Bundesweite Studie des Max-Planck-Instituts

Männer in Bremerhaven haben die geringste Lebenserwartung

Männer in Bremerhaven haben einer Studie zufolge bundesweit die geringste Lebenserwartung. Sie würden im Schnitt 75,8 Jahre alt.
20.07.2020, 12:25
Lesedauer: 2 Min
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Männer in Bremerhaven haben die geringste Lebenserwartung

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock ermittelte für Bremerhaven eine Lebenserwartung der Männer von 75,82 Jahren.

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In Bremerhaven haben Männer einer Studie zufolge die niedrigste Lebenserwartung in ganz Deutschland. Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock ermittelte für Bremerhaven eine Lebenserwartung der Männer von 75,82 Jahren. Das sei der niedrigste Wert aller 402 deutschen Stadt- und Landkreise. Im bayerischen Landkreis München als Spitzenreiter lebten die Männer gut fünf Jahre länger. Nach Mitteilung vom Montag haben die Forscher Sterbedaten der Jahre 2015 bis 2017 ausgewertet und daraus die Lebenserwartung geschätzt.

Für Frauen zählten Aurich und Leer in Ostfriesland sowie Helmstedt und Salzgitter zu den 10 Prozent der deutschen Landkreise mit der geringsten Lebenserwartung. Im Bundesdurchschnitt lag die Lebenserwartung der Männer diesen Angaben nach bei 78,3 Jahren, bei den Frauen waren 83,3 Jahre. Auf das längste Leben konnten Männer und Frauen im Süden von Bayern und Baden-Württemberg rechnen. Zu den zehn Prozent deutscher Landkreise mit der niedrigsten Lebenserwartung für Männer zählten in Niedersachsen Helmstedt, Uelzen und Wilhelmshaven.

Die Forscher suchten auch nach Ursachen für die Unterschiede. Starken Einfluss haben nach ihren Erkenntnissen die Arbeitslosenquote und die Quote der Hartz-IV-Empfänger. „Wer Unterschiede in der Lebenserwartung reduzieren will, muss vor allem die Lebensbedingungen des ärmsten Teils der Bevölkerung verbessern“, sagte Roland Rau vom Max-Planck-Institut. Faktoren wie das Durchschnittseinkommen, die Zahl der Ärzte pro 100.000 Einwohner oder die Bevölkerungsdichte hätten dagegen einen weitaus geringeren Einfluss. Im Osten gebe es mehr Landkreise mit niedriger Lebenserwartung als im Westen, schrieben die Wissenschaftler im „Ärzteblatt“. (dpa)

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