Schüler hatten Aufgaben kritisiert

Mathematik-Abitur in Bremer Grundkursen wird besser bewertet

Gute Nachrichten für die Abiturienten in Bremen: Die Klausuren im Fach Mathematik werden besser bewertet. Doch nicht durchweg.
05.06.2019, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Mathematik-Abitur in Bremer Grundkursen wird besser bewertet
Von Marcel Auermann
Mathematik-Abitur in Bremer Grundkursen wird besser bewertet

Im Mai hatten sich in mehreren Bundesländern Schüler über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben im Mathematik-Abitur beschwert.

Felix Kästle/dpa

Gute Nachrichten für die Abiturienten in Bremen: Die Grundkurs-Klausuren im Fach Mathematik werden besser bewertet. Das teilte die Sprecherin des Bremer Bildungsressorts, Annette Kemp, am Mittwoch mit. Eine erste Auswertung von korrigierten Mathe-Klausuren zeige, dass der Notendurchschnitt in den Grundkursen rund zwei Punkte (ausgehend von 15 Punkten) schlechter sei, als in den vorherigen Jahren. Eine Experten-Gruppe mit Vertretern der Schul- und Oberstufenleitungen, Fachberatungen Mathematik und der Behörde habe sich mit den Aufgaben beschäftigt und teile die Ansicht, dass für die anspruchsvollen Grundkurs-Aufgaben die Bearbeitungszeit zu knapp gewesen sei. –

Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) kündigte vor diesem Hintergrund an, schnell eine entsprechende Anpassung des Bewertungsschlüssels vorzunehmen. Für die Grundkurs-Schüler bedeute dies, dass ihre Klausuren besser bewertet werden als ursprünglich geplant. Bei den Leistungskursaufgaben sieht die Sache anders aus. Die Mathe-Abiturklausuren in diesem Bereich bewerten die Experten zwar als anspruchsvoll, aber durchaus angemessen. In diesem Fall werde es nach Angaben von Annette Kemp keine Anpassung geben.

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„Wir können so gewährleisten, dass die betreffenden Schülerinnen und Schüler insbesondere im Vergleich zu den Abiturientinnen und Abiturienten der vergangenen Jahre nicht benachteiligt werden“, sagte Claudia Bogedan. Zudem gebe es für alle Schüler in Grund- und Leistungskursen im Land Bremen die Möglichkeit, ihre schriftliche Note in einer mündlichen Nachprüfung zu verbessern.

Damit handelt Bremen ähnlich wie Hamburg. Auch dort wird der Bewertungsschlüssel geändert. In einem Schreiben der Schulbehörde an die Hamburger Schulen heißt es: Bei der Festlegung von Notenpunkten gilt: 85 Bewertungseinheiten entsprechen jetzt 100 Prozent der zu erbringenden Leistung. Damit reichen für 15 Punkte in der schriftlichen Prüfung 81 sogenannte Bewertungseinheiten. In Hamburg hatten ebenfalls Zwischenergebnisse bestätigt, dass zwei der vier Mathematik-Abituraufgaben des grundlegenden Niveaus zu schwer gewesen seien.

Schwierig, aber nicht zu schwierig, lautet die Devise im Nachbarbundesland Niedersachsen. Trotz Schülerkritik am Mathe-Abitur sieht Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zwar weiteren Diskussions-, aber keinen akuten Handlungsbedarf. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass die Aufgaben anspruchsvoll, aber lösbar gewesen seien, sagte er am Mittwoch in Hannover. Zugleich gab Tonne eine Verschlechterung des landesweiten Gesamtschnitts bekannt. Über alle Schulformen und Anforderungsniveaus liege er im Fach Mathematik nach noch vorläufigen Zahlen bei 6,4 Notenpunkten (Vorjahr: 6,8). "Wir haben eine vergleichsweise geringe Verschlechterung. Wenn man das auf Noten übertragen möchte, wäre man von einer 3 minus auf eine 4 plus gerutscht", sagte er.

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Tonne kündigte im Nachgang eine ausführliche Manöverkritik an. Bei der Kultusministerkonferenz an diesem Donnerstag in Wiesbaden werde das Mathe-Abi ein Thema sein. Neben Bremen und Niedersachsen gehören auch Bayern, Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und das Saarland zu den Bundesländern, in denen die Aufgaben des Mathe-Abis kritisiert wurden. Schüler beschwerten sich Anfang Mai mit Online-Petitionen über die Prüfungen. Innerhalb kürzester Zeit wurden diese von mehreren Zehntausenden Mitstreitern unterstützt. "Die gestellten Aufgaben sind unverhältnismäßig schwer, sie sind zu lang, zu unverständlich und kompliziert formuliert gewesen", hieß es etwa in der Bremer Petition.

++ Der Artikel wurde um 19.15 Uhr aktualisiert. ++

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