Schaustellerbund würdigt Bedeutung des Bremer Weihnachtsmarkts

Mehr als Glühwein

Bremen. „Der Bremer Weihnachtsmarkt ist ein Gesamtkunstwerk“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB). „Hier inmitten der historischen Kulisse mit Dom, Rathaus und Roland ist es einfach wunderbar.
19.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von KATHARINA REDANZ
Mehr als Glühwein

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes.

Frank Thomas Koch

„Der Bremer Weihnachtsmarkt ist ein Gesamtkunstwerk“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB). „Hier inmitten der historischen Kulisse mit Dom, Rathaus und Roland ist es einfach wunderbar.“ Unter seinen Schaustellerkollegen findet er damit nur Zuspruch. Am Donnerstag Abend hat der traditionelle Glühwein-Stammtisch des DSB erstmals in Bremen stattgefunden. Eingeladen waren neben den Schaustellern auch Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreter der Kirchen.

Seit zwölf Jahren gastiert der Stammtisch des weltgrößten Schaustellerverbandes jedes Jahr in einer anderen Stadt. „Und bei rund 2500 Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland können wir das auch noch länger so weiter führen“, sagt Ritter erfreut. Ohne die Schausteller allerdings wären Weihnachtsmärkte wie der in Bremen nicht möglich, betont Ritter: „Die Schausteller sind Menschen mit jahrzehntelanger Erfahrung, den notwendigen Maschinen und vor allem sind sie diejenigen, die den Einsatz zeigen.“ Dies sei auch der Grund, weshalb es den alljährlichen Stammtisch gebe: „Wir möchten die Politik darauf aufmerksam machen, dass die Schausteller die tragende Säule des Weihnachtsmarktes sind.“

Die Weihnachtsmärkte boomen: Sie locken bundesweit rund 80 Millionen Besucher an, viele davon aus dem Ausland – ein Boom, der auch in Bremen zu spüren ist, sagt Rudolf Robrahn, erster Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbands und selbst Schausteller in vierter Generation. Der Bremer ist mit Gastronomieständen und Fahrgeschäften unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt, dem Freimarkt und der Osterwiese vertreten. Er lebt für seinen Job. Dennoch möchte er, dass seine Töchter sich eine andere Arbeit suchen: „Der Beruf wird immer härter und unsicherer.“

Robrahn setzt sich für faire Rahmenbedingungen für die Schausteller ein: „Mit dem Mindestlohn kommt schon die nächste Herausforderung auf uns zu“, sagt er. Der Verband berät und begleitet die Schausteller und sorgt vor allem dafür, dass traditionelle Volksfeste wie Freimarkt und Weihnachtsmarkt erhalten bleiben. „Wir behandeln die Veranstaltungen wie ein rohes Ei“, sagt Robrahn, „damit sie auch in Zukunft bestehen können und nicht zu irgendeinem Event verkümmern.“

Der Bremer Weihnachtsmarkt hat eine jahrhundertelange Tradition: „Mit dem historischen Weihnachtsmarkt und dem Mittelaltermarkt an der Schlachte haben wir zwei Kontraste, die sich optimal ergänzen“, sagt Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Das sieht auch Albert Ritter vom Schaustellerbund so: „Ich sehe den Bremer Weihnachtsmarkt definitiv unter den Top drei in ganz Deutschland.“

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