Baum von Pilz befallen Markante Rotbuche in Schwachhausen als Pflegefall

An der Hohenlohestraße in Schwachhausen wird in dieser Woche eine alte Rotbuche massiv beschnitten. Der Baum ist von einem Pilz befallen und muss gekürzt werden. Ob das erfolgreich ist, ist aber noch unklar.
20.02.2019, 21:44
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Markante Rotbuche in Schwachhausen als Pflegefall
Von Frank Hethey

Es ist sozusagen eine Notoperation an einem lebenden Organismus: Die Krone einer markanten Rotbuche vor dem Hermann-Böse-Gymnasium wird seit Mittwoch massiv beschnitten. Bis diesen Donnerstag sollen die Arbeiten an der Hohenlohestraße andauern. Die Krone muss gekappt werden, weil der Baum im Wurzelbereich von einem Pilz befallen ist. Die Versorgung mit Nährstoffen sei dadurch nicht mehr gegeben, sagt Kerstin Doty vom Umweltbetrieb Bremen (UBB). „Dadurch stirbt der Baum langsam ab und verliert an Standfestigkeit.“

Das Ende vom Lied wäre, dass der Baum als Gefahr für die Verkehrssicherheit gefällt werden müsste. Um das wenigstens noch eine Zeit lang zu verhindern, schreitet der Umweltbetrieb jetzt ein. Der Vorteil der Amputation: Die Krone bietet dem Wind weniger Widerstand, der Baum gewinnt an Stabilität. Dadurch erleide der Baum zwar „optische Einbußen“, sagt Doty, zunächst werde er kein sehr schönes Bild abgeben. „Wir hoffen aber, dass er im Frühjahr wieder austreibt.“

Der kranke Baum gehört zu einem rund 80 Jahre alten Rotbuchen-Duo. Als Teil eines „sehr schönen Ensembles“ ist der Baum von seinem angestammten Standort nur schwer wegzudenken. Das ist der eine Grund, weshalb der Umweltbetrieb die Galgenfrist der kränkelnden Rotbuche so weit wie möglich verlängern will. Aber auch die zweite, noch völlig gesunde Rotbuche spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Diese beiden Bäume sind einander gewöhnt und beschatten sich gegenseitig“, so Doty. Falle die Beschattung weg, handele sich der verbleibende Baum bei starker Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand ein. „Grund genug, den kranken Partnerbaum noch möglichst lange zu schützen.“

Ganz sicher ist der Erfolg der drastischen Kroneneinkürzung allerdings nicht. Die weitere Entwicklung ist laut Doty schwer zu prognostizieren. Nicht zuletzt, weil Buchen eine empfindliche Rinde hätten. In den kommenden Monaten Verlauf soll der befallene Baum häufiger kontrolliert werden, um immer im Bilde über seinen Zustand zu sein. Kommt der Baum mit der Radikalkur zurecht, könnte er noch eine Weile stehen bleiben.

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Auch an einigen anderen Stellen im Nordosten sind in diesen Tagen vermehrt Fällarbeiten zu beobachten. Zu tun hat die hektische Betriebsamkeit damit, dass sich die Fällsaison mit großen Schritten dem Ende nähert. Laut Bundesnaturschutzgesetz darf der Vegetation lediglich vom 1. Oktober bis zum 28. Februar zu Leibe gerückt werden. Nur wenn Gefahr durch wenig standsichere Bäume droht, sind Ausnahmen von dieser Regel gestattet.

Ebenfalls aktiv waren Fälltrupps zu Beginn der Woche an der Straße Luisental in Horn-Lehe. Am Bahndamm der Strecke Bremen-Hamburg brachte die Deutsche Bahn zu Ende, was sie im vergangenen Jahr nicht geschafft hatte. Gegen den Kahlschlag hatte es vor Jahresfrist massive Anwohnerproteste gegeben, auch jetzt waren aus dem Beirat wieder Unmutsbekundungen (wir berichteten) zu hören.

Allerdings handelt es sich diesmal nicht um eine durchgehende Abholzung wie im Februar 2018. In Absprache mit der Naturschutzorganisation BUND würden nur bestimmte Bäume gefällt, betonte eine Bahnsprecherin – eine Konsequenz aus den damaligen Protesten. „Was optisch gut aussieht und keine Gefährdung für die Verkehrssicherheit darstellt, kann natürlich auch stehen bleiben.“

Als Kompensation für den Verlust soll es Ausgleichspflanzungen geben. Der Standort ist noch nicht endgültig klar. Stadtteilpolitiker hatten gefordert, neue Bäume müssten in Horn-Lehe gepflanzt werden und nicht wie im vergangenen Jahr im Bürgerpark. Genau darauf läuft es laut Bahnsprecherin aber wieder hinaus.

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