Mann aus der Weser gezogen Ausgezeichnete Rettung

Im Juli rettet ein 28-Jähriger einen Mann vor dem Ertrinken in der Weser. Nun hat ihm Innensenator Ulrich Mäurer eine Rettungsmedaille verliehen.
22.09.2020, 05:00
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Ausgezeichnete Rettung
Von Lisa Urlbauer

Es ist Dienstag, der 14. Juli. Michael Hirth ist auf einem Fahrschulboot unterwegs, als er eine Person in der Weser entdeckt. Der Rettungsschwimmer springt ins Wasser und rettete einen 67-Jährigen vor dem Ertrinken. Nun hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) den 28-Jährigen mit der Rettungsmedaille in Bronze ausgezeichnet.

Hirth ist Sportboot-Ausbilder und fährt an diesem Juli-Tag mit einem Ehepaar in einem Fahrschulboot die Weser entlang. Nahe der Bürgermeister-Smidt-Brücke entdecken sie einen fast leblosen Mann im Wasser. Hirth, ausgebildeter DLRG-Rettungsschwimmer, springt in den Fluss und rettet den 67-jährigen – aus Platzgründen können sie den Mann nicht mit dem Boot bergen. Seine Begleitung wählt währenddessen den Notruf.

Die Strecke bis zum Ufer sei nicht weit gewesen, sagt Hirth. Ein Rettungsring und die Daunenjacke des Mannes hätten ihnen Auftrieb gegeben. An der Rampe habe direkt der erste Notarzt gewartet; Polizei und Feuerwehr seien kurz danach eingetroffen. „Ich habe ihn bis zum Bauchnabel herausgekriegt, weiter nicht.“ Der Untergrund ist rutschig, Hirth erschöpft. Die Rettungskräfte übernehmen. Der 67-Jährige hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Mit seinem Einschreiten hat ihm Hirth nach Angaben der Polizei vermutlich vor dem Ertrinken gerettet.

Es herrscht Niedrigwasser an diesem Tag, nur wenige Schiffe verkehren auf der Weser. Die Temperaturen sind milde. „Für die Rettungsaktion waren es die besten Umstände“, sagt Hirth. Unter diesen Bedingungen sei der Sprung ins Wasser darum eine sichere Sache für gewesen. Nach Angaben der Polizei hat sich der 28-Jährige dennoch in erhebliche Lebensgefahr gebracht.

Hirth ist gebürtiger Bayer. Nach seinem Schulabschluss macht er in Heidelberg und Mannheim eine Lehre zum Binnenschiffer. Der Rettungsschwimmerschein: ein wichtiger Teil seines Berufs. „Es kann immer jemand ins Wasser fallen.“ Drei Jahre sammelt er Arbeitserfahrungen und absolviert sein Schifferpatent. Mitte zwanzig verschlägt es ihn in den Norden und er beginnt sein Studium in Elsfleth. Nebenbei arbeitet Hirth weiterhin als Teilzeit-Binnenschiffer für die Reederei Halöver und als Sportboot-Ausbilder – so auch an dem Tag, an dem er ein Leben rettet.

Die Rettungsaktion sei eine außergewöhnliche Sache und zeuge von einem hohen Maß an Hilfsbereitschaft und Entschlossenheit, sagt Innensenator Mäurer. Aus diesem Grund hat er Hirth die Bremische Senatsmedaille und eine Urkunde verliehen. Der 28-Jährige freut sich über die Auszeichnung – aber betont, dass die Rettung eine Teamleistung gewesen sei. Es wäre ihm nicht möglich gewesen, einen Notruf abzusetzen und gleichzeitig ins Wasser zu springen. „Ich hatte gute, helfende Hände an Bord.“

Die Rettungsmedaille in Bronze ist eine Anerkennung für die Rettung aus Lebensgefahr. Vier Frauen und zwölf Männer haben sie in den vergangenen 16 Jahren erhalten, eine weitere Frau lehnte die Verleihung ab.

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