Balladins Superior Hotel spendiert sonntags Essen und Getränke für Bedürftige / Angebot ausgebaut

„Mahlzeit“ macht seit fünf Jahren satt

Neue Vahr Nord. Fünf Jahre ohne Unterbrechung jeden Sonntag bedürftigen Kindern und ihren Familien kostenlos ein warmes Essen servieren – das hat das Projekt "Mahlzeit" geschafft. Möglich ist ein solcher Erfolg nicht ohne freiwillige Helfer. Am vergangenen Sonntag feierte das Projekt seinen fünften Geburtstag. Und auch da packten wieder viele Hände mit an.
24.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Solveig Rixmann
„Mahlzeit“ macht seit fünf Jahren satt

Wie es sich für eine Geburtstagsparty gehört, ist auch der Gemeindesaal der Heilig-Geist-Kirche zum fünf-jährigen Bestehen der kostenlosen Essensausgabe mit Luftballons geschmückt. Das gefällt den Kindern und Eltern.

Neue Vahr Nord. Fünf Jahre ohne Unterbrechung jeden Sonntag bedürftigen Kindern und ihren Familien kostenlos ein warmes Essen servieren – das hat das Projekt "Mahlzeit" geschafft. Möglich ist ein solcher Erfolg nicht ohne freiwillige Helfer. Am vergangenen Sonntag feierte das Projekt seinen fünften Geburtstag. Und auch da packten wieder viele Hände mit an.

Gemüse, Hühnchen, Kartoffelgratin, Grieswürstchen und einiges mehr: Die Auswahl am "Mahlzeit"-Buffet ist abwechslungsreich und der Andrang groß. Geduldig wartet jeder bis er dran ist – erst die Kinder, dann die Erwachsenen. Das Essen kochen die Köche des Balladins Superior Hotel. Ausgegeben wird es von ehrenamtlichen Helfern.

Vier Wochen brauchte Marc Cantauw, Direktor des Balladins Superior Hotel Bremen, von der Projekt-Idee bis zur ersten "Mahlzeit" am 20. Januar 2008. Zwei Kinder kamen damals. In der Woche darauf waren es bereits 20. Jetzt – fünf Jahre später – kommen regelmäßig 50 bis 80 Personen zum kostenlosen Sonntagsessen in den Gemeindesaal der Heilig-Geist-Kirche in der August-Bebel-Allee.

Mittlerweile ist "Mahlzeit" um einige Bausteine gewachsen. Das Projekt betreibt eine Kleiderkammer und Bücherei, macht mehrmals im Jahr einen Ausflug mit den Kindern und "Mahlzeit und mehr" organisiert eine Ausbildungs- und Praktikumsbörse für Jugendliche.

Marc Cantauw bewältigt das alles nicht alleine. In Ulrike Eichner, Verkaufsassistentin im Balladins Superior Hotel, Quartiersmanager Dirk Stöver und Heinz-Martin Krauß, Pastor der Heilig-Geist-Kirche, hat er engagierte Mitstreiter gefunden. Die vier wechseln sich bei der Betreuung des Sonntagsessens ab. Zur Not stemmen die Helfer es aber auch alleine. Das haben sie schon bewiesen. In den vergangenen fünf Jahren kam es ein Mal vor, dass die Vier sich untereinander nicht richtig abgestimmt hatten und keiner da war. Da haben die Helfer spontan alles allein organisiert.

Ohne die Unterstützung motivierter Ehrenamtlicher könnte das Sonntagsessen auch gar nicht über einen solchen Zeitraum ohne Unterbrechungen ausgegeben werden.

Einige Ehrenamtliche sind bereits seit fünf Jahren dabei. Neun Kinder seien in den fünf Jahren geboren worden, andere seien in der Zeit zu Jugendlichen herangewachsen, berichten Karin Dachwitz, Bianca Mencke, Gisela Blasius und Peter Scholz. Sie alle helfen fast seit der ersten Stunde, teilen sonntags das Essen aus, betreuen den Maltisch oder helfen in der Kleiderkammer mit.

"Mir fehlt etwas, wenn ich hier nicht her kann", erzählt Karin Dachwitz aus der Neuen Vahr Süd. "In den knapp fünf Jahren habe ich vielleicht zehn Mal nicht kommen können", sagt die 63-Jährige. Vor fünf Jahren stellte Projekt-Initiator Marc Cantauw "Mahlzeit" im Nachbarschaftstreff "Waschhaus" vor. Karin Dachwitz hörte ihm zu und fragte, wie sie sich einbringen könne. Ostern ist sie dazugestoßen. "Und ich eine Woche später", erzählt Bianca Mencke. Die 52-Jährige aus Horn-Lehe wollte sich gerne ehrenamtlich engagieren, aber als Berufstätige war sie zeitlich nicht so flexibel. Dann las sie einen Bericht über das Projekt "Mahlzeit". "Dieses hier, das belebt einen und ist auch nicht zu viel", kommentiert sie die sonntägliche Arbeit für das Projekt. Die Finanzbuchhalterin will ihren ehrenamtlichen Einsatz für "Mahlzeit" unbedingt fortführen.

Gisela Blasius und ihr Lebensgefährte Peter Scholz, die in der Gartenstadt Vahr wohnen, sahen vor fünf Jahren einen Fernsehbericht über das "Mahlzeit"-Projekt. "Dann hat er gesagt: das können wir auch machen", erzählt Gisela Blasius, wie Peter Scholz die beiden auf die Idee zum Mitmachen gebracht hat. Wie alle Helfer, die man bei "Mahlzeit" trifft, haben auch sie große Freude an ihren Aufgaben. "Ich habe keine Enkelkinder, die habe ich dann hier", sagt Peter Scholz und grinst.

Während er hilft, Tische und Stühle aufzustellen, steht Gisela Blasius am Buffet und verteilt das Essen. Die 76-Jährige ging erst vor drei Jahren in Rente, aber still sitzen scheint sie auch jetzt nicht zu wollen. Gisela Blasius bringt sich noch bei anderen Projekten ehrenamtlich ein, und einmal in der Woche betreut sie die "Mahlzeit"-Kleiderkammer. Kostenlos können dort Familien Kleidung und Spielzeug bekommen.

Die "Kleiderkammer" konnte durch Spendengelder umgebaut und zum fünften Geburtstag des "Mahlzeit"-Projektes eingeweiht werden. Und anstelle eines roten Bandes wurde eine bunte Kette mit Süßigkeiten für die Kinder zerschnitten.

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