Sicherheit bei Risikospielen im Weserstadion Mäurer: Keine neuen Zufahrten zum Stadion

Bremen. In der Diskussion um die Sicherheit bei Risikospielen im Weserstadion hat Innensenator Ulrich Mäurer neue Zufahrten zum Stadion ausgeschlossen. "Alle Veränderungen werden sich auf die bereits bestehenden Wege beziehen", so Mäurer.
30.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Arno Schupp

Bremen. Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe soll bis zum Jahresende Vorschläge ausarbeiten, wie bei sogenannten Risikospielen im Weserstadion die Sicherheitslage in der und rund um die Fußballarena verbessert werden kann. Darauf verständigte sich am Donnerstag die Deputation für Inneres und Sport.

Konkret wird es um die Frage gehen, ob neue Wege geschaffen oder bestehende verändert werden müssen, damit die Rettungskräfte das Stadion schneller erreichen können. Zudem sollen Vorschläge gemacht werden, wie rivalisierende Fangruppen künftig getrennt werden können - ohne polizeiliche Großaufgebote.

Bis zu fünf Risikospiele gibt es pro Saison, sagte der stellvertretende Polizeipräsident Lutz Müller am Donnerstag auf der Sondersitzung der Innendeputation, die die Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit dem Stadion als einziges Thema hatte. Begegnungen mit dem HSV gehören dazu, mit Dortmund, Köln und Hannover, je nach Verlauf der Saison sei mit einem weiteren Risikospiel zu rechnen.

Kommt es bei einer dieser Begegnungen zu einer Massenpanik mit mehreren Verletzten, können die Rettungskräfte nach dem bisherigen Konzept nicht optimal arbeiten. Das hatte im Juni eine Übung gezeigt, "bei der wir ein Worst-Case-Szenario geprobt haben", sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Donnerstag. Das Ergebnis zeigte drastische Mängel: Rettungswagen konnten das Stadion nicht mehr umfahren, weil nach dem Umbau auf dem schmaleren Rundweg ein Begegnungsverkehr nicht mehr möglich ist. Die mobilen Lazarette auf den benachbarten Sportplätzen - viel zu weit weg, bis zu 700 Meter, wenn die Schwerverletzten ausgerechnet vom anderen Ende des Stadions herangetragen werden müssen. Eine mögliche Lösung des Problems sei, im Stadion Flächen zu schaffen, um die Verletzten gleich dort zu versorgen, sagte Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Knorr. Dafür müsste jedoch im Stadion auch das benötigte Einsatzmaterial zur Verfügung stehen. "Wir bräuchten Lagerflächen."

Aufwendiger dürfte es sein, das Problem der Wegeführung zu lösen: Die Übung hatte gezeigt, dass die Rettungswagen auf den wenigen Zufahrten und Wegen zum Stadion im Pulk der abziehenden Fans steckenzubleiben drohen. Vieles ist seitdem bereits öffentlich diskutiert worden, sagte Mäurer. Von einer zweispurigen Trasse sei die Rede gewesen, von einer weiteren Rampe - und viele Begrifflichkeiten seien dabei durcheinandergeraten. "Um es klar zu sagen", erklärte der Innensenator am Donnerstag. "Alle Veränderungen werden sich auf die bereits bestehenden Wege beziehen, neue wird es nicht geben." Dazu zählt auch die Idee, die bereits bestehende Fußgängerrampe, die hinter dem Café Ambiente beginnt und zum Stadion führt, so auszubauen, dass sie im Notfall auch von den Rettungskräften befahren werden könnte. Auch in der Überlegung sei, den gegnerischen Fanblock künftig über diese Route zum Stadion zu leiten.

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