Marktplatzplaudereien In der Ersten sieht man besser

Politiker sind auch nur Menschen. In unseren Marktplatzplaudereien greifen wir die kleinen, bunten Geschichten aus dem Politik- und Behördenalltag auf – Randnotizen, die für den Papierkorb zu schade sind.
02.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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In der Ersten sieht man besser
Von Jürgen Theiner

Doppelspitze

Vom Hinterbänkler an die Spitze der Fraktion – diesen beschwerlichen Weg beschreiten Parlamentarier am Beginn ihrer Karriere, und die wenigsten schaffen es bis ganz nach vorn. Bei den Grünen ist die Chance ab Januar immerhin doppelt so groß wie bisher, denn in der umgebauten Bürgerschaft werden sie künftig mit zwei Sitzen in der ersten Reihe vertreten sein. Auf diese Änderung pochen die Grünen schon länger. Fraktionschef Björn Fecker war es leid, allein an der Spitze der Grünen-Abgeordneten zu sitzen, während für SPD und CDU jeweils zwei Plätze in der Frontreihe der Abgeordnetenbänke reserviert sind. Die Bürgerschaftsverwaltung hat nun einen neuen Sitzplan ausgetüftelt, der den Wünschen der Grünen entspricht. Neben Fecker nimmt ab Januar voraussichtlich die Abgeordnete Henrike Müller Platz. Ganz ohne Gegenleistung gab es dieses Zugeständnis von CDU und SPD natürlich nicht. Auch sie erhalten einen weiteren Platz in Reihe eins.

Cäsarenwahn?

Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) hat sich jüngst der CDU-Abgeordneten Silvia Neumeyer offenbart. Sie gestand ein, dass sie sich manchmal ein bisschen seltsam vorkommt, wenn sie vor dem Zubettgehen im Garten steht und immerzu „Cäsar, Cäsar“ ins Dunkel der Nacht ruft. Manchmal fragt sie sich dann die deutscheste aller Fragen: „Was werden wohl die Nachbarn denken?“ Der Ruf ist allerdings kein Ausdruck übertriebener Machtfantasien einer bremischen Senatorin, sondern einfach die Aufforderung an den Hauskater, schleunigst ins warme Heim zurückzukehren. Silvia Neumeyer, obwohl bekennende Oppositionspolitikerin, empfindet allergrößtes Verständnis für die Senatorin. Auch deshalb, weil sie selber Katzen hat, die nachts lautstark aus der Nachbarschaft zurückgerufen werden müssen (und nicht immer auf Anhieb erscheinen). Ihre beiden Katzen heißen „Nelson“ und „Mandela“.

Irrtum des Jahres

Wer ahnte im Frühjahr, wie lange und intensiv die Corona-Seuche Deutschland und die Welt im Griff haben würde? Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) jedenfalls nicht. Ihr gebührt der Preis für den Irrtum des Jahres 2020. Mitte März ärgerte sie sich über die Entscheidung des Senats, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen zu untersagen. Vogt hielt das für viel zu drakonisch. In vier Monaten, so prophezeite sie auf Twitter, werde man lesen: „Viele Tote gab es woanders, Afrika vielleicht.“ Angesichts von zuletzt rund 1000 Toten täglich in Deutschland hat diese Prognose nicht ganz ins Schwarze getroffen.

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