75 Jahre WESER-KURIER „Haltung und Leidenschaft sind das, was zählt “

Die Marketing-Expertinnen Jutta Hoffmann von der Agentur Büro 7 und Tanja Bittner vom WESER-KURIER im Gespräch
18.09.2020, 04:56
Lesedauer: 4 Min
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„Haltung und Leidenschaft sind das, was zählt “
Von Sigrid Schuer

Zum 75. Geburtstag nutzen wir die Gelegenheit, die Seiten zu tauschen: Diejenigen, die wir normalerweise interviewen, dürfen nun uns die Fragen stellen.

Jutta Hoffmann: Wir arbeiten ja schon ziemlich lange zusammen. Wann haben wir eigentlich unser erstes, gemeinsames Projekt realisiert?

Tanja Bittner : Das ist 2006 unsere Kampagne „Täglich glücklich“ gewesen.

Hoffmann: Ja, stimmt. Wir haben verschiedene Bremerinnen und Bremer gezeigt, etwa den Werder- oder den Kultur-Fan, die uns gesagt haben, was der WESER-KURIER bei ihnen im positiven Sinne auslöst. Weshalb sie eben täglich glücklich mit ihrer Tageszeitung sind. Und ganz ehrlich, obwohl ich tagsüber viel in digitalen Medien unterwegs bin, beginnt der Morgen für mich damit, dass ich erst einmal die Zeitung lese, denn ich möchte über die Stadt, in der ich lebe und deren Entwicklung, informiert sein.

Bittner : Die lokale Kompetenz ist eben die Stärke unseres Medienhauses. Nicht von ungefähr sind wir eine der reichweitenstärksten Tageszeitungen Deutschlands. Wir können schnell auf lokale Entwicklungen reagieren. Das gilt aber auch für die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Bremer Unternehmen. Die aktuelle Lage war und ist für den stationären Handel, die Gastronomie, die Dienstleister, eigentlich für jeden eine enorme Umstellung des eigentlichen Geschäftsbetriebes. Aber viele Einzelhändler haben darauf toll reagiert und direkt einen Liefer- und/oder Abholservice auf die Beine gestellt. Wir in der Vermarktung sind in solchen Zeiten auch Impuls- und Ideengeber für unsere Kunden. Und wir als WESER-KURIER haben ganz kurzfristig Unternehmen, die ihre neuen Geschäftsmodelle oder Produkte und Dienstleistungen vorgestellt haben, mit subventionierten Sonderthemen wie „Gemeinsam stark“ oder „Mit Abstand für Sie da” unterstützt.

Hoffmann: Schließlich möchte niemand durch leere Einkaufsstraßen laufen. Es muss darum gehen, den lokalen Handel zu unterstützen. Und da ist das Bekenntnis des WESER-­KURIER zum Standort wichtig.

Bittner : Ja, wir alle wollen doch bunte, vielfältige Innenstädte mit stationärem Handel haben. Deshalb haben wir in der Corona-Krise schnell gehandelt und die Aktion „Weser Voucher“ als Soforthilfe ins Leben gerufen. Eine Plattform, auf der jeder Gutscheine erwerben konnte, um den lokalen Einzelhandel, die Gastronomie, die Dienstleister und die Kultur zu unterstützen. Damit wollten wir Mut machen. Und wir haben in kürzester Zeit Gutscheine im Wert von 15 000 Euro vermittelt.

Hoffmann: Ja, und das habe ich gerade während der Corona-Pandemie als so positiv empfunden und nehme das auch weiterhin so wahr, dass ihr mit guter Energie und Können immer konstruktiv arbeitet. Bei allen, ungesicherten Meldungen, mit denen wir oft im Netz überschwemmt werden, von der Tageszeitung intensiv recherchierte, verlässliche Fakten geliefert zu bekommen, aber eben auch diese positiven, lokalen Mutmacher-Geschichten. Solche Aktionen wie „Gemeinsam stark“ sind doch unglaublich sympathisch.

Bittner : Das ist auch unser Anspruch beim WESER-KURIER. Wir wollen Qualitätsjournalismus bieten, aber der kostet eben auch Geld. Damit wir unsere Unabhängigkeit auch zukünftig wahren können und das Produkt nicht zu teuer für unsere Leserschaft wird, ist die Finanzierung durch Werbeerlöse so wichtig. Und unsere Zeitungsleserinnen und Zeitungsleser wünschen sich Werbung und nutzen diese als Hilfe für den Einkauf. Eine Analyse des Einkaufsverhaltens unserer Leserinnen und Leser hat ergeben, ob Einkauf, Freizeit oder Information: Lokale Angebote sind gefragt.

Hoffmann: Wir haben den WESER-KURIER mit unserer Agentur Büro 7 bei seiner Entwicklung vom Verlagshaus zum crossmedial aufgestellten Medienunternehmen begleitet, also einem Unternehmen, das von digital bis analog alle Informationskanäle bespielt. Die Bremer Tageszeitungen AG hat zur richtigen Zeit erkannt, wie sie sich transformieren muss. Da ist stets viel Herzblut dabei. Der liebevolle Blick auf Bremen war immer da und wird immer dabei sein. Und ich glaube, wir haben beide in unseren Berufsfeldern erfahren, dass Haltung und Leidenschaft das ist, was wirklich zählt.

Bittner : Ja, genau darum geht es. Ohne die Leidenschaft für das, was wir täglich machen, geht es einfach nicht. Vermarktung ist mittlerweile ein Job mit sehr großen Herausforderungen bei der Vielfalt an Kanälen und auch Wettbewerbern, die wir im Markt haben. Aber wir bieten alles aus einer Hand. Wir verstehen uns als Full-Service-Agentur. Heute sind 30 Medienberaterinnen und Medienberater in der Region unterwegs und beraten Kunden in ihren Marketingkonzepten und Strategien. Wir entwickeln gemeinsam mit dem Kunden individuelle Lösungen, über welchen Kanal und mit welcher Ansprache er seine Zielgruppe am besten erreichen kann. Hier sind wir crossmedial sehr erfolgreich aufgestellt und haben für jeden Kunden das richtige Angebot. Von klassischer Printwerbung über reine Digitalwerbung, der Erstellung einer neuen Website, hochwertigem Print-, Online- und Video-Content bis zum Performance-Marketing, vom E-Commerce-Shop bis zur App – wir übermitteln Botschaften auf den richtigen Kanälen. Wichtig ist es den lokalen Einzelhandel, die Gastronomie und die Dienstleister dauerhaft zu stärken.

Das Gespräch zeichnete Sigrid Schuer auf.

Info

Zur Person

Tanja Bittner

absolvierte zunächst eine Lehre zur Industriekauffrau beim WESER-­KURIER. Nach einem Intermezzo in der Anzeigenabteilung absolvierte sie ein Marketing- und Kommunikationsstudium. Zehn Jahre war die Kommunikationswirtin im Marketing tätig. Seit 2015 ist sie Leiterin der Werbe-Vermarktung.

Jutta Hoffmann

absolvierte ihr Studium zur Diplom-Grafik-Designerin an der Hochschule für Künste Bremen. 1993 gründete Hoffmann die Werbeagentur Büro 7. Die Zahl ist Programm: Sie beschäftigt ein siebenköpfiges Team. Die Agentur hat unter anderem Kampagnen für den Zoo am Meer in Bremerhaven, für Mercedes-Benz und die Universität Bremen entwickelt.

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Zur Sache

Dieser Artikel ist Teil der Sonderveröffentlichung zum 75. Geburtstag des WESER-KURIER. Am 19. September 1945 erschien die erste Ausgabe unserer Zeitung. Anlässlich des Jubiläums blicken wir zurück auf die vergangenen Jahrzehnte: Erinnern uns an die Anfänge unserer Zeitung und auch an die ein oder andere Panne. Und wir schauen nach vorn: Wie werden Künstliche Intelligenz und der Einsatz von Algorithmen den Journalismus verändern? Natürlich denken wir auch an Sie, unsere Leser und Nutzer. Wer folgt unseren Social-Media-Kanälen, wer liest unsere Zeitung? Was ist aus den Menschen geworden, über die wir in den vergangenen Jahren berichtet haben? Und wie läuft er eigentlich ab, so ein Tag beim WESER-KURIER?

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