Vahr Medienbox zur Sprachförderung

Die Stadtteilbibliothek Vahr hat zwei Übergangswohnheimen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) je eine Medienbox ausgeliehen. Diese sollen den in den Heimen untergebrachten Flüchtlingen helfen, die deutsche Sprache zu lernen.
25.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Hasan Gökkaya

Die Stadtteilbibliothek Vahr hat den Übergangswohnheimen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Bardowickstraße und der Ludwig-Quidde-Straße jeweils eine mit 44 Medien gefüllte Medienkiste als Dauerleihgabe überlassen. In jeder Medienbox steckt Literatur zum Lesen und Sprachelernen, darunter sogenannte Tiptoi-Bücher mit Lesestift, Wimmelbücher zu Bremen, Bilderwörterbücher für Kinder und Erwachsene, aber auch spezielle Lektüre zum Thema „Neu in Deutschland“ mit entsprechenden Wörterbüchern.

„Die Medienbox kann drei Monate hier bleiben, danach werden wir fragen, ob etwas Neues gebraucht wird oder welche ausgetauscht werden müssen“, erklärt Mareike Strechel. „Anschließend werden wir die Leihzeit der Box einfach wieder für drei Monate verlängern“, kündigt die 24-jährige bibliothekspädagogische Mitarbeiterin der Stadtteilbibliothek Vahr an. Das Ziel sei, so Strechel, den Flüchtlingen im Heim das Erlernen der deutschen Sprache mit Hilfe spezieller Literatur zu erleichtern.

Nachdem die Mittel dafür vom Senator für Kultur bereitgestellt worden sind, hat die Stadtbibliothek Bremen die Aufteilung der Kisten koordiniert. Weil es in diesem Bereich zwei Awo-Übergangswohnheime gibt, war die Stadtteilbibliothek Vahr für die Übergabe zuständig. Strechel war in der Ludwig-Quidde-Straße die Überbringerin und auch bei der Auslieferung der Medienbox in der Bardowickstraße einige Tage zuvor dabei gewesen.

Dort hatten in den Sommerferien Mitarbeiter der Bibliothek das Heim besucht, um dort wöchentlich für eine Stunde mit den Flüchtlingskindern zu spielen und Bücher zu lesen. Und im Gegenzug statteten die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteilbibliothek Vahr einen Besuch ab. Das war die passende Gelegenheit, um die erste Medienbox ans Übergangswohnheim in der Bardowickstraße zu übergeben. „Diese Literatur ist ein sehr guter Einstieg, und der Zugang zu Büchern wird gefördert“, sagt Mareike Strechel, die selbst in der Vahr lebt. „Natürlich erhoffen wir uns dadurch auch, dass die Heimbewohner öfter den Weg zu uns in die Bibliothek finden.“ Besonders gefreut habe sie, dass am Tag der Übergabe auch das Interesse der Besucher groß gewesen sei. Die angebotene Möglichkeit, sich kostenlos einen Bibliotheksausweis ausstellen zu lassen, hätten gleich mehrere Heimbewohner genutzt. Ein kleines Mädchen lieh sich sogar ihr erstes Buch aus. Die Gewoba unterstützte die Aktion und stellte zwei Taxis zur Verfügung, mit denen die Besucher zur Bibliothek und zurück ins Heim gefahren wurden. „Sehr erfreut und sehr dankbar“ über die Medienbox äußert sich Moussa Dieng als Heimleiter des Übergangswohnheims in der Ludwig-Quidde-Straße. Er weiß solche Momente zu schätzen, denn sie seien selten.

Eine seltene Unterstützung

Der 31-Jährige aus Findorff ist für das größte Wohnheim der Awo in Bremen zuständig. Mehr als 260 Menschen würden derzeit in der Einrichtung in der Ludwig-Quidde-Straße betreut, sagt er. Die meisten seien Kriegsflüchtlinge aus Syrien, viele würden aber auch aus Afrika und anderen arabischen Ländern stammen.

„Es passiert leider nicht mehr oft, dass Leute auch auf uns zukommen, die Haltung gegenüber Flüchtlingen ist derzeit einfach zu negativ geprägt“, sagte Dieng. „Egal, wo wir die Heimbewohner anmelden wollen, wir werden leider oft einfach ungerne gesehen. Deshalb sind wir besonders erfreut über diese Aktion, bei der die Leute einfach auf uns zukommen.“

Mit nur zwei Sprachvermittlern, also Übersetzern, die die meist gesprochenen Sprachen in den Heimen beherrschen, müssten die Übergangsheime die vielen bürokratischen Aufgaben bewältigen. Dieng weiß, dass viele der Flüchtlinge Analphabeten sind. Trotzdem bekräftigte er den Nutzen der Medienbox. Vor allem bei der täglichen Betreuung fördere die spezielle Lektüre Lernprozesse. „Wir haben eine Mitarbeiterin, die sic

h um die Mal-, Sport- und Kindergruppen kümmert. Alleine ihr wird die Medienbox mit Sicherheit sehr bei ihrer Arbeit helfen“, glaubt Dieng.

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