Bremer Überseestadt Massenandrang beim Red-Bull-Flugtag

Der Red-Bull-Flugtag im Bremer Europahafen zog rund 50.000 Besucher an. Für die Zuschauer war das Flugspektakel der selbst gebastelten Flieger vor allem ein Schauspiel mit viel Schadenfreude.
01.07.2018, 19:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Pascal Faltermann und Alice Echtermann

Die Straßenbahnen gerammelt voll, rund um das Hafenbecken war kein Durchkommen mehr und selbst die letzten Plätze auf den Balkonen der Wohnungen am Europahafen waren belegt. Der Red Bull Flugtag in der Bremer Überseestadt zog die Besuchermassen an. Es waren laut Schätzungen der Polizei rund 50.000 Besucher, die im Durchlauf den Weg zu dem Flugspektakel gefunden haben. Für die Zuschauer war es vor allem ein Schauspiel mit viel Schadenfreude. Zwischen Sensationslust und schallendem Gelächter haben die zahlreichen Menschen Spaß an den Hobbypiloten mit ihren abstürzenden Flugobjekten.

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Ob Bruchlandungen bereits auf der Rampe, stilvolle Sturzflüge, waghalsige Sprünge oder chaotische Flugphasen – am Ende gingen alle Teilnehmer baden. Das Team „Trans Atlanticos“ gewann mit mehr als 19 Metern Weite den Wettbewerb mit einer lockeren Flugshow. Pilot Brian Warnatsch steuerte ein Flugobjekt, welches an die legendäre „Junker“ und ihren Transatlantikflug erinnerte.

Viel los in Bremen

Mit dem Gröpelinger Sommer, dem Erdbeerfest in Habenhausen, dem Tag der offenen Tür in der Waterfront oder dem Ladies Run in der Innenstadt war am Sonntag in Bremen jede Menge los. Laut der Polizei sind alle Veranstaltungen ruhig und friedlich abgelaufen. Es kam zu keinen schweren Vorkommnissen. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bot sogar zusätzliche Fahrten zum Europahafen an, Umleitungen wegen des Ladies Runs in der Innenstadt kamen allerdings hinzu. Den größten Andrang gab es aber beim Flugtag im Europahafen – ein Veranstaltung, die den Spagat zwischen Werbe-Event und Unterhaltungsshow gerade so schaffte.

Waren die Menschen dann im Europahafen angekommen, sahen sie eine 45 Tonnen schwere Flugrampe, die auf Pontons im Wasser schwamm. Laut einer Sprecherin muss die Absprungschanze für die 40 teilnehmenden Teams und ihre selbstgebauten Fluggeräte einen Tidenhub von 4,5 Metern kompensieren. Es habe fast drei Wochen gedauert, bis die Rampe aufgebaut war. Für den Wettbewerb ragte sie sechs Meter auf dem Wasser, zudem gibt es eine Absprungkante, damit sich die Piloten nicht verletzen. Bis zum Ende des Hafenbeckens waren es dann 120 Meter, die die Flugkapitäne zurücklegen könnten – das schaffte natürlich keiner der Teilnehmer in Bremen. Bei weltweit 161 Wettbewerben dieser Art liegt der Rekord laut den Veranstaltern bei 70 Metern.

„Trans Atlanticos“ gewinnen

In der Weser wurden die Fluggeräte und Piloten vom Technischen Hilfswerk (THW) und den Rettungsschwimmern des Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) in Empfang genommen. Wenn die Flugobjekte durch den Aufprall zerstört wurden, sammelten die THW-Helfer die Bruchteile ein und trennten den Müll.

An den Start gingen skurrile und kuriose Teilnehmer. In bunten Kostümen tanzten und sprangen sie zur Musik, bevor sie ihre Fluggeräte werbewirksam vor Werbebannern hinunter ins Wasser stürzten. So hatten beispielsweise die Frauen vom ATSV Habenhausen um Pilotin Christine Köster einen fliegenden Mettigel aus Bauschaum und Kaninchendraht gebaut. Eine Jury bewertete nicht nur, wer sich am längsten in der Luft hält und am weitesten fliegt, sondern auch die Kreativität und eine Show vor dem Flug. Hinter den Gewinnern von „Trans Atlanticos“ belegte das Team „Geile Pizza“ aus Nordrhein-Westfalen mit einem überdimensionierten, fliegenden Pizzakarton und Flieger Frank Bentlage den zweiten Rang. Ebenfalls aufs Siegertreppchen schaffte es das „Team Bärlin“ mit Pilotin Ulrike Maly – Platz drei.

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Das Fliegen war zwar ein bisschen Nebensache beim Flugtag, aber die vier Bremer vom Team „La Maquina Con Carne“ waren trotzdem ehrgeizig. Schließlich arbeiten sie alle in der Luftfahrtbranche. Nicht mehr wichtig war ihre Panne mit einem falsch konstruierten linken Flügel.

Gleich als zweites Team starteten die jungen Ingenieure in den Wettkampf. Marta Garcia Ruiz, Roman Nikitin und der Pilot Amr Fadhel steckten in Kuhkostümen; Pablo Bermudez hatte sich eine blutbefleckte Fleischerschürze umgebunden. Schauspielerisch gaben sie auf der Rampe eine kleine Geschichte zum Besten.

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