Bahn verdoppelt Verbindungen

Mehr Züge nach Wilhelmshaven

Bremen. Die Zugverbindungen von Bremen nach Wilhelmshaven werden ab 15. September verdoppelt. Zudem wird es neue Direktverbindungen geben, die ohne Stopp in Oldenburg sieben Minuten schneller sein werden.
28.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Mehr Züge nach Wilhelmshaven
Von Silke Looden
Mehr Züge nach Wilhelmshaven

Regionaler Zugverkehr am Bremer Hauptbahnhof.

Christina Kuhaupt

Die Zugverbindungen von Bremen nach Wilhelmshaven werden ab 15. September verdoppelt. Zudem wird es neue Direktverbindungen geben, die ohne Stopp in Oldenburg sieben Minuten schneller sein werden.

Das kündigten am Dienstag die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen und der Bremer Verkehrssenator in einer gemeinsamen Presseerklärung an. Das neue Angebot der NordWestBahn wird von Bremen und Niedersachsen finanziert.

Seit 2011 gab es wegen des Streckenausbaus für die Hinterlandanbindung des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Beeinträchtigungen auf der Strecke. Sperrungen führten zu Ausfällen und Verspätungen. Die NordWestBahn hatte im vergangenen Jahr sogar in Erwägung gezogen, die Bahn wegen des schleppenden Ausbaus zu verklagen. Ein Viertel der Fahrgäste waren damals abgesprungen. „Die Bahnstrecke hat durch den Ausbau an Attraktivität verloren“, bestätigt denn auch der Sprecher der NordWestBahn, Maik Seete. Derzeit erholen sich die Fahrgastzahlen seinen Angaben zufolge wieder, aber die nächste Bauphase naht.

Ab 2016 / 17 wird der Ausbau fortgesetzt, kündigt LNVG-Geschäftsführer Hans Joachim Menn an. Geplant ist sowohl die Zweigleisigkeit als auch eine Elektrifizierung. Die Kosten dafür waren zu Beginn der Arbeiten 2011 mit 500 Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen rechnet das Bundesverkehrsministerium in Berlin mit Ausgaben von knapp 700 Millionen Euro.

Verzögerungen hatte es auch durch

Klagen von Anwohnern gegeben, die bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zogen und mehr Lärmschutz forderten. Die Richter wiesen das Eisenbahnbundesamt an, den Lärmschutz ausreichend zu berücksichtigen. Lärmschutzwand und -fenster sollen die Nachtruhe entlang der Strecke in der Stadt Oldenburg nun gewährleisten.

Bremen und Bremerhaven drängen auf einen zügigen Ausbau der Hafenhinterlandanbindungen und begründen dies mit der Prognose aus dem sogenannten „Knotengutachten“, wonach der Güterverkehr auf der Schiene in den nächsten knapp 20 Jahren um fast 70 Prozent zunehmen wird. Der Streckenausbau für den Abtransport der Container aus den Häfen wird auch Thema beim nächsten Bahngipfel sein, der in Bremerhaven stattfinden wird.

In einer am Dienstag von der Bremer Senatskanzlei veröffentlichten Pressemitteilung betonte der Bremer Umweltsenator Joachim Lohse vor dem Hintergrund der Verkehrsprognosen: „Deshalb ist es wichtig, dass die vom Land Bremen beim Bund für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldeten Vorhaben zügig realisiert werden.“ Dazu zähle auch eine zweite Anbindung des Hafens in Bremerhaven über Bremervörde, Rotenburg und Verden, um den Bahnknotenpunkt Bremen zu entlasten, betonte Lohse.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+