Rettungssicherheit: Südliches Steintor an der Reihe

Markierungen erst im Frühjahr möglich

Steintor·Ostertor. Die Rettungssicherheit im Steintor und Ostertor ist ein Dauerthema, aber die Umsetzung des Konzeptes geht vielen nicht schnell genug. Damit, wie geplant, neun Einmündungen und enge Kurvenradien im südlichen Steintor markiert werden können, muss wärmeres Wetter her. "Wir brauchen dafür Trockenheit und zehn Grad Lufttemperatur", sagt Jens Tietjen von der AVB Absperr- und Verkehrstechnik GmbH.
07.02.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von niels kanning

Steintor·Ostertor. Die Rettungssicherheit im Steintor und Ostertor ist ein Dauerthema, aber die Umsetzung des Konzeptes geht vielen nicht schnell genug. Damit, wie geplant, neun Einmündungen und enge Kurvenradien im südlichen Steintor markiert werden können, muss wärmeres Wetter her. "Wir brauchen dafür Trockenheit und zehn Grad Lufttemperatur", sagt Jens Tietjen von der AVB Absperr- und Verkehrstechnik GmbH.

Die Frage nach der Rettungssicherheit stellt sich aktuell wieder nach dem Brand in der Hamburger Straße. Dort war, wie berichtet, ein Feuer in der Musikschule Casa della Musica ausgebrochen. Wer den Rettungseinsatz am 24. Januar beobachtet hat, weiß, wie viel Platz die Löschfahrzeuge benötigen. Allerdings konnten die Fahrzeuge die ganze Breite der Hamburger Straße nutzen. In den schmalen Seitenstraßen des Steintors und des Peterswerder hätte das anders ausgesehen.

Reaktion auf einen Brand

Falschparker, die Rettungswege im Steintor und Ostertor rücksichtslos blockieren, waren nach einem Brand in der Sachsenstraße im November 2009 ins Visier von Behörden, Polizei und Politik geraten. Danach hatten Bausenator Reinhard Loske (Grüne) und Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Stadtamt im Juni 2010 ein Konzept zur Rettungssicherheit im Viertel erarbeitet, das neue Beschilderungen und die Markierung von Sperrflächen beinhaltet.

Das Milchquartier im Ostertor wurde als Testfeld für die Umsetzung weiterer Sicherheitszonen im Ostertor und im Steintor auserkoren und Sperrflächen bestimmt. Die Bremer Spezialfirma hatte im Auftrag des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV) in den engen Straßen des Milchquartiers diverse Parkverbotsflächen in Straßeneinmündungen schraffiert und mit Stahlnägeln bestückt, damit Rettungsfahrzeuge um die Kurve kommen.

Die Botschaft von Bausenator Reinhard Loske (Grüne) war eindeutig und ist offenbar von Autofahrern auch verstanden worden: Wer auf den markierten Flächen parkt, wird abgeschleppt.

Mit den Markierungen im Milchquartier habe man gute Erfahrungen gesammelt, lautet jetzt das vorläufige Fazit der Polizei, des Ortsamtes und des Amtes für Straßen und Verkehr. Uwe Drexler, im Polizeirevier Innenstadt für Verkehrsangelegenheiten zuständig, kennt die Situation im Milchquartier gut: "Dort wird konsequent kontrolliert." Probleme habe es anfangs an den Ausfahrten Mozartstraße und Oberweserstraße gegeben.

Weil die neuen Parkflächenmarkierungen auf dem Osterdeich zu lang geraten waren, klagten Autofahrer, die auf den Osterdeich abbiegen wollten, über eingeschränkte Sicht. Jetzt, nachdem nachgebessert worden sei, laufe es besser, sagte Drexler. Probleme gebe es noch an den Einmündungen vom Osterdeich in die Deichstraße und die Reederstraße. Beides sind Einbahnstraßen.

Der Beirat Östliche Vorstadt hat in seiner Novembersitzung beschlossen, dass im südlichen Steintor zwischen Sielwall und Lübecker Straße, Osterdeich und Vor dem Steintor Sperrflächen markiert werden sollen. Doch das sei im Winter leider nicht möglich, sagt AVB-Geschäftsführer Jens Tietjen. Damit das Material aushärten könne, müsse der Frost aus dem Boden raus sein. Die Arbeiten könnten folglich erst im Frühjahr beginnen.

Wie geht es weiter? Nach dem südlichen Steintor im Frühjahr soll es anschließend im nördlichen Steintor zwischen den Verkehrsachsen Humboldtstraße und Vor dem Steintor, Am Dobben und St.-Jürgen-Straße weitergehen.

Das vierte Areal ist laut Ortsamtsleiter Robert Bücking das Fesenfeld zwischen Humboldt- und Bismarckstraße. Zuletzt folgt das nördliche Ostertor zwischen Ostertorsteinweg und Eduard-Grunow-Straße.

Bücking, dem an einer schnellen Umsetzung der Markierungen gelegen ist, will auch durch eine Testfahrt feststellen lassen, ob alles funktioniert. Ein Feuerwehrfahrzeug soll abends durchs Milchquartier fahren. Der Termin für diese Kontrollfahrt stehe noch nicht fest, wahrscheinlich Ende Februar oder Anfang März.

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