Kolumne: Zu viel Werbung im Programm

Mein Zorn auf ARD und ZDF

Willi Lemke schreibt jeden Sonnabend eine Kolumne für den WESER-KURIER. Dieses Mal geht sein Blick über Bremen hinaus: Er ärgert sich über die Werbung im Programm der öffentlich-rechtlichen Sender.
13.05.2017, 17:05
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Von Willi Lemke
Mein Zorn auf ARD und ZDF

Seit einiger Zeit haben die öffentlich-rechtlichen Sender einen Weg gefunden, den Spaß am Fernsehen zu dämpfen, schreibt Willi Lemke.

dpa

Willi Lemke schreibt jeden Sonnabend eine Kolumne für den WESER-KURIER. Dieses Mal geht sein Blick über Bremen hinaus: Er ärgert sich über die Werbung im Programm der öffentlich-rechtlichen Sender.

Ich gebe zu: Manchmal sitze ich abends auch ganz gern einfach nur vor dem Fernseher. Und falls gerade keine interessante Sportübertragung angeboten wird, können eine gute Dokumentation oder ein spannender Film helfen, den Alltag beiseite zu schieben und zu entspannen. Am ehesten finde ich dann etwas bei den Öffentlich-Rechtlichen, bei ARD und ZDF, ganz klar. Ich sehe mir aber auch gern Sendungen auf Arte, bei 3sat oder ZDFneo an. Diese Programme gefallen mir einfach besser als die der Privaten. Und obendrein wird man dort nicht so sehr von Werbeblocks belästigt. Dachte ich zumindest.

Denn seit einiger Zeit haben auch die Öffentlich-Rechtlichen einen Weg gefunden, mir den Spaß am Fernsehen zu nehmen. Immer wieder kommt es vor, dass mitten im Film rechts, links, oben oder unten aufdem Bildschirm ein Werbetext eingeblendet wird. Es geht dabei stets um die Bewerbung einer anderen Sendung im gleichen Sender. Das macht mich zornig, denn ich möchte mich doch auf meinen Film konzentrieren und eben nicht von einer Werbung abgelenkt werden. Ich betrachte das als eine Verletzung meines Sehvergnügens, das ich durch die Rundfunkgebühren bezahlt habe. Diese Störung kann und will ich nicht akzeptieren!

Werbung mitten in der Sendung stört

Werbung muss sein, das verstehe ich ja. Zeitungen sind ohne Werbung nicht kostendeckend zu produzieren. Im Kino, vor Beginn des Hauptfilms – kein Problem, man kann ja auch ein bisschen später kommen. Und an die Werbeblöcke im Privatfernsehen haben sich die meisten in den vergangenen 30 Jahren ja auch gewöhnen können. Die Sender brauchen das, um finanziell existieren zu können. Und der Zuschauer kann die Gelegenheit nutzen, um sich mal die Beine zu vertreten und die Schale mit den Knabbereien wieder aufzufüllen. Wenn aber die öffentlich-rechtlichen Sender meinen, Werbung für Ihre Programme durch Einblendungen machen zu müssen, können Sie das meinetwegen zwischen den verschiedenen Programmen machen, aber auf keinen Fall während der laufenden Sendungen.

Was mich wundert: Dass sich bislang noch niemand anderes über diese Störung der Fernsehsender aufgeregt hat. Ich habe jetzt einfach mal damit angefangen. Damit ist es heute zwar kein Blick AUF Bremen geworden, sondern ein Blick AUS Bremen. Aber es kann ja nicht schaden, auch mal über den Tellerrand zu gucken. Auch als Bremer.

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