Fernreisen, Wohnmobile und leckeres Essen

Messe Bremen als Vierer-Paket

Vier Veranstaltungen zur gleichen Zeit in der Messe Bremen: Wer Anregungen für die nächste Reise sucht oder seine Geschmacksnerven Exotisches probieren lassen möchte, kommt hier auf seine Kosten.
16.11.2014, 00:00
Lesedauer: 6 Min
Zur Merkliste
Von Britta Schlesselmann und KATHARINA REDANZ
Messe Bremen als Vierer-Paket

Susanne Bastin setzt auf regionales Gemüse für eine vollwertige Schulverpflegung.

Frank Thomas Koch

Vier Veranstaltungen zur gleichen Zeit in der Messe Bremen: Wer Anregungen für die nächste Reise sucht oder seine Geschmacksnerven Exotisches probieren lassen möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Kulinarische Köstlichkeiten, verschiedenste Fahrzeuge für das mobile Reisen und internationales Flair, das Lust auf den nächsten Urlaub macht: All das kann bis Sonntag 18 Uhr in der Messe Bremen erlebt werden. Mit „Caravan“, „ReiseLust“, „Fisch & Feines“ und den Aktionstagen „Besseresser“ finden dort vier Veranstaltungen parallel statt. „Die Themen sind in der Zielgruppe verwandt“, erklärt Andrea Rohde, Bereichsleiterin für Fachmessen der Messe Bremen, warum die Messen parallel stattfinden. Man könne ein Land beispielsweise gar nicht präsentieren, ohne die Küche miteinzubeziehen, und so „können wir das gut verbinden“.

Auch Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen und der ÖVB-Arena, betonte bei der Eröffnung das gute Zusammenspiel der einzelnen Veranstaltungen: „Die Thematik passt einfach zusammen.“ Bestätigt darin sehe er sich durch steigende Besucherzahlen, zudem kämen „die Besucher von immer weiter weg.“ Letztere blieben auch häufig das ganze Wochenende in Bremen und besichtigten die Stadt, ergänzte Henning Lühr, Staatsrat bei der Senatorin für Finanzen. Und genau das sei gewollt: „Wir präsentieren mit der Messe zusammen ein ganzheitliches Konzept und wollen den Besuchern die Erlebniswelt Bremen präsentieren“, sagte Lühr.

Neben den Besucherzahlen wuchs in diesem Jahr auch die Anzahl der Aussteller. Während einige von Anfang an dabei sind, stellen andere zum ersten Mal hier aus, erklärt Presseassistentin Kristin Viezens.

Der WESER–KURIER hat auf jeder der vier Messen einen Aussteller besucht:

Reiselust: Namensgeber für Loipe

In jedem Jahr auf der „ReiseLust“ vertreten: Der Verein Bremer Ski-Club (BSC). In diesem Jahr allerdings mit einem besonderen Gast am Stand: Robert Kürzinger, Tourismusleiter von Zwiesel, einer Stadt am Bayerischen Wald. Seit 34 Jahren bietet der Bremer Ski-Club eine Fahrt in den Ort unweit der tschechischen Grenze an, mittlerweile sei eine „richtige Freundschaft entstanden“, sagt Kürzinger, der sich über die guten Beziehungen in den Norden freut. Er ist an diesem Wochenende zum ersten Mal in der Hansestadt.

Organisator der alljährlichen Reise nach Zwiesel ist Herbert Böhmermann, seit 35 Jahren Mitglied im BSC. „Das hat vor 34 Jahren damit angefangen, dass ich ein gutes Haus und eine gute Loipe für eine Reise mit dem Ski-Club gesucht habe“, erzählt Böhmermann. „Das haben wir in Zwiesel gefunden und seither jedes Jahr wieder genossen.“ Umso größer war seine Freude vor drei Jahren: Aus Zwiesel wurde ihm mitgeteilt, dass man als Anerkennung und Dankeschön eine Langlauf-Loipe nach ihm benennen werde. Natürlich ist er die „Herbert-Böhmermann-Loipe“ in den letzten Urlauben auch schon selbst gefahren. „Das ist eine richtig schöne, fünf Kilometer lange Nachmittagsloipe.“

Kürzinger findet die Namensgebung „absolut berechtigt“: „Herr Böhmermann ist ja schon fast ein norddeutscher Botschafter von Zwiesel“, sagt er lachend. Er fügt hinzu, dass solche freundschaftlichen Beziehungen überaus wertvoll sind und durch keine Form der Werbung wettgemacht werden können.

Der Bremer Ski-Club gehört mit rund 3200 Mitgliedern zu den größten Vereinen dieser Art in Deutschland. Auf der Messe ist er jedes Jahr vertreten, um den Sport zu präsentieren, denn „gerade hier in Norddeutschland kennen viele diesen Sport gar nicht“, so Böhmermann.

Fisch & Feines: Lulu und Leni als Essig

Weinessig als Aperitif: Jens Lang stellt exotische Essigkreationen her.

Weinessig als Aperitif: Jens Lang stellt exotische Essigkreationen her.

Foto: Frank Thomas Koch

Jens, Gitte, Lulu und Leni: In diesem Falle keine Namen von Menschen, sondern von Essigprodukten. Leni beispielsweise ist ein Essigbalsam mit Ingwer und Kastanienhonig, Lulu hingegen ist mit persischem Safran verfeinert. „Die Namen haben tatsächlich alle Assoziationen zu Familie, Freunden oder Bekannten“, sagt Jens Lang lachend, „zum Beispiel zu Kindern, die gleichzeitig süß und sauer sein können.“ Wie der Essig eben auch. Der gelernte Koch aus der Südpfalz vertreibt seit 1994 selbst hergestellte Essigkreationen.

Sein Sortiment umfasst insgesamt 14 Produkte, darunter Balsame, Vinaigretten und sogenannte „Tunken“: Eine Essigzubereitung, beispielsweise mit Weißburgunder und Aprikose, in die man unter anderem Brot tunken kann. Die Balsame sind als Aperitif zum Trinken oder auch zum Kochen gedacht. Wichtig ist Lang, dass seine Produkte nicht eindimensional sind. „Die Vinaigrette lässt sich unter anderem für Salat oder zu Fleisch verwenden“, sagt er. „Auch die Tunken eignen sich beispielsweise für Dressings und eben nicht nur als traditionelle Tunke.“

Für Lang ist Essig schon immer „ein faszinierendes Medium zum Würzen“ gewesen. Als Koch ist er auf der Suche nach gutem Geschmack, und mit Essig ließe sich viel herumprobieren. Das Grundprodukt für seine Essige, der Wein, wird von den Schwiegereltern auf dem familieneigenen Weingut hergestellt.

Die „Fisch & Feines“-Messe möchte Lang nutzen, um den Leuten zu zeigen, dass „das Kochen genau wie das Leben sehr unkompliziert ist – solange man die richtigen Zutaten hat“. Auch nach 20 Jahren Essig sei seine Lust und Freude am Geschmack immer noch ungebrochen. Ideen für neue Essigkreationen werde er immer haben. Und dann bestimmt auch wieder die passenden Namen.

Besseresser: Gesunde Schulküche

Namensgeber für eine Loipe in Zwiesel am Bayrischen Wald: Herbert Böhmermann.

Namensgeber für eine Loipe in Zwiesel am Bayrischen Wald: Herbert Böhmermann.

Foto: Frank Thomas Koch

„Gebackene Aubergine mit Champignons und Schafkäse an Rosmarinkartoffeln.“ Nur ein Beispiel für ein Hauptgericht von „Schulküchen Bremen“, ein Verein, der Mittagessen für Schulen zubereitet. „Besonders mit der Einführung der Ganztagsschule ist das Essen in der Schule zu einem wichtigen Thema geworden“, sagte Andrea Rohde, Leiterin des Bereichs Fachmessen auf einer Pressekonferenz zu den „Besseresser“-Aktionstagen. Schließlich sollen Kinder mittags eine warme und vollwertige Mahlzeit bekommen.

Susanne Bastin, Geschäftsführung des Vereins, stimmt ihr zu: In Bremen und Region versorgt der Verein derzeit 15 Schulen mit einem gesunden Mittagessen. „Es gibt immer eine Suppe, dann ein Hauptgericht und Dessert, außerdem haben wir ein Salatbuffet“, erklärt Bastin das Konzept. „Und die Kinder können so lange nachnehmen, bis sie satt sind.“

Insgesamt 55 Mitarbeiter kochen jeden Mittag mit möglichst regionalem Gemüse, auf jeden Fall aber saisonal, eine vollwertige Mahlzeit. Der Bio-Anteil liege bei 80 Prozent, sagt Bastin, vor allem aber werde keine Fertiggerichte verwendet, sondern wirklich alles selbst gemacht. „Sogar der Schokopudding für den Nachtisch.“

Ein Essen kostet je nach Schule 3 bis 3,30 Euro. „Das ist ein guter Preis“, meint die Geschäftsführerin. Einmal die Woche gebe es Fleisch, einmal Fisch, aber selbst an diesen Tagen auch immer eine vegetarische Alternative.

Gegründet wurde der Verein an der Waldorfschule in Bremen-Osterholz, dort hat sich ein Trägerverein gegründet, nachdem ein Vater angefangen hatte, mittags für die Schule zu kochen. Auf den „Besseresser“-Aktionstagen ist der Verein vertreten, um „zu zeigen, wie gute Schulverpflegung funktioniert“, so Bastin. „Ich finde, wir mit unserem Konzept gehören hierher.“

Caravan: Silberner Alleskönner

Wohnmobil-Fan Dieter Faßbender vor seinem Flaggschiff.

Wohnmobil-Fan Dieter Faßbender vor seinem Flaggschiff.

Foto: Frank Thomas Koch

Ein silber glitzerndes Wohnmobil, das viele Besucheraugen auf sich zieht: „Dieses Fahrzeug kann alles, bis auf fliegen“, sagt Dieter Faßbender lachend. Er ist Geschäftsführer von „Faßbender Caravaning“, die Rede ist von einem Fahrzeug der Marke Niesmann und Bischoff. „In dem Auto ist wirklich alles drin, was das Herz begehrt“, sagt Faßbender, „Satellitensystem, Navigation, Heizungssysteme und natürlich Dusche und WC.“ Bereits zum dritten Mal stellt der Händler aus Oldenburg auf der „Caravan“- Messe aus „Es lohnt sich, hierher zu kommen.“ Dieses Wochenende präsentiert er sieben Fahrzeuge in Halle 6. „Die Preisspanne dabei reicht von 120.000 bis 211.000 Euro.“ Verkauft habe er an diesem Wochenende auch schon, erzählt Faßbender. Die Priorität dieser Messe liege aber eindeutig auf der Präsentation der Wohnmobile.

Auch er selber mache Urlaub im Wohnmobil, im Sommer gehe es in der Regel eher in den Norden, aber auch im Winter sei er mit dem Caravan unterwegs. Wintercamping liege im Trend, und „mit diesen Fahrzeugen kann man auch wunderbar bei bis zu minus 20 Grad Urlaub machen“. Da müsse er noch nicht einmal übertreiben, dank der modernen Heizungssysteme sei dies wirklich „überhaupt kein Problem“. Faßbender ist in die Caravanbranche mehr oder weniger „hereingerutscht“, sein Vater gründete das Unternehmen, er sei damit groß geworden.

Highlight seiner Präsentation sei auch auf der „Caravan“ in Bremen ohne Frage das silberne Wohnmobil. „Das ist einfach ein Hingucker zwischen all den anderen Modellen“, so Faßbender. Allerdings muss er die Besucher enttäuschen: Es ist ein reines Showmodell, das „mit der silbernen Folie in Deutschland so gar nicht erlaubt wäre“. Die sehe zwar toll aus, spiegele aber viel zu sehr.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+