Studierende der Hochschule Bremen wollen Anwohner nach Wünschen und Bedürfnissen befragen Mehr Wohnqualität fürs Schweizer Viertel

Tenever. Mehr Nachbarschaftstreffs, weitere Beratungsangebote oder doch ganz andere Bedürfnisse? Was braucht es, um die Qualität in einem Wohngebiet weiter zu steigern? Das sollen für das Schweizer Viertel jetzt sechs Studierende der Hochschule Bremen herausfinden.
26.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Liane Janz

Tenever. Mehr Nachbarschaftstreffs, weitere Beratungsangebote oder doch ganz andere Bedürfnisse? Was braucht es, um die Qualität in einem Wohngebiet weiter zu steigern? Das sollen für das Schweizer Viertel jetzt sechs Studierende der Hochschule Bremen herausfinden.

Die vier jungen Frauen und zwei Männer studieren in der Fachrichtung "Soziale Arbeit" und sollen in einem Modul Projekt- und Organisationsmanagement kennenlernen. In diesem Rahmen werden sie Bewohnerinnen und Bewohner des Schweizer Viertels über ihre Wünsche und Vorstellungen für eine höhere Wohnqualität befragen. Ihr Dozent Thomas Sobottka, der auch das Sozialzentrum in Tenever leitet, kam auf die Idee für die Befragung.

Sobottka wollte seinen Studenten ein realistisches Projekt für dieses Modul anbieten und schlug solch eine Umfrage vor. Für die Studierenden ist diese Art der Projektarbeit nicht vollkommen neu. Sie haben im vergangenen Jahr bereits ein ähnliches Projekt in einem Behindertenwohnheim durchgeführt.

Zunächst haben sich die vier Studentinnen Lea Meisner, Nadine Ohle und Jenny Simon und Fatma Nur Sirin bei einem Rundgang einen Überblick über das Gebiet verschafft. Keine von ihnen kennt Tenever, wodurch sie einen neuen und völlig anderen Blick auf das Gebiet haben. "Dabei geht es hauptsächlich um die Wohngebiete zwischen Lachmundsdamm und am Hahnenkamp", erklärte der Quartiersmanager des Schweizer Viertels, Aykut Tasan, der das Projekt unterstützt.

In diesem Gebiet werden die Studenten ab Anfang Juni mit den Befragungen an der Haustür beginnen. Den Fragebogen dafür müssen sie selbst erstellen. "Das Quartier ist bunt", sagte Aykut Tasan bei dem Rundgang. Die Studentengruppe wird es mit Menschen jeden Alters und jeder Couleur zu tun bekommen und muss dann selbst herausfinden, wo sie ihren Schwerpunkt legt und was realisierbar ist.

Denn es könnte durchaus möglich sein, dass einige der Ergebnisse im Viertel tatsächlich umgesetzt werden könnten. "Unsere Ergebnisse sollten schon für etwas Wert sein und nicht im Papierkorb landen", wünscht sich Nadine Ohle.

Zwar gebe es im Schweizer Viertel bereits eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften zu unterschiedlichen Belangen, doch davon sollten sich die jungen Frauen und Männer nicht beeinflussen lassen. "Diese Vielzahl zeigt aber auch, dass im Viertel sehr viel Potenzial steckt, worüber geforscht und befragt werden kann", erklärte Aykut Tasan. Wichtig sei aber, dass die Studierenden ihre Themengebiete ganz konkret eingrenzten.

Bis Mitte Juni müssen die jungen Frauen und Männer die Ergebnisse liefern, die sie dann auf einer Forumssitzung des Schweizer Viertels präsentieren können. Was davon letztlich umgesetzt werden kann, wird dann von den Akteuren vor Ort entschieden.

Das Projekt wird außerdem von den Hochschul-Studentinnen Marisa Wrede und Melanie Kohn mit der Kamera begleitet. Sie wollen einen Dokumentarfilm über das Projekt im Schweizer Viertel in Tenever erstellen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+