Kommentar über Armut in Bremen

Masterplan gegen Armut und soziale Spaltung muss her

Bremen braucht einen Masterplan gegen Armut und die soziale Spaltung der Stadt. Bürgermeister Andreas Bovenschulte sollte dies zur Chefsache erklären, meint Sabine Doll.
05.02.2020, 21:06
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Masterplan gegen Armut und soziale Spaltung muss her
Von Sabine Doll
Masterplan gegen Armut und soziale Spaltung muss her

Verarmte Menschen suchen im Müll nach Pfandflaschen – auch in Bremen häufig zu sehen.

Martin Schutt/DPA

Armut hat in Bremen ein erschreckendes Ausmaß angenommen: Fast jedes dritte Kind lebt in einem Haushalt, der auf Hartz IV angewiesen ist. Drei Viertel der Bremerinnen und fast die Hälfte der Bremer, die 2018 erstmals Rente erhielten, bekamen eine Altersrente unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Fast jede(r) Vierte in Bremen gilt als arm. Die Folgen finanzieller Armut wirken sich auf Bildung, Gesundheit, Zugang zu sportlichen und kulturellen Freizeitangeboten, zu preiswertem Wohnraum und auf die Lebenserwartung aus. Die Spaltung zwischen Arm und Reich reicht immer tiefer.

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Bremen hat bereits einige Projekte wie eine Quote für Sozialwohnraum, Gesundheitsfachkräfte an Schulen, Projekte für Langzeitarbeitslose oder Gesundheitszentren in Quartieren angestoßen. Das reicht aber nicht. So leidenschaftlich in Bremen über holprige Radwege und die Entwicklung der Innenstadt debattiert wird, umso notwendiger ist ein Masterplan gegen Armut und die soziale Spaltung der Stadt. Dem Senat und seinem Präsidenten, Andreas Bovenschulte, stünde es gut zu Gesicht, dies in die Hand zu nehmen und zur Chefsache zu erklären.

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