Täter nutzen Lastwagen mit Kran / Bislang drei Behälter gestohlen Metalldiebe transportieren Altkleidercontainer ab

Bremen. Die Behälter sind ein paar Hundert Kilo schwer, und das ist gut für die Diebe und schlecht zugleich. Gut, weil das Gewicht Geld verspricht. Und schlecht, weil es schwierig zu handhaben ist. Abschrecken lassen sich die Täter davon aber nicht – Metalldiebe, die so dreist sind, dass sie es jetzt auch schon auf Altkleidercontainer abgesehen haben. Wie die Umweltbehörde meldet, sind in diesem Monat gleich drei gestohlen worden. Ein für Bremen bisher einmaliger Vorgang.
21.07.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Metalldiebe transportieren Altkleidercontainer ab
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die Behälter sind ein paar Hundert Kilo schwer, und das ist gut für die Diebe und schlecht zugleich. Gut, weil das Gewicht Geld verspricht. Und schlecht, weil es schwierig zu handhaben ist. Abschrecken lassen sich die Täter davon aber nicht – Metalldiebe, die so dreist sind, dass sie es jetzt auch schon auf Altkleidercontainer abgesehen haben. Wie die Umweltbehörde meldet, sind in diesem Monat gleich drei gestohlen worden. Ein für Bremen bisher einmaliger Vorgang.

Gullydeckel, Stromkabel, Bronzefiguren, Kupferdraht, Bahnschienen, Friedhofsschmuck, Fallrohre, Zäune, Türen, Schilder – so ziemlich alles, was sich irgendwie entfernen und transportieren lässt, wird seit Jahren zur Beute von Metalldieben. Sie gehen nicht selten hochprofessionell vor – das eine Mal, als Bahngleise gestohlen wurden, hatten die Täter vorher per Flugblatt die Anwohner informiert und den Tatort mit Flatterband als Baustelle markiert. Und auch im Fall der Altkleidercontainer muss ein Lkw mit Kran zum Einsatz gekommen sein, denn mit reiner Muskelkraft wird da nichts zu machen gewesen sein.

"Wir beobachten Täter aus dem jeweiligen Stadtteil und auch solche, die in verschiedenen Städten unterwegs sind", sagt Franka Haedke von der Pressestelle der Polizei. Amateure und Profis habe man im Blick. In den vergangenen Monaten sei es wieder zu einem deutlichen Anstieg von Metalldiebstählen gekommen. "Das orientiert sich immer am Preis des Metalls." Unlängst seien zum Beispiel platinveredelte Brause-Armaturen aus einem Betrieb entwendet worden. Keine Kleinigkeit, "die mittelständische Firma hat deswegen ernsthafte finanzielle Probleme", so Haedke.

Der Schaden, den die Metalldiebe anrichten, ist bei einem Denkmal oder beim Grabschmuck eher ideeller Natur, er geht manchmal aber auch richtig ins Geld. EU-weit sind es nach Angaben der Ermittler rund 8,5 Milliarden Euro, die auf das Konto der Täter gehen. In Deutschland haben sich angesichts solcher Dimensionen jetzt Unternehmen zu einem Schutzbündnis zusammen getan. Es sind der Energieversorger RWE, die Deutsche Bahn AG, die Telekom und der Verband Deutscher Metallhändler. Die vier Partner wollen sich gegenseitig sofort informieren, wenn es in ihrem Bereich zu Metalldiebstählen gekommen ist. Eine Art Vorwarnsystem, falls die Täter in der jeweiligen Region noch einmal zuschlagen wollen. Zusammen mit den Metallhändlern und der Polizei will man außerdem den Verkauf der gestohlenen Rohstoffe erschweren.

"Wir gehen diesen Weg natürlich auch und nehmen Kontakt zu den Schrotthändlern auf", sagt Franka Haedke. Dass die verschwundenen Altkleidercontainer wieder auftauchen, ist unwahrscheinlich. Um weitere solcher Fälle zu verhindern, weist die Umweltbehörde darauf hin, dass es nicht üblich sei, die Sammelbehälter mit Fahrzeugen abzutransportieren. Wer so etwas beobachtet, sollte sich an die Polizei oder an die Kundenberatung der kommunalen Abfallwirtschaft (Telefon 3613611) wenden.

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