Von Arbergen bis Tenever

„Unsere Arbeit lebt von Netzwerken“

Michael Bartsch ist neuer leitender Kontaktpolizist im Kommissariat Ost.
07.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weißer

Michael Bartsch hat sich auf vielen Posten bewährt. Seit 31 Jahren sucht er neue Herausforderungen bei der Polizei, wechselt den Aufgabenbereich und legt sich nicht fest. Doch jetzt sei Schluss damit, bekräftigt der 56-Jährige. Als Leitender Kontaktpolizist (Kop) möchte er nun im Polizeikommissariat Ost (ehemals Ost II) in Osterholz bis zum Rentendasein tätig sein und den direkten Draht zu den Einwohnern suchen und finden. Die Schnittstelle hierzu bilden 13 ihm untergeordnete Kops für den Bereich Osterholz, Tenever, Weserpark, Hemelingen und Arbergen.

Bartsch kann auf eine vielfältige berufliche Vita zurückblicken. Sechs Jahre war er als Dienstgruppenleiter tätig, in der Innenstadt, in Findorff und in Horn. Er sammelte Erfahrungen bei der Verkehrsbereitschaft, mit schweren Unfällen, bei der Einsatzplanung im Präsidium, davon eineinhalb Jahre als Einsatzleiter vom Dienst. Ab 2011 arbeitete Bartsch als Zugführer bei der Bereitschaftspolizei als stellvertretender Hundertschaftsführer sowie als Leiter des Diensthundewesens. „Ich wollte die Vielfältigkeit der Polizei nutzen. Alle fünf Jahre war ich irgendwo“, fasst er seinen beruflichen Werdegang zusammen.

Oliver Rieskamp, seit kurzem neuer Leiter des Polizeikommissariats Ost, bestätigt: „Wir haben ein breites Maß an Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sie nutzt, wird für uns immer wertvoller.“

Das Führungsteam im Kommissariat hat in den vergangenen Monaten ein jüngeres Gesicht bekommen. Einige Kollegen sind altersbedingt ausgeschieden und durch jüngere ersetzt worden. Bartsch fühlt sich wohl in der neuen Riege: „Das war hier ein toller gemeinsamer Einstieg“, berichtet er.

Auf seine neuen Aufgaben freut er sich: „Das Präventive hat mich gereizt.“ Als Leiter des Referats ist er nicht nur für die Koordinierung der Arbeit der Kops zuständig. Er sorgt für eine gute Verknüpfung der Polizei mit anderen örtlichen Institutionen und Vereinen, mit dem Beirat, Schulen und Ortsämtern. „Unsere Arbeit lebt von Netzwerken“, betont Bartsch. Nur so habe man das Ohr am Bürger.

Ursprünglich hatte Bartsch den Plan, in die Wirtschaft zu gehen. Als Jugendlicher, der in der Neustadt aufgewachsen ist und sein Abitur absolviert hatte, begann er nach seiner Zeit als Reserveoffizier eine Lehre als Groß- und Einzelhandelskaufmann. „Das war nichts für mich“, schüttelt Bartsch noch heute den Kopf und erklärt das so: „Ich bin eher erlebnisorientiert.“ Im Alter von 25 Jahren ging er dann zur Polizei. Der dreijährigen Ausbildung im mittleren Dienst schlossen sich drei Jahre an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung in Bremen an, einer Fachhochschule für Beamte der gehobenen Laufbahnen.

Seit 1997 bekleidete Bartsch Führungspositionen. Die Stelle nun sei aber für ihn „Endstation“, bekräftigt der Beamte. Er habe genug von den Wechseln und wolle diese Position bis zum Rentendasein bekleiden.

Coronabedingt könnten nun einige etablierte Zusammenkünfte nicht stattfinden, bedauert Bartsch. Gerade Feste wie der Neujahrsempfang, auf dem Kontakte geknüpft und intensiviert werden, fänden nun nicht statt. Aktionen wie der Fahrradfrühling oder Präventionsveranstaltungen in Schulen müssten bis auf Weiteres verschoben werden.

Doch zunächst konzentriere er sich darauf, das Gebiet kennenzulernen, auch mal mit den Kops unterwegs zu sein und mit den verschiedenen Referaten des Kommissariats im regen Informationsaustausch zu stehen. Als Kontaktbeamter sei man das Gesicht der Region, begründet Bartsch, warum Präsenz in seinem Job so wichtig ist. Zu Corona-Zeiten findet viel Kommunikation via Computer statt.

Auch sein Privatleben ist von der Pandemie beeinflusst. Als Familienvater von drei Kindern hält ihn das Homeschooling auf Trab. Viel Zeit verbringt er außerdem mit Berner-Sennen-Schäferhund-Mischling Kalle auf ausgedehnten Gängen durch die Umgebung. Bartsch ist ein Bewegungsmensch. Rund 200 Kilometer pro Woche legt er mit dem Rad zurück.

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