Kommentar zum Urteil im Fall Latzel

Bremer Pastor verurteilt: Wichtiges Zeichen gegen Intoleranz

Es ist nur die Mindeststrafe für Volksverhetzung, zu der Pastor Olaf Latzel verurteilt wurde. Und trotzdem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, meint Ralf Michel.
26.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Pastor verurteilt: Wichtiges Zeichen gegen Intoleranz
Von Ralf Michel
Bremer Pastor verurteilt: Wichtiges Zeichen gegen Intoleranz

Pastor Olaf Latzel kommt mit einer Bibel in der Hand in den Gerichtssaal.

Sina Schuldt

Drei Monate Haft, umgewandelt zu einer Geldstrafe – das ist nicht mehr als die Mindeststrafe, wenn es um Volksverhetzung geht. Zu milde also das Urteil für Pastor Olaf Latzel? Nein, ganz und gar nicht. Die Bedeutung dieses Schuldspruches liegt nicht in der Höhe der Strafe, sondern darin, dass der Pastor überhaupt verurteilt wurde. Denn Latzels Äußerungen über Homosexuelle waren gegen nicht weniger als die Grundrechte Religions- und Meinungsfreiheit abzuwägen. Weshalb auch keineswegs sicher ist, dass dieses Urteil in den kommenden Instanzen Bestand haben wird.

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Ungeachtet dessen ist der Schuldspruch ein Zeichen: gegen Intoleranz und Hass, gegen die Verrohung von Sprache, gegen das ständige verbale Zündeln. Das Kommunikationsverhalten verändert sich durch Internet und soziale Medien in atemberaubender Geschwindigkeit. Dem muss auch die Rechtsprechung Rechnung tragen, selbst bei einem so hohen Gut wie der Meinungsfreiheit. Das Urteil im Fall Latzel ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

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