Deutsche Kindergeldstiftung vergibt Preis an Verein / Projekt hat viele Helfer, aber zu wenig Geld Mehr Spielraum für „Fluchtraum“

Bremen. Matthias Westerholt freut sich über die vielen Menschen, die sich zurzeit für Flüchtlinge engagieren wollen. Vor elf Jahren, im Jahr 2004, hat er den Verein Fluchtraum Bremen gegründet, dessen stellvertretender Vorsitzender er heute ist.
16.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Mehr Spielraum für „Fluchtraum“
Von Milan Jaeger

Matthias Westerholt freut sich über die vielen Menschen, die sich zurzeit für Flüchtlinge engagieren wollen. Vor elf Jahren, im Jahr 2004, hat er den Verein Fluchtraum Bremen gegründet, dessen stellvertretender Vorsitzender er heute ist. „Wir haben viele Anfragen von Leuten, die helfen wollen“, sagt Westerholt Allerdings seien das mehr interessierte Helfer, als der Verein organisatorisch bewältigen könne. Schließlich arbeiten bei Fluchtraum nur drei hauptamtliche Mitarbeiter.

Dem Überangebot an potenziellen ehrenamtlichen Helfern steht die leere Vereinskasse gegenüber: „Wir bangen sehr um unsere Finanzierung“, sagt Westerholt. Bisher finanziere sich der Verein zum größten Teil aus privaten Spenden. Nun freut sich Westerholt über den Preis der Deutschen Kindergeldstiftung. Am 19. September, dem fünften Geburtstag der Stiftung, erhält Fluchtraum die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung.

Westerholt will den Jugendlichen eine möglichst gute Betreuung garantieren. Deshalb will er möglichst viele Helfer als Vormünder gewinnen. „Die Vormundschaft ergibt sich in den meisten Fällen aus einer Tätigkeit als Mentor“, erzählt er. Und Mentoren hat er bereits mehrere Hundert vermittelt. „Sie werden von uns geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet.“ Danach könnten die Mentoren selbst bestimmen, was sie mit den Flüchtlingen unternehmen möchten und wie oft sie diese treffen wollen. „In der Regel treffen sich die Mentoren ein bis zwei Mal in der Woche mit ihren Schützlingen.“ Westerholts Ziel: eine Eins-zu-Eins-Betreuung. „Die Vormünder, die wir vermitteln, sind jeweils nur für einen jugendlichen Flüchtling zuständig.“

Mit seinem Anliegen liegt Westerholt mit den Verantwortlichen der Deutschen Kindergeldstiftung auf einer Linie. „Unsere Grundidee ist, dass Familien, die das Kindergeld nicht benötigen, dieses spenden können, um damit Projekte zu finanzieren, mit deren Hilfe benachteiligte Kinder und Jugendliche gefördert werden“, erklärt Andreas Hüchting, Bremer Kaufmann und Mitbegründer der Kindergeldstiftung. Die Resonanz auf dieses Vorhaben sei sehr positiv gewesen. „Das Vertrauen in die Stiftung war von Anfang an groß, und die ersten Spenden sorgten schnell dafür, dass wir unsere Arbeit aufnehmen konnten.“ So sind in den ersten fünf Jahren der Arbeit von Hüchting und seinen ehrenamtlichen Kollegen bisher 400 000 Euro zusammengekommen. Angesichts der wachsenden Zahl von Kindern, deren Eltern mit einem Existenzminium versuchen, über die Runden zu kommen, sei es das Ziel, so schnell wie möglich das Kindergeld von 100 Familien zu versammeln. „Zurzeit bekommen wir 40 mal Kindergeld im Monat gespendet“, sagt Hüchting.

Auf den Preis, den die Stiftung in diesem Jahr zum vierten Mal vergibt, haben sich etwa 30 Projekte beworben. „Wir hoffen, dass wir Fluchtraum mit der Auszeichnung bei der finanziellen Stabilisierung helfen können“, sagt Hüchting.

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