Neuer kaufmännischer Leiter im Klinikum Nord Manfred Glasmeyer setzt auf Motivation

Bremen-Nord. Bremen-Nords größte Arbeitgeber gehören heute zur Gesundheitswirtschaft. Neben Friedehorst zählt dazu vor allem das Klinikum Nord. Neuer Boss ist dort seit wenigen Wochen Manfred Glasmeyer. Er übernimmt eine schwierige Aufgabe.
19.06.2012, 05:00
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Manfred Glasmeyer setzt auf Motivation
Von Jürgen Theiner

Bremen-Nord. Industrie war gestern. Bremen-Nords größte Arbeitgeber gehören heute zur Gesundheitswirtschaft. Neben Friedehorst zählt dazu vor allem das Klinikum Nord mit seinen rund 900 Beschäftigten. Neuer Boss ist dort seit wenigen Wochen Manfred Glasmeyer. Er übernimmt die schwierige Aufgabe, eine gute medizinische Versorgung für die Region sicherzustellen, dabei die ökonomischen Zwänge zu beachten und ganz nebenbei noch die Belegschaft bei Laune zu halten.

Bremen-Nord. Am 15. Mai hatte Manfred Glasmeyer seinen ersten Arbeitstag als kaufmännischer Leiter des Klinikums Bremen-Nord. Hohe Versorgungsstandards, Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiter-Motivation – diesen Dreiklang sauber zu intonieren, traut sich der 50-jährige Krankenhausmanager zu. Die nötige Erfahrung hat er. Glasmeyer war bereits Verwaltungschef mehrerer Kliniken in verschiedenen Bundesländern. Daneben kann er auf Erfahrungen in der Unternehmensberatung für die Krankenhauswirtschaft verweisen, zuletzt als Senior Consultant bei einem Heidelberger Anbieter.

Was reizt so jemanden am kaufmännischen Chefsessel des Klinikums Bremen-Nord? "Das Haus hat die richtige Größe", sagt Glasmeyer. Richtig im Sinne von wirtschaftlich erfolgversprechend. Das Klinikum Bremen-Nord verfüge über eine leistungsstarke Innere Medizin und weitere Aktivposten, die auch den demografischen Wandel abbilden. Gemeint ist hier die Geriatrie, die sich über die Region hinaus eine gute Reputation erarbeitet hat.

Das ist der positive Teil des Gesamtbildes. Den anderen spricht Glasmeyer nicht von sich aus an, doch er ist ihm wohlbewusst: Das Klinikum Nord ist nicht wirklich klar profiliert, es ist ein Allgemeinversorger für die Region, ein Wald- und Wiesenkrankenhaus sozusagen, ohne prestigeträchtige Schwerpunkte, die einen Ruf begründen. Einen Ruf, wie ihn etwa das Klinikum Links der Weser mit seinem Kardio-Schwerpunkt oder die St.-Jürgen-Straße mit ihrem Neuro- und Kopfzentrum genießen.

Zudem wurden dem Klinikum Nord in den vergangenen Jahren mit dem Brustzentrum und der Frühchenversorgung lukrative Bereiche abhanden gekommen. Der kommunale Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) schlug sie der St.-Jürgen-Straße zu. Diese Strukturentscheidungen ließen das Nordbremer Krankenhaus weiter ins Defizit rutschen. 2011 lag es bei rund 1,7 Millionen Euro.

Frühchen-Station vor dem Start

Ein tragischer Zufall führt jetzt bekanntlich dazu, dass die Frühchenversorgung an die Hammersbecker Straße zurückkehrt. Weil die Verkeimung der Neonatologie am Klinikum Mitte nicht in den Griff zu kriegen war, entschied sich die Gesundheit Nord, diesen Bereich wieder zu dezentralisieren. Am 1. Juli geht die Frühchenversorgung am Klinikum Nord mit 15 Betten in Betrieb. "Es ist denkbar, dass eine Grundkapazität in Nord dauerhaft erhalten bleibt, auch wenn die Frühchenversorgung für Bremen langfristig wieder in Mitte zusammengeführt wird", formuliert Manfred Glasmeyer vorsichtig. Er weiß, dass sich die Politik solche grundlegenden Entscheidungen vorbehält.

Über weitere Entwicklungsoptionen des Klinikums mag sich Glasmeyer vier Wochen nach seinem Amtsantritt noch nicht äußern, jedenfalls nicht öffentlich. "Ich will dem Dialog im Haus nicht vorgreifen", betont der neue Chef.

Zufriedenheit nicht nur der Patienten, sondern auch der Belegschaft ist ihm offenbar ein hohes Gut. "Die Berufsbilder im Krankenhaus müssen attraktiv bleiben, damit wir qualifizierten Nachwuchs an uns binden können", sagt Manfred Glasmeyer. Alles, was in diesem Zusammenhang an Anreizen geboten werden kann, müsse neu durchdacht werden – angefangen von differenzierten Teilzeit- und Schichtsystemen über Familienphasen bis hin zur Kinderbetreuung. Gibt es demnächst also eine Betriebs-Kita an der Hammersbecker Straße? Glasmeyer: "Ich will da nichts ausschließen."

Leistung setzt für den 50-Jährigen eine gute Grundstimmung voraus. Aus solchen Überlegungen spricht Mannschaftsgeist. Auf anderer Ebene hat ihn Glasmeyer bereits unter Beweis gestellt. Beim Geno-internen Fußballturnier kickte er kürzlich im siegreichen Nord-Team mit. Glasmeyer spielte in der Vierer-Abwehrkette.

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