Marum an der Uni wird gefördert Meeresforschung in Bremen bleibt "exzellent"

Das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen hat sich mit seiner Bewerbung für die Exzellenzcluster durchgesetzt und kann sich ab Januar 2019 über weitere Förderung freuen.
27.09.2018, 16:41
Lesedauer: 3 Min
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Meeresforschung in Bremen bleibt
Von Lisa-Maria Röhling

Das Zentrum für marine Umweltwissenschaften (Marum) der Universität Bremen wird ab 1. Januar 2019 durch die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Donnerstag in Bonn bekannt. Damit ist das Bremer Meeres- und Tiefseeforschungsinstitut eines von insgesamt 57 sogenannten Exzellenzclustern, die von der Expertenkommission aus Wissenschaftlern für eine Förderung ausgewählt wurden.

Das Marum ist eine der weltweit bedeutendsten Meeresforschungseinrichtungen. Mit dem Forschungsschwerpunkt „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ konnten die Forscher nun das Gremium der DFG überzeugen. Ab Januar 2019 sollen die Meereswissenschaftler für insgesamt sieben Jahre bezuschusst werden. Schon 2007 konnte sich das Institut der Uni Bremen im Wettbewerb um die Exzellenzcluster durchsetzen. Insgesamt waren 88 Anträge für die sogenannte Clusterförderung, mit der einzelne Forschungsvorhaben verschiedener Universitäten unterstützt werden, eingegangen. In der Exzellenzstrategie sind für diese Projekte 385 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen, 75 Prozent zahlt der Bund, ein Viertel die Länder. Wieviel künftig davon nach Bremen gehen soll, stand am Donnerstag noch nicht fest.

„Das ist ein großartiger Erfolg“, sagte Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. Durch die gute Zusammenarbeit von exzellenten Einzelwissenschaftlern habe das Marum erfolgreich sein können. Auch die sehr relevante Fragestellung des Forschungsvorhabens habe dazu beigetragen. Trotzdem, so Scholz-Reiter, gebe es einen kleinen Wermutstropfen: Mit der Förderung des Marum beeinflusst die Uni Bremen nicht ihren Status als Exzellenzuniversität. Diesen Titel, den momentan elf deutsche Spitzenforschungseinrichtungen tragen, darf sie nur noch bis Ende 2019 führen. Denn mit der neuen Exzellenzstrategie, die die vorherige Exzellenzinitiative ablöst, wären für diesen Titel zwei Exzellenzcluster pro Universität notwendig. Mit dem Marum gibt es allerdings nur eines dieser Cluster in Bremen. Vier weitere Kandidaten der Uni Bremen waren bereits im September 2017 ausgeschieden. Erst in sieben Jahren hat die Universität erneut die Chance, mit zwei Clustern den Titel „Exzellenzuniversität“ zurückzugewinnen.

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Somit war Scholz-Reiter über die Entscheidung der DFG erleichtert: „Uns fallen viele Steine vom Herzen.“ Auch Marum-Direktor Michael Schulz begrüßte das Wettbewerbsergebnis. Er erklärte, dass das Exzellenzcluster auch eine Sichtbarkeit für die Region schaffe. Damit könne nun ein neues Kapitel in der Ozeanforschung aufgeschlagen werden.

Die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) war als stellvertretende Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftsministerkonferenz (GWK) bei der Präsentation der Ergebnisse in Bonn dabei. „Die Bremer Meeresforschung hat sich in einem wissenschaftlichen Wettbewerb mit großer Konkurrenz durchgesetzt“, erklärte sie. Damit zeige sich, dass die Uni Bremen für die Weiterentwicklung exzellenter Forschung den richtigen Weg beschritten habe.

Auch Vertreter der Bremer Bürgerschaftsfraktionen lobten den Erfolg des Marum. Der wissenschaftspolitische Sprecher der SPD, Arno Gottschalk, erklärte, er sei stets optimistisch gewesen, dass das Forschungsinstitut im Wettbewerb punkten werde. „Die Entscheidung der Expertenkommission für den Antrag der Meereswissenschaftler ist zugleich eine Auszeichnung für die Uni Bremen und den Wissenschaftsstandort Bremen insgesamt: Bremen bleibt Standort anerkannt exzellenter Forschung.“

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Henrike Müller, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, betonte die Leistung der Wissenschaftler: „Diese Förderung ist eine hervorragende Anerkennung der bisherigen ausgezeichneten Forschungsleistungen am Marum und eröffnet die Möglichkeit für neue wichtige Erkenntnisse in der Tiefseeforschung.“ Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Susanne Grobien, betonte, wie wichtig das Marum bei der Bewerbung für die nächste Exzellenzrunde sei: „Das Marum ist ohne Frage das Flaggschiff des Exzellenzstandortes Bremen“. Markus Buhlert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, sagte, es sei erfreulich, dass die Exzellenz des Marum weiter anerkannt werde. „Sie kann und wird Kern für die Bewertung der Universität in der nachfolgenden Periode sein.“

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Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, zeigte sich erfreut über den Bremer erfolgt, kritisierte aber auch die Exzellenzinitiative. Sie setze Universitäten in Konkurrenz zueinander, fördere Befristungen und stehe einer verlässlichen Stärkung der Hochschulen entgegen. Zusätzlich sei es weiterhin eine wichtige Aufgabe für Bremen, die Fördergelder, die nach dem Auslaufen des Exzellenzstatus der Uni nicht mehr zur Verfügung stehen, auszugleichen.

(Dieser Artikel wurde um 21.46 Uhr aktualisiert.)

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