Hilfsdienst bildet Rettungskräfte aus und unterstützt sozial Benachteiligte / Ausstellung im St. Joseph Stift Malteser engagieren sich seit 50 Jahren

Zehn Jahre nach der Gründung in Deutschland fassten die Malteser 1953 auch in Bremen Fuß. Heute feiern sie ihr 50-jähriges Bestehen. Innensenator Ulrich Mäurer lud die Hilfsorganisation gestern nach einem Gottesdienst in der St.-Johann-Kirche und einem Fanfarenzug durch die Innenstadt zum Empfang ins Rathaus. Heute sind 130 bezahlte und 125 ehrenamtliche Mitarbeiter für die Malteser Bremen im Einsatz.
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Von VANESSA SALBERT

Zehn Jahre nach der Gründung in Deutschland fassten die Malteser 1953 auch in Bremen Fuß. Heute feiern sie ihr 50-jähriges Bestehen. Innensenator Ulrich Mäurer lud die Hilfsorganisation gestern nach einem Gottesdienst in der St.-Johann-Kirche und einem Fanfarenzug durch die Innenstadt zum Empfang ins Rathaus. Heute sind 130 bezahlte und 125 ehrenamtliche Mitarbeiter für die Malteser Bremen im Einsatz.

Vier Ehrenamtliche, ausgestattet mit einem Sanitätskoffer und dem gemeinsamen Vorhaben, Bedürftigen zu helfen, gründeten vor einem halben Jahrhundert die Malteser Bremen. In diesen Tagen feiert die christliche Hilfsorganisation ihren 50. Geburtstag. Mit ihren insgesamt rund 265 festen und ehrenamtlichen Mitarbeitern kümmert sich der Verband neben seinen Hauptaufgaben Katastrophenschutz und Rettungsdienst auch um Demenzkranke und Obdachlose in Bremen.

„Die Gemeinschaft ist das, was uns als Organisation motiviert“, sagt Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident des deutschen Malteser Hilfsdienst. „Zusammen hilft man viel effektiver“. Anlässlich des 50. Jubiläums war er gestern zu Gast in Bremen und nahm am Gottesdienst in St.-Johann im Schnoor und an dem Empfang im Rathaus teil.

„Anfangs waren die Malteser in Bremen auf die Ausbildung von Ersthelfern konzentriert, heute sind wir vielfältiger aufgestellt“, erzählt Landesgeschäftsführerin Angelika Gabriel. Ein Beispiel dafür sei das Café Malta in der Geschäftsstelle in der Winkelstraße. Einmal im Monat treffen sich dort Demenzkranke und Angehörige zum Austausch. „Damit möchten wir den Betroffenen eine Auszeit gönnen, denn die Pflege von dementen Angehörigen kann eine enorme Belastung sein.“ Im Café Malta werden die Gäste bei Kaffee und Kuchen von geschultem Personal betreut.

Besonders die Situation der Bremer Obdachlosen beschäftigt die Malteser. „Viele Obdachlose sind gut organisiert und vernetzt, aber es gibt auch eine große Anzahl von Einzelgängern, die nur ihren Hund an ihrer Seite haben“, erzählt der Landesbeauftragte Wolfgang Bayer. Gerade sie versuche der Malteser Hilfsdienst mit Projekten wie dem sogenannten „Wohlfühlmorgen“ zu unterstützen. Dabei können die Obdachlosen bei einem Frühstück, das vom Atlantic Grand Hotel gespendet wird, zusammenkommen. Auch ein Tierarzt, der sich um die Hunde kümmert, ein Friseur, der einen kostenlosen Haarschnitt anbietet und ein Arzt sind vor Ort. Zudem können die Teilnehmer duschen und sich neu einkleiden. Der nächste „Wohlfühlmorgen“ ist für März kommenden Jahres geplant und wird von den Maltesern in Zusammenarbeit mit der Caritas ausgerichtet.

„Generell gibt es in Bremen keinen Konkurrenzkampf zwischen den Hilfsdiensten“, sagt Günter Dahnken, Leiter der Einsatzdienste der Malteser. Gerade weil zunehmend Ehrenamtliche fehlten, sei es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. „Es ist schwieriger als früher geworden, Freiwillige zu gewinnen“, sagt der 52-Jährige. Das liege an dem veränderten Freizeitangebot, Zeitmangel und der Entwicklung, dass heute viele eher versuchten, Geld zu verdienen, statt sich sozial zu engagieren.

Günter Dahnken hat seinen Werdegang bei den Maltesern 1980 direkt nach der Schule begonnen. „Besonders im Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind wir mittlerweile sehr professionell“, erzählt er. Auf den meisten Großveranstaltungen sind heute Hilfskräfte der Malteser vertreten um im Notfall zu helfen, zum Beispiel auf dem Freimarkt oder dem Holi Festival, dem indischen Frühlingsfest, das inzwischen auch in Bremen gefeiert wird. „Die Herausforderungen verändern sich mit der Zeit und wir versuchen, uns anzupassen.“

Zur Geschichte des Hilfsdienstes ist noch bis zum 14. November eine Ausstellung im Krankenhaus St.-Joseph-Stift zu sehen.

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