Neuer Wintergarten in der Seniorenwerkstatt der Egestorff-Stiftung eingeweiht Mehr Licht und Raum für weitere Ideen

Tenever. Eng sitzen 50 Gäste in der Seniorenwerkstatt der Egestorff-Stiftung, andere stehen im Eingang und in den wenigen Lücken zwischen Stühlen und Tischen. Reden sind gehalten, die Schülerfirma "Kostbar" steht bereit, duftende Suppe mit Einlage und Beilage zu servieren. Barbara Heller, die Leiterin der Seniorenwerkstatt, stimmt aber erst noch mit allen gemeinsam zwei Lieder an. Schließlich wird gefeiert: Anlass ist der helle Wintergarten, der nach monatelangen Baumaßnahmen fertiggestellt worden ist.
11.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Tenever. Eng sitzen 50 Gäste in der Seniorenwerkstatt der Egestorff-Stiftung, andere stehen im Eingang und in den wenigen Lücken zwischen Stühlen und Tischen. Reden sind gehalten, die Schülerfirma "Kostbar" steht bereit, duftende Suppe mit Einlage und Beilage zu servieren. Barbara Heller, die Leiterin der Seniorenwerkstatt, stimmt aber erst noch mit allen gemeinsam zwei Lieder an. Schließlich wird gefeiert: Anlass ist der helle Wintergarten, der nach monatelangen Baumaßnahmen fertiggestellt worden ist.

"Der Anbau ist prima und wirklich `ne Pracht. Hat lange gedauert und auch Lärm gemacht", verklingt der Gesang, als Jugendliche der Schülerfirma "Kostbar" der Schule an der Dudweiler Straße mit weißen Hemden oder Blusen und langen schwarzen Schürzen aufmerksam und umsichtig an vielen Tischen selbstgekochte Suppe mit aufgeschnittenem Brot, Getränken und gleich anschließend Kaffee und Kuchen servieren. Zwischen der Seniorenwerkstatt und der Schule Dudweiler Straße besteht ein mehrjähriger und reger Austausch.

Barbara Heller hat als Leiterin der Seniorenwerkstatt gern auf die Möglichkeit eines Catering der Schule zurückgegriffen. In ihrer Begrüßung bedankt sich Barbara Heller beim Beirat Osterholz und der Egestorff-Stiftung für die zur Verfügung gestellten Mittel, die zum Teil aus dem Topf von "Wohnen in Nachbarschaft" stammen. Und natürlich bedankt sie sich bei den Handwerkern, die unter den Gästen sind.

Barloschky beeindruckt

Joachim Barloschky von der Projektgruppe Tenever erzählt, wie beeindruckt die Stadtteilgruppe von den Aktivitäten der Seniorenwerkstatt ist. "Das Leben hört mit 65 nicht auf", sagt Barloschky. Kämpferisch, nicht resigniert fügt er hinzu, das es für den Wintergarten auch Mittel vom bundesweiten Projekt "Soziale Stadt" gegeben habe. Dieser Topf sei von der Regierung auf die Hälfte zusammengestrichen worden.

Josef Wobbe-Kallus, Vorsteher der Egestorf Stiftung, erinnert sich, dass er vor weit über einem Jahr, als Barbara Heller mit dem Projektwunsch kam, dachte, "schon wieder die Seniorenwerkstatt". Mit einem Schmunzeln fährt er fort und erzählt vom "Stolz auf Aktivitäten, die den Grips wach halten". "Sie sind unser Aushängeschild, das Geld ist gut angelegt. Da haben wir beide was davon. Wenn sie zufrieden sind, habe ich weniger Arbeit", sagt Wobbe-Kallus. Und spornt Barbara Heller an: "Bitte hecken sie weiter solche Dinge aus." Mit dem nächsten Haushalt möchte er Stühle für den Wintergarten spendieren.

Zwei Bewohnerinnen der Stiftung bringen in ihren Wortbeiträgen zum Ausdruck, wie wohl sie sich fühlen. Inge Kokoschka aus der Kindertagesstätte Engadiner Straße bedankt sich bei den Märchen-Omas und Werk-Opas für zehn Jahre Zusammenarbeit, und bei Rudolf, der die Roller und Dreiräder in Schuss hält.

Japanische Delegation feiert mit

Eine Delegation aus Yokohama Süd, bestehend aus drei Sozialarbeiterinnen und Professor Nawata Yoshihiko sucht im Geschehen aufmerksam nach Anregungen für ihre Heimat und würdigt besonders die köstliche Suppe, zur Freude der Schülergruppe. Eine Spendendose geht spontan von Hand zu Hand, um eine kleine Unterstützung für japanische Katastrophenopfer zusammenzubringen und der Delegation auf ihre Rückreise mitzugeben.

Akkordeonmusik klingt durch die Räume, als die Anspannung der Feier bei Barbara Heller nachlässt und sie ein erstes Stückchen Butterkuchen nimmt, natürlich nicht ohne auf die Steinofen-Saison der Egestorff-Stiftung hinzuweisen, die jeden letzten Freitag im Monat mit dem Backen von Butterkuchen beginnt - erstmals am 29. April. Polizist Erwin Stahl, freundlich blickend, doch in strenger Polizeiuniform, überragt alle Umstehenden. Er hat es sich nicht nehmen lassen, heute hereinzuschauen. Einige der Besucherinnen und Besucher kennt der Polizeibeamte aus Gesprächen, bei ihnen zu Hause, in denen er sie vor Trickbetrügern warnt oder sich anhört, dass ein Scherenschleifer einige hundert Euro für seinen Dienst kassiert hat. Grund für ihn, andere zu warnen. Die familiäre Stimmung in der Seniorenwerkstatt tut allen Anwesenden gut. Die Rollatoren und Rollstühle parken im Vorraum.

Der neue Raum mit Lichtöffnungen in der Decke und dreiseitiger Verglasung bietet mehr Platz und Licht und Raum beispielsweise für Gedächtnistraining, Malgruppen, Klönschnack, Töpfern und weitere Handarbeiten und dient als Station für Gartengruppen und Kreativangebote in neuen Gruppen. Die Seniorenwerkstatt ist offen für alle Bewohner der Egestorff-Stiftung und aus der Umgebung.

Die Seniorenwerkstatt in der Egestorff-Stiftung befindet sich im Stiftungsweg 2, Haus Nr. 6, in Tenever. Erreichbar ist sie unter Telefon 4272114 oder per E-Mail an heller@egestorff.de, Montag bis Donnerstag, 9 bis 13 Uhr.

Die Gruppen "Kostbar" und "Genusswerk" des Förderzentrums der Schule Dudweilerstraße, Telefon 3613188, sind am Dienstag, 12. April, im Cinemaxx bei der Präsentation von 60 Schülerfirmen mit einem französischen kulinarischen Angebot dabei.

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