Motive des Ortsteils auf seiner Internetseite Marßel in Bildern

Marßel. Volker Ryba hat eine Internetseite mit historischen und aktuellen Fotos von Marßel gestaltet. Die Bilder zeigen das Quartier früher und heute, aus der Vogelperspektive und zu allen vier Jahreszeiten.
02.04.2014, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Marßel in Bildern
Von Julia Ladebeck

Volker Ryba hat eine Internetseite mit historischen und aktuellen Fotos von Marßel gestaltet. Die Bilder zeigen das Quartier früher und heute, aus der Vogelperspektive und zu allen vier Jahreszeiten.

Wer Marßel noch aus den 1960er-Jahren kennt, wird sich vermutlich vor allem an die rege Bautätigkeit der damaligen Zeit erinnern: 1964 wurde das Marßeler Feld zu einer riesigen Baustelle. Das Neubaugebiet war Teil des sozialen Wohnungsbaus. Ein Wohnblock nach dem anderen wurde hochgezogen, Grünflächen wurden angelegt und ein Einkaufszentrum gebaut. Historische Bilder dokumentieren, wie Marßel früher aussah. Eine Auswahl ist auf der Internetseite www.marssel-pictures.de von Volker Ryba zu finden.

„Ich habe oft im Internet nach Bildern von Marßel gesucht. Viel gefunden habe ich nicht. Daraufhin kam mir die Idee, selbst eine Homepage mit Bildern zu erstellen“, erzählt Ryba. Mehr als 750 Ansichten vom Quartier und der Umgebung stehen mittlerweile auf seiner Seite. Der 47-Jährige Schlosser lebt bereits sein ganzes Leben lang in Marßel. „Ich bin hier irgendwie nie rausgekommen“, sagt er und betont: „Ich fühle mich hier wohl.“ Den schlechten Ruf, der Marßel immer noch anhafte, habe der Ortsteil längst zu unrecht.

Seine Eltern zogen mit Mitte 20 in die Landskronastraße; dort wuchs er auf. Seine erste eigene Wohnung hatte Volker Ryba dann in der Malmöstraße. Heute lebt er mit seiner Frau Tanja und dem zweijährigen Sohn Lucas in einem Reihenhaus in der Osloer Straße.

Rund 70 Bilder aus den 60er und 70er-Jahren sind auf Rybas Internetseite zu sehen. Einige Fotos hat er von seinen Eltern bekommen, andere im Hamburgischen Architekturarchiv gefunden. Freunde und Bekannte steuerten weitere bei. Als er die Internetseite Anfang Januar 2010 freischaltete, meldeten sich Marßeler und stellten ihm noch mehr Bilder zur Verfügung.

Von Edo Wellmann stammen beispielsweise Luftaufnahmen. Sie waren 2009 bereits Teil einer Ausstellung, die im Einkaufszentrum gezeigt wurde. Bilder der Villa von Johannes Pellens hat er von einer Frau bekommen, die als Kind in dem Haus lebte. Auch Fotos von Veranstaltungen, Menschen in den Straßen, die damals noch Matschpisten ähnelten, dem Marßeler Wald beziehungsweise Pellens Park und andere Motive geben Einblicke, wie es in Marßel früher einmal war.

Ein Foto zeigt zwei Schilder mit der Aufschrift „Großbaustelle“. Sie stehen an der Straße, die ins Neubaugebiet führt. Auf einem anderen ist die Texaco Tankstelle an der Stockholmer Straße zu sehen. Ein weiteres Motiv ist ein Hubschrauber, der mitten auf dem Helsingborger Platz gelandet ist – das Bild dokumentiert einen Rettungseinsatz.

Dass die Internetseite bei den Besuchern gut ankommt, zeigen die Einträge im Gästebuch. „Fast eine Stunde habe ich mir Fotos angeschaut! Gefällt mir!“, schreibt eine Nutzerin, und weiter: „Schon lange denke ich darüber nach, wie groß die Botanik hier gewachsen ist. Die Bäume überragen teilweise schon die Blöcke. Das hätten die Kinder in den frühen 70er-Jahren auch gern gehabt.“ Eine andere Frau, die in den USA lebt, kommentiert: „Echt toll, mein Heimatland mal wieder zu sehen. Ich bin seit 24 Jahren in Amerika und habe ab und zu Heimweh. Danke für die Bilder, ich habe mich echt gefreut.“ Die historischen Fotos hat Volker Ryba durch aktuelle Aufnahmen vom Ortsteil und der Umgebung ergänzt. „Die habe ich fast alle selbst gemacht“, erzählt er. Sogar auf die Dächer mehrerer Hochhäuser ist er dafür gestiegen. Das Ergebnis sind Eindrücke vom Quartier aus der Vogelperspektive und zu allen Jahreszeiten. Auch den Bau des Vereinsheims der Sportgemeinschaft Marßel hat er dokumentiert. Und dazu Bilder vom Bau der Lesum-Brücke in Burg und vom früheren Heidbergbad geschossen, das zu dem Zeitpunkt längst verwildert war.

„Mir macht das Fotografieren einfach Spaß“, sagt er, „und die Internetseite ist ein Hobby“. Das sei zwar in den vergangenen zwei Jahren seit der Geburt von Sohn Lucas etwas kurz gekommen. Doch künftig will er die Internetseite wieder intensiver pflegen. „Wer noch alte Bilder von Marßel hat, kann über die Internetseite gerne Kontakt zu mir aufnehmen. Ich freue mich über weitere Fotos“, sagt Ryba.

Die Seite von Volker Ryba ist unter der Adresse www.marssel-pictures.de im Internet zu finden.

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