Kundgebung vor Airbus-Werk

IG Metall droht in Bremen mit Ausweitung des Arbeitskampfes

Der IG-Metall-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann hat bei einer Kundgebung vor dem Bremer Airbus-Werk eine Ausweitung des Arbeitskampfes angekündigt, sollte es in der Tarifrunde bis Ostern kein Ergebnis geben.
16.03.2021, 15:44
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Von dpa
IG Metall droht in Bremen mit Ausweitung des Arbeitskampfes

An dem Warnstreik beteiligten sich nach Angaben der IG Metall etwa 1100 Beschäftigte.

Christina Kuhaupt

In der stockenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie im Norden droht die IG Metall mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes. „Wenn es bis Ostern kein Ergebnis gibt, werden wir kräftiger antreten“, sagte der Bundesvorsitzende Jörg Hofmann am Dienstag bei einer Kundgebung vor dem Werk des Flugzeugbauers Airbus in Bremen. An dem Warnstreik beteiligten sich nach Angaben der IG Metall etwa 1100 Beschäftigte.

Im Tarifbezirk Küste, der vom Norden Niedersachsens bis nach Mecklenburg-Vorpommern reicht, steht am kommenden Donnerstag die fünfte Verhandlungsrunde an. Im Tarifbezirk Niedersachsen ist es die vierte Runde. Nach so vielen Runden „müsste doch irgendwas mal auf dem Tisch sichtbar sein“, sagte Hofmann. Die bisherigen Vorschläge der Arbeitgeber nannte er kein Angebot, sondern eine Provokation.

Die Arbeitgeber lehnen wegen der Corona-Krise bislang höhere Löhne in diesem Jahr ab. Sie haben wie in Nordrhein-Westfalen einen Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab 2022 vorgeschlagen. Dagegen fordert die IG Metall ein Paket mit vier Prozent mehr Lohn plus Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. „Die Inflation kennt keinen Stillstand trotz Corona“, sagte Hofmann. Deshalb bräuchten die Kollegen einen Zuschlag. „Vier Prozent - das ist eine maßvolle Forderung in einer schwierigen Zeit“, sagte er.

Auch die Tarifverhandlungen für die nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie verlaufen zäh. Die IG Metall hat das Angebot der Arbeitgeber für zwei Einmalzahlungen in Höhe von je 350 Euro als „deutlich zu niedrig“ zurückgewiesen. Die Gewerkschaft will jetzt zu weiteren Warnstreiks aufrufen, wie sie am Dienstag mitteilte.

Bei den Verhandlungen geht es um einen neuen Tarifvertrag für rund 70 000 Beschäftigte in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Gewerkschaft fordert, ähnlich wie in der Metall- und Elektroindustrie, eine Tariferhöhung im Volumen von vier Prozent. In Betrieben mit schlechter Auftragslage soll das Geld auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde am Montagabend angeboten, die Einmalbeträge in diesem Jahr und Anfang 2022 zu zahlen. Die zweite Zahlung soll auch für beschäftigungssichernde Maßnahmen eingesetzt werden können. Der Tarifvertrag soll nach ihren Vorstellungen eine Laufzeit von 17 Monaten haben. Zudem sind sie bereit, die Tarifverträge über Altersteilzeit, den Einsatz von Werkverträgen sowie zur Beschäftigungssicherung und zur Einführung von Arbeitszeitkonten zu verlängern.

Das Angebot sei „im Volumen deutlich zu niedrig“, sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Ferner will die Gewerkschaft die geforderte Laufzeit nicht akzeptieren. „Wenn wir einen Abschluss mit zu langer Laufzeit machen, brummen die Stahlunternehmen wieder, und unsere Leute gehen leer aus“, kritisierte Giesler.

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