Marktplatzplaudereien

Die Waffen der Frauen

Politiker sind auch nur Menschen. In unseren Marktplatzplaudereien greifen wir die kleinen, bunten Geschichten aus dem Politik- und Behördenalltag auf – Randnotizen, die für den Papierkorb zu schade sind.
08.08.2020, 05:09
Lesedauer: 1 Min
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Die Waffen der Frauen
Von Nina Willborn
Die Waffen der Frauen

Miriam Benz will nicht nur Holz kleinkriegen.

Privat

Frische Wäsche

Berge, gern genommen auch das Meer respektive Strände in allen Schattierungen: Motive, die der Ottonormalpolitiker wie alle anderen auch aus seinem Urlaub postet. Elisabeth Motschmann, Bremens CDU-Frau im Bundestag, bereicherte kürzlich die Dokumentation von Outdoor-Leben mit dem Beweis, dass dort wirklich alles möglich ist. Bügeln zum Beispiel. Wobei Motschmann das Glätten von Kopfkissenbezügen keinesfalls als Freizeit missdeutet haben möchte. Sie arbeite auch im Urlaub, im heimischen Garten, Ehemann Jens nebendran mit der Schaufel im Beet, teilte Motschmann ihren Followern mit. Möglich, dass die Aktion in Wahrheit ein Training war: Abbügeln will Frau Motschmann, selbstredend in faltenfreiem Outfit, am 26. August bei der Wahl zur Landesvorsitzenden der Frauen Union ihre Konkurrentin Miriam Benz. Die allerdings weiß sich stilsicher zu wehren, wie ihre Replik auf Motschmann beweist: auf High Heels mit der Axt.

Eiserne Lady

Die bekannteste Politikerin mit dem Zusatz „eisern“ ist die verstorbene britische Premierministerin Margaret Thatcher. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) macht sich neuerdings ebenfalls um den Titel „Eiserne Lady“ verdient, und zwar aufgrund ihres Arbeitsethos. Vogt ist vor ein paar Tagen das passiert, wovor sich jeder Radfahrer in Bremen fürchtet: Sie ist in die Straßenbahnschienen geraten und hat sich dabei die Hüfte gebrochen. Kaum ins Krankenhaus eingeliefert, funktionierte sie ihr Zimmer zum „Bed-Office“ um – zum Entsetzen des Personals, aber Wirtschaftspolitik macht sich ja nun mal nicht von selbst. Dass Vogt nicht gerade zimperlich mit sich selbst umgeht, bewies sie schon im Winter, als sie drei Tage nach einem Schulterbruch eisenhart zum Dienst erschien. Gute Besserung!

Nichtssagend

Das Wesen von Pressemitteilungen ist es, dass sie verschickt werden, wenn jemand etwas zu sagen hat. Insofern irritierend war eine Meldung der CDU-Stadtverordnetenfraktion Bremerhaven: Eine Mitarbeiterin des Vorsitzenden Thorsten Raschen teilte mit, dass dieser urlaubsbedingt keinesfalls irgendetwas sagen wolle, schon gar nicht irgendwelchen Journalisten. Etwaige Nachfragen dazu sollte übrigens Stellvertreter Ralf Holz beantworten.

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