1404 Paare trennen sich im vergangenen Jahr Mehr Scheidungen in Bremen

Bremen. In Bremen hat die Zahl der Scheidungen im vergangenen Jahr zugenommen. Wurden im Jahr 2012 noch 1391 Paare rechtskräftig geschieden, so waren es im Jahr 2013 1404.
22.07.2014, 19:00
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Mehr Scheidungen in Bremen
Von Matthias Lüdecke

In Bremen hat die Zahl der Scheidungen im vergangenen Jahr zugenommen. Wurden im Jahr 2012 noch 1391 Paare rechtskräftig geschieden, so waren es im Jahr 2013 1404. Das teilte das Statistische Bundesamt mit, das am Dienstag die Zahlen für alle Bundesländer sowie ganz Deutschland veröffentlichte.

Demnach verläuft die Entwicklung in Bremen entgegen dem Bundestrend. Denn während im kleinsten Bundesland die Zahl der Scheidungen um knapp ein Prozent stieg, ging sie bundesweit um 5,2 Prozent zurück. Insgesamt wurden in Deutschland 169 800 Ehen geschieden. In Niedersachsen waren es 17 307. Das sind fast 500 Scheidungen – oder etwa drei Prozent – weniger als im Vorjahr. Eine Erklärung dafür, dass die Zahl der Scheidungen in Bremen entgegen dem Trend zunimmt, hat Frank Treffenfeld vom Statistischen Landesamt in Bremen nicht. „Es gibt dafür keinen belastbaren Erklärungsansatz“, sagt er, „wir können das nicht nachvollziehen – und mutmaßen wollen wir nicht.“

Langfristig gesehen nehmen aber auch in Bremen die Trennungen ab. Vergleicht man etwa die Jahre 2003 und 2013, dann gab es im vergangenen Jahr knapp 400 Scheidungen weniger als zehn Jahre zuvor. Auch die Zahl der Scheidungen pro 100 000 Einwohner ist in Bremen nicht besonders hoch. Diese Zahlen haben die Statistischen Landesämter noch nicht ermittelt, weil ihnen für das Jahr 2013 noch keine abschließenden Bevölkerungszahlen vorliegen. Legt man aber zwischenzeitliche Einwohnerzahlen zu Grunde, dann kommen in Bremen 214 Scheidungen auf 100 000 Einwohner. Im Bundesdurchschnitt sind es 211. Schaut man sich die Norddeutschen Bundesländer an, so liegt Bremen in der Mitte. Hamburg liegt mit 184 Scheidungen pro 100 000 Einwohner ebenso deutlich unter dem Bremer Wert wie Mecklenburg-Vorpommern mit 181 Scheidungen. In Niedersachsen (222) und Schleswig-Holstein (238) lassen sich dafür teils deutlich mehr Menschen scheiden als in Bremen.

Insgesamt hat das Statistische Bundesamt festgestellt, dass Ehen in Deutschland immer länger halten. Zwar wird nach wie vor mehr als ein Drittel der Ehen geschieden (36 Prozent), doch sind die Paare davor inzwischen durchschnittlich 14 Jahre und acht Monate verheiratet. 20 Jahre zuvor lag dieser Durchschnittswert noch bei 11 Jahren und 7 Monaten. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Zahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit in diesen zwanzig Jahren stark zugenommen hat – von 14 300 auf 24 300. Bremen liegt hier jedoch unter dem Bundesschnitt, wie Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen. Demnach dauern zwar auch hier Ehen immer länger. Die durchschnittliche Ehedauer bei einer Scheidung liegt aber nur bei 11 Jahren und 4 Monaten.

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