Kitas und Schulen

Mehr Geld für Grundschullehrer und Erzieher in Bremen

Momentan werden Grundschullehrer schlechter bezahlt als Gymnasiallehrer. Das soll sich künftig laut einem Senatsbeschluss ändern. Auch Erzieher in belasteten Stadtteilen sollen besser entlohnt werden.
12.03.2019, 14:03
Lesedauer: 3 Min
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Mehr Geld für Grundschullehrer und Erzieher in Bremen
Von Lisa-Maria Röhling
Mehr Geld für Grundschullehrer und Erzieher in Bremen

Künftig sollen alle Lehrkräfte in die Besoldungsgruppe A 13 eingruppiert werden.

Mohssen Assanimoghaddam

Grundschullehrer sollen künftig genauso viel verdienen wie Lehrer an weiterführenden Schulen. Zudem sollen Erzieherinnen und Erzieher in belasteten Stadtteilen der Stadt Bremen mehr Geld für ihre Arbeit bekommen. Diese beiden Maßnahmen hat der Senat am Dienstag beschlossen. „Wir brauchen qualifiziertes Personal für gute Bildung“, erklärte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) den Schritt. Denn mit der besseren Entlohnung von Lehrkräften und Erziehern erhofft sich die Bildungssenatorin auch, dem Fachkräftemangel in Kitas und Schulen entgegenzuwirken und die Lehrer- und Erzieherberufe attraktiver zu gestalten. „Mehr Qualität kann nur gelingen, wenn wir die offenen Stellen auch besetzen.“

Der Fachkräftemangel sorgt in Bremen immer wieder fürProbleme: Aktuell fehlen an Bremer und Bremerhavener Schulen 34 Lehrer. Bei der frühkindlichen Erziehung sieht es in der Stadt Bremen nicht besser aus: Beim kommunalen Träger Kita Bremen sind momentan nach Angaben des Bildungsressorts 90 Stellen nicht besetzt. Das bringt auch den Kita-Ausbau immer wieder ins Stocken, weil für neu geschaffene Betreuungsplätze das Personal fehlt. Dem will der Senat mit der besseren Bezahlung von Grundschullehrkräften und besonders belasteten Erziehern entgegenwirken.

Im Schnitt 480 Euro mehr

Die erste Maßnahme des Senats ist vor allem fürGrundschullehrer in Bremen und Bremerhaven eine gute Nachricht: Bis 1. August 2021 sollen alle verbeamteten Lehrkräfte in die Besoldungsgruppe A 13 (Einstiegshalt: 4063,81 Euro pro Monat) eingeordnet sein. Davon profitieren nach Angaben des Senats knapp 1400 Lehrkräfte, viele sind Grundschullehrer, die momentan in einer niedrigeren Besoldungsklasse als beispielsweise Gymnasiallehrer eingruppiert sind.

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„Ich freue mich sehr, dass wir Lehrkräften in Grundschulen nun auch mit der Besoldung die Wertschätzung entgegenbringen können, die sie verdienen“, sagte Bildungssenatorin Bogedan. Auch einige Lehrkräfte an weiterführenden Schulen, die durch eine frühere Lehrtätigkeit an Haupt- oder Realschulen schlechter bezahlt wurden, sollen künftig das gleiche Gehalt wie ihre Kollegen bekommen. Im Schnitt bedeutet das eine Gehaltserhöhung für Lehrer in Vollzeitstellen von knapp 480 Euro. Eine Tariferhöhung für alle verbeamteten Lehrkräfte geht damit nicht einher.

Mit der zweiten Maßnahme will der Senat Kitas in sozial schwächeren Stadtteilen Bremens stärken: Dort sollen Erzieher künftig wegen der höheren Arbeitsbelastung mehrGeld bekommen. Festgemacht wird das für kommunale Einrichtungen am entsprechenden Sozialindex des jeweiligen Stadtteils. „In Einrichtungen mit schwierigem Umfeld ist die Belastung besonders hoch“, erklärte Bogedan. Konkret sollen dort neue Entgeltregeln angewendet werden, nach denen die Mitarbeiter in den betreffenden Kitas mit einer höheren tariflichen Eingruppierung belohnt werden. Schon ab 1. April 2019 ist laut Senat die bessere Bezahlung von 630 Erziehern in knapp 41 Einrichtungen von Kita Bremen vorgesehen. Das sind knapp 60 Prozent aller Beschäftigten des kommunalen Trägers.

"Da brauchen wir eine gute Lösung"

Für weitere 96 Kitas in freier Trägerschaft könnten diese Regelungen nach weiteren Verhandlungen ab dem 1. August 2019 gelten. Dort wären 670 Mitarbeiter betroffen. Dafür müssen allerdings zunächst Möglichkeiten geprüft werden, inwiefern Tarifregelungen für kommunale Einrichtungen auf die der freien Träger angewendet werden können.

Mit dem Beschluss wird ein Punkt der Bremer Erklärung „Gute Arbeit in Kitas“ umgesetzt, die der Senat im vergangenen Herbst mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi abgeschlossen hatte. Christian Gloede, Sprecher der GEW in Bremen, begrüßt die Entscheidungen des Senats. Das sei vor allem für die meist weibliche Belegschaft in Grundschulen und Kitas wichtig: „Das ist ein deutliches Zeichen für die Aufwertung von Frauenarbeit.“ Offen bleibt die Situation der angestellten Lehrkräfte, die nicht verbeamtet sind: „Da brauchen wir eine gute Lösung“, so Gloede weiter.

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Die einheitliche Besoldung der Lehrkräfte kostet das Land Bremen in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro, bis 2022 steigen die Kosten auf 9,2 Millionen Euro pro Jahr. Für die höhere Eingruppierung der Erzieher hingegen rechnet die Stadt Bremen mit einem Budget von 2,82 Millionen Euro für 2019, ab 2020 sollen es knapp 4,8 Millionen Euro pro Jahr sein.

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