschön“ erreichen. „Dieses Projekt“, heißt es in einer Mitteilung an die Presse, „richtet sich an Migranten, Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose“. Acht Teilnehmer sollen gemeinsam Bremen erkunden, um die Stadt besser kennenzulernen. Sie sollen auf der Route Fotos machen oder Skizzen anfertigen, die anschließend im Kunstladen an der Lüssumer Heide künstlerisch bearbeitet werden. Die Ergebnisse werden dann in einer Ausstellung gezeigt. Für dieses Projekt sind 8000 Euro beantragt worden.

Denselben Betrag und ebenfalls aus dem LOS-Topf soll es, wenn es nach der Stadtteilgruppe geht, auch für das Projekt „Gib mir Stoff – und es werde eine Tasche, ein Kleid, eine Hose“ geben. Auch dafür ist Dorothea Sander verantwortlich. Frauen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen sollen nähen lernen beziehungsweise schon vorhandene Kenntnisse vertiefen. Dazu gehört der Umgang mit der Nähmaschine, das Umsetzen von Schnittmustern sowie die Gestaltung. Mit dem Handwerklichen einher geht das Erlernen von Fachbegriffen, um für die Teilnehmer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Zum Abschluss sollen „Taschen, Kleider und Hosen“ schließlich bei einer Modenschau präsentiert werden.

Hilfe bei der Jobsuche steht auch im Mittelpunkt des Sprachtrainings „Wenn Sie mit der Arbeit fertig sind, dann . . . Konditionalsätze bilden“. Ziel des Projektes unter der Leitung von Ute Bullert ist es, potenzielle Mitarbeiter zu befähigen, Arbeitsanweisungen zu verstehen beziehungsweise geben zu können. Dieses Grammatik- und Satzbau-Training soll sich an beruflichen Themen orientieren, vor allem an den Sparten Renovierung, Küche und Reinigung. Für das Projekt wurden 6500 Euro beantragt.

Bemerkenswert ist, dass bei manchen Projekten, für die in der Stadtteilgruppe Geld eingeworben wird, nur die Spitze des Eisberges zu sehen ist. So auch bei der „Betreuung und Unterstützung für zuziehende Flüchtlingsfamilien“, für das auf der Quartierssitzung 2000 Euro aus Wohnen in Nachbarschaften (WiN) beantragt worden sind. Im Gesamten betrachtet üben hier zwei Immobilien-Unternehmen bei einem 40 000-Euro-Projekt den Schulterschluss: die Vonovia und die Gewoba. Es geht darum, dass – wie berichtet – Sozialarbeiterin Iris Kraft bereits mit 30 Wochenstunden in der Aufsuchenden Arbeit in der Lüssumer Heide tätig ist. Der Anteil der Vonovia an diesem Projekt: rund 24 500 Euro, dazu kommen 9000 Euro von WiN. Jetzt legt die Gewoba mit vorläufig 6000 Euro nach, damit die Sozialarbeiterin weitere fünf Wochenstunden zusätzlich im Bereich der Gewoba tätig sein kann.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+