Gut 140 Aussteller auch heute noch in Halle 6 Messe zu Leben und Tod

Bremen.Der Tod und das Sterben sind für viele Menschen heikle Themen, denen sie lieber aus dem Weg gehen. Ist es aber soweit, tauchen viele Fragen auf, die schnell zu klären sind.
09.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von MARC FUCKE

Der Tod und das Sterben sind für viele Menschen heikle Themen, denen sie lieber aus dem Weg gehen. Ist es aber soweit, tauchen viele Fragen auf, die schnell zu klären sind. Die Messe „Leben und Tod“ will zu einem offenen Umgang damit beitragen. In der Halle 6 auf der Bürgerweide präsentieren 142 Aussteller seit gestern ihre Produkte und Dienstleistungen, darunter Hospize, Urnenhersteller und – besonders exotisch – ein Anbieter für Motorradbestattungen.

Auf dem Messegelände ist auch der Pantomime Christoph Gilsbach anzutreffen. „Durch meine Arbeit als Klinikclown habe ich gelernt, dass Trauer und Lachen Geschwister sind“, erklärt er. Gilsbach hat sich viele Gedanken über Tod und Trauer gemacht. Durch seine Arbeit ist er zu der Erkenntnis gekommen, dass Humor und Freude unverzichtbare Elemente der Trauer sind. „Wenn wir uns mit dem Tod eines Menschen beschäftigen, kann es nur heißen, dass wir uns freuen, dass dieser Mensch da war“, sagt Gilsbach.

So wie er, haben andere Aussteller auf der Messe ebenfalls Konzepte entwickelt, wie sie trauernden Hinterbliebenen den Abschied erleichtern oder Wünsche erfüllen können, die Menschen vor ihrem Tod geäußert haben. Das kann eine Seebestattung sein, die Wahl einer bestimmten Urne oder ein handgestricktes Totenhemd.

Das Geschäft mit dem Tod ist eine schmale Gratwanderung, weiß auch Meike Wengler, Veranstaltungsleiterin der Messe. „Es ist nun einmal so, dass es Branchen gibt, in denen man sich mit dem Tod beschäftigt und auch Geld damit verdient“, sagt sie. Wengler selbst hat die Messe ins Leben gerufen. Es sei ihr ein Anliegen, das Thema Tod aus der Tabuzone zu holen, erklärt sie. Inzwischen findet die Veranstaltung zum fünften Mal statt,

die Zahl der Aussteller wie auch der Besucher sei stetig gestiegen, berichtet Wengler.

Im Beirat der Messe sitzen der Hospizverband und die christlichen Kirchen, auch die muslimische Gemeinde ist mit einem Stand vertreten. Religiöse Überzeugung und der Glaube an ein Leben nach dem Tod spielen eine große Rolle bei den Gesprächen. Auch Christoph Gilsbach sagt: „Ich bin mir seit Längerem sicher, dass der Tod nicht das Ende ist. In seiner neuen Show lässt der Pantomime neun Charaktere auf Gevatter Tod treffen, angefangen beim Kleinkind bis hin zum alten Mann. Neben seinen Auftritten hält Gilsbach Vorträge zum Thema Humor in der Sterbehilfe.

Auch heute noch können sich Besucher über Bewältigungshilfen, Angebote von Palliativeinrichtungen und alternative Möglichkeiten der Bestattung informieren. Begleitend finden Podiumsdiskussionen und Vorträge zu Themen wie der Bestattungspflicht statt. Der Eintritt für Erwachsene beträgt acht Euro.

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