Das Bremer Ensemble spielt "In einem tiefen dunklen Wald" im Haus im Park / Sonnabend Premiere Märchenregeln werden auf den Kopf gestellt

Ellenerbrok-Schevemoor. Vorweihnachtszeit ist Märchenzeit, eine Gelegenheit sich verzaubern zu lassen von "Es war einmal?" und "so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende". Alles ein bisschen anders ist das in dem neuen Stück des Bremer Ensembles "In einem tiefen dunklen Wald", das am Sonnabend im Haus im Park Premiere feiert. In der Geschichte des Kinderbuch-Klassikers von Paul Maar geschieht gar Seltsames, werden die klassischen Regeln auf den Kopf gestellt.
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Von Sandra Töbe

Ellenerbrok-Schevemoor. Vorweihnachtszeit ist Märchenzeit, eine Gelegenheit sich verzaubern zu lassen von "Es war einmal?" und "so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende". Alles ein bisschen anders ist das in dem neuen Stück des Bremer Ensembles "In einem tiefen dunklen Wald", das am Sonnabend im Haus im Park Premiere feiert. In der Geschichte des Kinderbuch-Klassikers von Paul Maar geschieht gar Seltsames, werden die klassischen Regeln auf den Kopf gestellt.

Alles muss man selbst machen, wird sich Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora gedacht haben, als sie mit ihren sieben Sachen in den Wald zieht, um sich dort von einem, vorsichtshalber vegetarischen Untier entführen zu lassen. Ihr Plan ist es, auf diese Weise einen mutigen Prinzen herbeizulocken, der sie befreit und anschließend heiratet. So weit, so gut, wäre da nicht, ja, das Untier eben, das gar nicht daran denkt, die Prinzessin zu entführen und sich mehr für deren mitgebrachte Schokolade interessiert. Und auch bei dem Prinzen, der schließlich aus seinem gerade mal Badezimmerteppich-großen Königreich herbeieilt, ist längst nicht alles wie es scheint.

"Paul Maar nimmt den klassischen Märchenstoff und geht damit anders um", sagt Regisseurin Anke Thiessen. "Es ist ein Stück, in dem die Märchenregeln außer Kraft gesetzt werden. Und er macht das immer so ein bisschen mit Augenzwinkern." Schüchterne Prinzen, überforderte Könige, Frauenpower und ein liebenswertes Untier mit einem Sprachfehler - Paul Maar erzählt eine spannende, humorvolle Geschichte, die vom Bremer Ensemble mit viel Liebe zu den Figuren umgesetzt wurde.

"Für mich war das eine große Herausforderung", erzählt Nomena Struß, die die schöne, aber zickige Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora spielt, "weil ich nicht so der Typ bin." Aber sie hofft, dass die Zuschauer sich auch in dieser Figur wiedererkennen können. Kindertheater ist für sie immer etwas besonderes, weil sehr viel mehr Kommunikation stattfinde zwischen Publikum und Schauspielern. Das sieht auch Kollege Claus Franke so. Er spielt den netten Schlossküchenjungen Lützel. "Bei Kindern wird nicht gefiltert, es ruft direkt Reaktionen hervor. Entweder es gefällt ihnen oder nicht."

Nach den eher "tradierten Stoffen" der vergangenen Jahre, wie "Räuber Hotzenplotz" oder "Die kleine Hexe" wollte das Bremer Ensemble in diesem Jahr mal "etwas Moderneres, Freches machen", sagt Thiessen zur Wahl des Stückes. Das hat auch etwas damit zu tun, dass sich die Schauspielgruppe, die seit 2003 besteht und keine feste Bühne bespielt, auch gerne neue Hürden setzt, um der Gefahr der Routine zu entgehen. Insgesamt neun Akteure gehören zu dem Verein, fünf spielen in diesem Stück mit: Nomena Struß, Bianca Oostendorp, Claus Franke, Ralf Knapp und Andrew Wallace.

Anke Thiessen hat ihre Karriere als Hospitantin im Theater am Goetheplatz begonnen. In Hildesheim studierte sie schließlich Kulturpädagogik und inszenierte nebenbei am Stadttheater. Seit 1999 ist sie zurück in Bremen und arbeitet als Regisseurin und Beleuchterin für das Bremer Ensemble. Das Haus im Park ist inzwischen schon so etwas wie ein "Heimattheater" für die Schauspielgruppe, an das sie jedes Jahr gerne zurückkehrt, verrät die Regisseurin. "Das ist auch für uns kurz vor Jahresschluss ein kleines Highlight", sagt sie.

Und die Moral von der Geschicht?, die gibt?s natürlich auch in diesem Jahr, Märchenregeln hin oder her. "Es geht darum, einander zuzuhören, sich die Zeit dafür zu nehmen, andere wahrzunehmen", erläutert Anke Thiessen. Kein schlechtes Motto für das kommende Weihnachtsfest.

"In einem tiefen dunklen Wald", Vorstellungen im Haus im Park, Klinikum Bremen-Ost, Züricher Straße 40: Sonnabend, 27. November, Sonntag, 12. Dezember und 19. Dezember, 16 Uhr. Eintritt kostet 10 Euro. Schulvorstellungen auf Anfrage, Telefon 577 57 08.

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