Huchtinger Steinmetz Uwe Frese ersetzt beschädigten Gedenkstein zur Erinnerung an ermordete Juden Mahnmal zum dritten Mal eingeweiht

Neustadt. Der strömende Regen hat vielleicht noch ein bisschen mehr deutlich gemacht, dass sich Ingeborg Breidbach von keinem Dieb, keinem Vandalen und schon gar nicht durch schlechtes Wetter von ihrem Ziel abhalten lässt, immer aufs Neue an die Verbrechen der Nazizeit zu erinnern. Bereits zum zweiten Mal hatten Unbekannte einen Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus in den Neustadtswallanlagen beschädigt. Am Donnerstag fand nun die Einweihung eines neuen Granitblocks statt, der diese unglückselige Serie beenden soll.
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Von Karin Mörtel

Neustadt. Der strömende Regen hat vielleicht noch ein bisschen mehr deutlich gemacht, dass sich Ingeborg Breidbach von keinem Dieb, keinem Vandalen und schon gar nicht durch schlechtes Wetter von ihrem Ziel abhalten lässt, immer aufs Neue an die Verbrechen der Nazizeit zu erinnern. Bereits zum zweiten Mal hatten Unbekannte einen Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus in den Neustadtswallanlagen beschädigt. Am Donnerstag fand nun die Einweihung eines neuen Granitblocks statt, der diese unglückselige Serie beenden soll.

"Ich wünsche mir in Erinnerung an die vielen Umgekommenen, dass dieser neue Stein unbeschädigt bleibt", sagte Breidbach in einer kurzen Ansprache. Sie erinnerte noch mal daran, dass an der Stelle des Zentaurenbrunnens zur Zeit der Nationalsozialisten eine Baracke stand, in die alle Neustädter Juden zusammengetrieben wurden, bevor sie 1941 nach Minsk deportiert wurden. Nach ihren Recherchen wurden dort die Kinder, Frauen und Männer in einem Konzentrationslager umgebracht.

Die Einweihung nahm Breidbach zum Anlass, auch auf die aktuellen Geschehnisse rund um die rechte Terrorzelle NSU zu verweisen: "Wir müssen auch heute aktiv gegen den bestehenden Rechtsextremismus ankämpfen und ein erneutes NPD-Verbotsverfahren erreichen." Es sei daher für sie ein Lichtblick, dass es Menschen wie Uwe Frese gibt, der aufgrund eines Zeitungsberichtes über den Vandalismus am Mahnmal spontan seine Hilfe angeboten habe. Der Steinmetz aus Huchting habe dies offensichtlich als seine bremische Bürgerpflicht betrachtet. "Ich bin als Trümmerkind groß geworden", erzählte Frese. Für ihn sei es selbstverständlich gewesen, den beschädigten Gedenkstein zu ersetzen. "Sonst wird vergessen, was geschehen ist, dagegen wollte ich etwas tun."

Auch eine Vertreterin der Jüdischen Gemeinde, Elza Jaffe, sprach ihren Dank für den Einsatz von Uwe Frese und Ingeborg Breidbach aus. "Das Traurige ist, dass die Zeitzeugen aus unseren Reihen immer weniger werden." Umso wichtiger sei es, dass sich Menschen wie Ingeborg Breidbach dafür einsetzten, die Erinnerung an die Naziverbrechen wachzuhalten.

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