Anlagen der Universität Bremen Sanierung der Uni-Sportanlagen nimmt Fahrt auf

Die Sanierung der maroden Uni-Sportstätten soll auf den Weg gebracht werden, damit der Sportstudiengang 2023/24 an den Start gehen kann. Während Grüne und Uni Perspektiven sehen, geht es der CDU zu langsam.
25.11.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Sanierung der Uni-Sportanlagen nimmt Fahrt auf
Von Pascal Faltermann

Fußball, Handball, Hockey oder ­Ultimate Frisbee – Sport ist derzeit auf den Anlagen der Universität Bremen nicht möglich. Im November darf durch den Corona-Beschluss von Bund und Ländern ohnehin kein Sportbetrieb stattfinden. Weil die Sportstätten aber so stark sanierungsbedürftig sind, wäre das auch ohne Corona nicht möglich. „Die Sanierung der maroden Uni-Sportstätten wird nun aber auf den Weg gebracht“, sagt Mustafa Öztürk, sportpolitischer Sprecher der Grünen, zu einem aktuellen Bericht für den Wissenschaftsausschuss, der an diesem Mittwoch tagt. Auch die Planungen, ein Sportstudium ab dem Wintersemester 2023/24 wieder einzuführen, würden nun Fahrt aufnehmen. Was die Sanierung insgesamt kosten wird, soll durch eine Machbarkeitsuntersuchung genauer herausgefunden werden.

Bislang gehen Universität und Behörden von einem finanziellen Bedarf von insgesamt 28 Millionen Euro aus. Davon sind für den Bereich der Sporthallen rund 14 Millionen Euro kalkuliert, für die Sportplätze circa 1,2 Millionen Euro. Die Kosten für eine Grundsanierung des Sportturms werden auf 12,7 Millionen Euro geschätzt. „Die kommunizierten Plankosten sind Ergebnis einer ersten groben Kostenschätzung von 2018“, sagt Uni-Kanzler Martin Mehrtens. Der konkrete Sanierungsbedarf könne erst bestimmt werden, wenn die genauen Bedarfe des neu einzurichtenden Faches Sport, des Schulsports und der Sportvereine feststehen. Also erst, wenn genau feststeht, wer wann und wie oft die Sportanlagen nutzt. Laut der Vorlage für den Wissenschaftsausschuss ist das nun geschehen. Auf dieser Basis sollen die genauen Kosten ermittelt werden, damit die Sanierung der Sportstätten ab dem Haushalt 2024 schrittweise umgesetzt werden kann.

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Nicht enthalten in den Kosten ist das Unibad. „Wir gehen davon aus, das gemäß dem Bremer Bäderkonzept das Unibad mit Eröffnung des Horner Bades geschlossen und nicht mehr saniert wird“, so Mehrtens. Zudem rechnet er damit, dass der Sportturm nur in Teilen für ein Fach Sport an der Universität benötigt wird. Der Uni-Kanzler sieht durch die Ausschussvorlage eine Perspektive für die universitären Sportanlagen, die einer verteilten Nutzung durch Universität, Schulen und Sportvereinen Rechnung trage.

„Die Sanierung der Uni-Sportanlagen ist für das geplante Sportstudium, aber auch für den Vereins- und Schulsport dringend nötig“, sagt Mustafa Öztürk. Dafür sei jetzt eine Perspektive da. Damit die Vereine und Schulen den Sportbetrieb aufrechterhalten können, müssten die maroden Sportstätten aber auch in der Zwischenzeit für die Nutzung instand gehalten werden. In den gerade beschlossenen Haushalten habe die Koalition Instandhaltungsmittel für die Uni bereitgestellt. „Diese müssen nun auch für absolut nötigen Arbeiten an den Sportanlagen genutzt werden. Die Vereine und Schulen brauchen Planungssicherheit“, so Öztürk.

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Neben der ab 2024 anvisierten Sanierung der Uni-Sportstätten kommen auch die Pläne für den Sportstudiengang voran. Für den geplanten Sportstudiengang soll laut dem Bericht noch bis Jahresende eine Expertenkommission ihre Arbeit aufnehmen. Deren Mitglieder sollen Vorschläge zum Fachprofil des Studiums und entsprechende Professuren erarbeiten.

„Leider erfahren wir durch die Vorlage nicht wirklich etwas Neues, was nicht seit eineinhalb Jahren bekannt ist“, sagt Susanne Grobien, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU. Es sei zwar eine Arbeitsgruppe Sportstätten gegründet worden und auch eine Expertenkommission zum Sportstudium solle noch in diesem Jahr tagen. Aber: „Der Prozess geht viel zu langsam und derweil vergammeln die Sportstätten weiter vor sich hin“, sagt Grobien. Viel passiert ist an den Sportanlagen der Universität tatsächlich nicht. Laut Kanzler Mehrtens ist im vergangenen Jahr eine Notreparatur der Klima- und Lüftungstechnik der Sporthallen für einen Notbetrieb erfolgt. Sanierungsmaßnahmen seien aber nicht initiiert worden.

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