Club100-Initiator und Veranstalter

Konzertveranstalter Gero Stubbe ist tot

Am 22. September verstarb mit Gero Stubbe ein Konzertveranstalter, Antreiber und Initiator in der Bremer Musikszene. Er holte Bands in kleine Läden und brachte sie in die großen Hallen.
25.09.2021, 13:38
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Konzertveranstalter Gero Stubbe ist tot
Von Pascal Faltermann

In Chucks, Jeans und Bandshirt stand Gero Stubbe meist am Eingang an der Kasse. Zahlreiche Konzertgäste begrüßte er per Handschlag. Er kannte sie, weil er seit Jahrzehnten die Live-Auftritte organisierte. Weil er immer da war. Neben und hinter der Bühne, am Einlass, beim Auf- und Abbau. Bands wie Tocotronic, Turbostaat oder Frank Turner buchte er anfangs für kleine Bremer Läden, in den Jahren darauf wanderte er mit ihnen in die großen Hallen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitete der 55-jährige Veranstalter für die Agentur Koopmann Concerts. Hunderte Konzerte organisierte er - vom Lagerhaus und Modernes bis zum Schlachthof und der ÖVB-Arena.  

Anfang der 2000er-Jahre wirkte er als einer der Geschäftsführer im Römer im Viertel - stets umtriebig und antreibend. Mit seiner eigenen Agentur King Kom Concerts holte er die Bands und Künstler nach Bremen. Stubbe gründete den Bandwettbewerb "Live in Bremen", weil ihm der lokale Musiknachwuchs wichtig war. Er war auf zahlreichen Festivals wie dem Hurricane oder Rock im Park aktiv. „Sein Herz hing an der Musik, er brannte für das Livebusiness“, sagt Oliver Mücke, Geschäftsführer von Koopmann Concerts über den Werder-Anhänger und Dauerkartenbesitzer.

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„In der größten Krise der Clubkultur stand er da mit seinem ungebrochenen Willen, was zu machen, nach vorne zu gucken, gemeinsam einen Weg zu finden. Mit voller Power“, sagt Julia von Wild, stellvertretenden für den Clubverstärker, über sein Engagement als Vorstandsmitglied im Clubverstärker in der Corona-Pandemie. Er war es, der den Club100 als solidarisch nutzbaren Veranstaltungsort mitinitiiert, für Finanzen und Umsetzung kämpfte. Am Ende preisgekrönt. 

„Es sind einzelne Menschen wie er, die den Unterschied ausmachen, ob eine Stadt kulturell verödet oder dem Nachwuchs eine Chance gibt und am Ende vielleicht sogar große Kunst hervorbringt“, sagt Malte Prieser, Veranstalter und Sänger der Band Schwarz auf Weiß, die Stubbe von Beginn an förderte. So war es bei vielen weiteren Bremer Bands, die er zum Beginn ihrer Karriere unterstützte.   

Freunde, Kollegen und Bekannte heben sein Engagement, seine Ehrlichkeit, seinen Willen für die gute Sache und seine klare Haltung hervor. Seine Meinungsstärke, sein Vertrauen und seine Freundschaft. Am 1. September stand er zuletzt bei Turbostaat neben der Bühne. Wie immer. Am 22. September ist er unerwartet gestorben. Er wird fehlen, auf den Festivals, in den Spielstätten, in Clubs und Konzerthallen. 

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