Marktplatzplaudereien

Ha Te Te Pe Ess

Politiker sind auch nur Menschen. In unseren Marktplatzplaudereien greifen wir die kleinen, bunten Geschichten aus dem Politik- und Behördenalltag auf – Randnotizen, die für den Papierkorb zu schade sind.
08.05.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Ha Te Te Pe Ess
Von Nina Willborn
Ha Te Te Pe Ess

Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) hat nicht nur der Bürgerschaft, sondern auch bei Außenterminen gerne Papier in der Hand.

Frank Thomas Koch

Glückliche Arbeiter

So schade, dass jetzt Wochenende ist und keine Arbeit darauf wartet, erledigt zu werden: Wer das schon mal gedacht hat, gehört vielleicht zu den 48 Prozent der Bremerinnen und Bremer, die laut dem Jobportal „Indeed“ äußerst glücklich mit ihrem Broterwerb sind. Befragt nach der Zufriedenheit am Arbeitsplatz, hätten die Bremer 7,79 von zehn Punkten vergeben, teilte die Firma mit, im Vergleich der Bundesländer sei das der Höchstwert. Bremen, ein Hort der selig lächelnd an Schreibtischen, Supermarktkassen und Fließbändern, auf Baustellen und in Arztpraxen Arbeitenden also? Spitzenplätze in Tabellen aller Art gehören ja eher zum Selbstverständnis der Bayern, vielleicht kam der „Süddeutschen Zeitung“ diese Meldung deshalb seltsam vor. Auf Nachfrage der Münchner stellte sich heraus: Befragt worden waren exakt 18 Bremer Beschäftigte. Aber immerhin 8,64 von ihnen arbeiten offenbar wirklich gerne.

Senatoren gesucht

Apropos Arbeit: Dazu angetreten war in dieser Woche auch die Bürgerschaft. Unter anderem schrieb das Parlament am Donnerstagvormittag mehr Kinderrechte in die Landesverfassung – nicht ohne die Bekräftigung von vielen Seiten, die neuen Sätze im Paragrafen auch in die Tat umzusetzen. Am Donnerstagnachmittag sollte dann ein interfraktioneller Antrag zu einem Coronagipfel mit Experten für das seelische Kindeswohl verabschiedet werden. Das ging aber, wie die Liberalen Hauke Hilz und Birgit Bergmann anmerkten, zunächst nicht: Die Debatte musste angesichts verwaister Senatorenplätze unterbrochen werden.

Vom Blatt

Zwei weitere Erkenntnisse der Sitzungswoche: Digitale Sitzungsunterlagen sind nicht immer praktisch. Jedenfalls nicht, wenn sich das System gerade dann aktualisiert, wenn man wie Heiko Strohmann (CDU) den genauen Wortlaut einer offiziellen Frage nicht im Kopf hat. „Warten Sie bitte kurz, das lädt hier gerade“, bat er Senatorin Maike Schaefer (Grüne) um Geduld. Sie winkte lächelnd mit ihrer ausgedruckten Antwort und las entspannt vom Blatt, selbst eine darin enthaltene Internetadresse: „Ha Te Te Pe Ess Doppelpunkt...“ Und: Die Security in der ÖVB-Arena ist auf Zack. Das testete unfreiwilligerweise Frank Imhoff (CDU), der während einer Debatte eine Raucherpause einlegte, dabei aber die falsche Tür erwischte und den Feueralarm auslöste. Nach einigen Minuten Schrillen war wieder Ruhe.

Ente gut, alles gut

Carsten Meyer-Heder (CDU) ist seinen unfreiwilligen Balkonbesuch wieder los. Die Stockente, die sich dort zum Brüten niedergelassen hatte, wurde von ihm und seiner Frau jetzt samt ihrer Küken vorsichtig eingesammelt und ans Wasser gebracht. Mehr Tiergeschichten und sonstige Hinweise gerne per E-Mail an marktplatzplaudereien@weser-kurier.de.

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