Figurenbühne zieht im Theaterkontor ein / Eröffnung am 3. November, Premiere am 6. November Mensch, Frederick!

Ostertor. Sie haben sich ungeheuer viel vorgenommen. Fünf Premieren noch in diesem Jahr, dazu das Engagement an der alten Wirkungsstätte, dem Theatrium, und ein neues Konzept. Mit viel Elan und Visionen machen sich Leo Mosler, Jeanette Luft und Claudia Spörri an ihre neue Aufgabe. Mit "Mensch, Puppe" haben der Schauspieler aus dem Viertel und die Schauspielerinnen aus Schwachhausen und der Neustadt mit der Neustädter Regisseurin Henrike Vahrmeyer ein neues Puppentheater im Ostertor gegründet.
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Von Liane Janz

Ostertor. Sie haben sich ungeheuer viel vorgenommen. Fünf Premieren noch in diesem Jahr, dazu das Engagement an der alten Wirkungsstätte, dem Theatrium, und ein neues Konzept. Mit viel Elan und Visionen machen sich Leo Mosler, Jeanette Luft und Claudia Spörri an ihre neue Aufgabe. Mit "Mensch, Puppe" haben der Schauspieler aus dem Viertel und die Schauspielerinnen aus Schwachhausen und der Neustadt mit der Neustädter Regisseurin Henrike Vahrmeyer ein neues Puppentheater im Ostertor gegründet.

Im Theaterkontor an der Schildstraße proben sie augenblicklich an mehreren Stücken parallel. Mit der politisch-satirischen Adaptation der Bremer Stadtmusikanten für Erwachsene eröffnen sie am Donnerstag, 3. November, offiziell ihr neues Theater. Am Sonntag, 6. November, folgt die Premiere des Märchen-Spaziergangs mit Kindercafé, am Freitag, 11. November, die Premiere des Erwachsenenstückes "Irrungen" nach der Erzählung "Tricks" von Alice Munro und am 13. November wieder ein Kinderstück - "Frederick - Eine fantastische Mäuse-Geschichte" nach Leo Leonni.

Zur Vorbereitung auf die Premiere dieser Mäuse-Geschichte hatten Jeanette Luft, Leo Mosler und Henrike Vahrmeyer Lehrer und Erzieher zu einer öffentlichen Probe mit anschließendem Gespräch eingeladen. In dem Stück spielt der junge Mäuserich Frederick die tragende Rolle. Er liegt den ganzen Frühling und Sommer über auf der faulen Haut oder vertreibt sich die Zeit damit, Sonnenstrahlen, die Farben des Sommers und die Töne des Herbstes zu sammeln, während der Rest der Familie Vorräte anlegt. Erst im Winter, als alle Vorräte aufgebraucht sind, stellt sich heraus, dass seine Idee gar nicht so dumm war.

Menschliche Gegenpole

"Für ?Frederick' haben wir aus einem Bilderbuch mit etwa 30 Sätzen ein ganzes Stück gemacht und Charaktere entwickelt", sagte Henrike Vahrmeyer. Dazu gehören nicht nur die Mäusefamilie, sondern auch Heinz und Margarethe, gespielt von Leo Mosler und Jeanette Luft. Sie stellen die menschlichen Gegenpole zu den Mäusen dar. Margarethe vertreibt sich in den schönen Jahreszeiten ihre Zeit mit musischen Dingen, während Heinz im Garten ackert. Allerdings ziemlich tollpatschig "Die Schauspieler werden auch auf das Publikum reagieren", sagt Henrike Vahrmeyer. Die Kinder sind nämlich die Setzlinge im Garten des Paares. Sie werden gepflegt, gegossen und schließlich geerntet. So werden sie Teil des Stücks und sind nicht darauf beschränkt, 45 Minuten lang nur still zuzuschauen.

Es gehört zum neuen Konzept des Quartetts, Schauspiel und Puppenspiel stärker miteinander zu verbinden. Darüber hinaus soll die Bühne ein Forum für pädagogische Ideen sein und Kindern den Zugang zum Theater einfacher machen. "Sie sollen Theaterarbeit kennenlernen, hinter die Bühne schauen oder lernen, wie eine Probe funktioniert", sagt Henrike Vahrmeyer.

Einen weiteren Schwerpunkt möchte vor allem Jeanette Luft auf klassische Märchen von den Brüdern Grimm oder Hans Christian Andersen legen. "Es soll einen Tag in der Woche für Märchen geben. Dann zeigen wir ein Märchen und können hinterher im Kindercafé bei Waffeln oder Kuchen drüber reden", erzählte sie. Die Schauspielerin hat festgestellt, dass Kinder heute kaum noch klassische Märchen kennen, was sie schade findet. Sie sei mit den Märchen aufgewachsen. Bei der Premiere ihres Märchen-Spaziergangs am 6. November um 15 Uhr soll es um "Schneewittchen" gehen.

Auch das muss vorbereitet werden. Und dann wäre da noch die fünfte Premiere. Das Kinderstück "Die dumme Augustine", das in der bunten Zirkuswelt spielt, zeigt das Ensemble von "Mensch, Puppe" am Sonntag, 4. Dezember. Als wäre das nicht schon Arbeit genug, treten Jeanette Luft und Leo Mosler bis Ende des Jahres auch im Figurentheater Theatrium in Utbremen auf, das unter neuer Regie weiterläuft. Unter der Leitung von Detlef Heinichen entwickelten die Schauspieler dort Stücke wie "Mascha Kaléko - Träume, die auf Reisen führen", "Der Alchemist" oder "Fiete Anders". "Als Detlef Heinichen das Theatrium dann verließ, haben wir überlegt, wie es mit uns weitergehen soll", sagte Henrike Vahrmeyer. Stefan Berthold, der Leiter des Theaterkontors, habe ihnen "ein tolles Angebot" gemacht. "Das bekommt man so schnell nicht wieder", sagt Henrike Vahrmeyer. Also zog das Ensemble um und entwickelte neue Stücke. Einige alte Bekannte aus dem Theatrium sind noch in diesem Jahr in der Schildstraße zu

sehen.

Nach Ablauf dieses Jahres will das Quartett die Stücke, die es im Theatrium entwickelt hat, dort herauskaufen. Dann sollen unter anderem "Der Alchemist", "Mascha Kaléko" und "Fiete Anders" in der Schildstraße zu sehen sein.

Pläne für das kommende Jahr haben Luft, Mosler, Spörri und Vahrmeyer auch schon. Sie streben eine Kooperation mit den Bremer Philharmonikern an und wollen in der Schaulust am Güterbahnhof Puppenspiel mit klassischer Musik verbinden. Die Finanzierung steht allerdings noch nicht. Überhaupt finanziert sich "Mensch, Puppe" komplett selbst und hat dafür extra einen Förderverein gegründet.

Näheres zum Verein, dem Figurentheater, Spielplänen und Karten auf www.menschpuppe.de sowie unter Telefon 79478318. Die Karten für die Kindervorstellungen gibt es für fünf Euro für Kinder und 7,50 Euro für Erwachsene. Der Eintritt zu den Abendvorstellungen kostet 15, ermäßigt elf Euro. Für die Silvestervorstellung "Die Bremer Stadtmusikanten mit Sekt und Räuberschmaus" sind 30 Euro fällig.

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