Deputation für Mobilität und Bau

Bremer Grüne fordern Grenzwerte für Reifenabrieb

Das meiste Mikroplastik entsteht durchs Autofahren. Das geht aus einem Verwaltungsbericht für die Verkehrsdeputation hervor. Die Bremer Grünen fordern in diesem Zusammenhang Grenzwerte für den Reifenabrieb.
20.05.2021, 19:18
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Grüne fordern Grenzwerte für Reifenabrieb
Von Pascal Faltermann
Bremer Grüne fordern Grenzwerte für Reifenabrieb

Durch den Reifenabrieb von Autos und Lastwagen entsteht tonnenweise Mikroplastik.

Frank Thomas Koch

Für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren wird Mikroplastik zunehmend zu einem Problem. An der Spitze der Mikroplastik-Verursacher steht der Abrieb von Autoreifen. Das besagen zahlreiche Studien und geht auch aus einem Bericht der Umweltbehörde hervor, der in der Sitzung der Verkehrsdeputation am Donnerstag behandelt wurde. Ralph Saxe, Sprecher für Umwelt der Grünen-Fraktion, forderte dazu, dass sich Bremen auf Bundesebene dafür stark machen soll, dass es Grenzwerte für den Abrieb von Reifen geben soll. Weitere Themen in der Deputation: Zwei Gebäude der Sparkasse im Viertel und am Brill sowie das Tabakquartier.

Mikroplastik: Fahrzeugreifen verursachen die meisten Kunststoffpartikel. So gelangen jährlich rund 100.000 Tonnen Mikroplastik in Deutschland in die Umwelt. Das ist laut aktuellen Untersuchungen etwa ein Drittel des gesamten Aufkommens. Als Mikroplastik werden Partikel bezeichnet, die fünf Millimeter und kleiner sind. Einen Sachstandsbericht der Umwelbehörde beurteilten die Deputierten wie Christoph Spehr (Linke) oder Ralph Saxe als gut. "Allein 42 Prozent der Gesamtmenge entsteht durch Reifenabrieb", sagte Saxe.

Dagegen müsse mehr getan werden. "Wir brauchen auf Bundesebene dringend Grenzwerte für den Verschleiß von Reifen. Auch die Hersteller müssen endlich Verantwortung übernehmen und die Entwicklung umweltfreundlicherer Reifen rasch vorantreiben." Neben dem Reifenabrieb sind Straßenbeläge eine weitere große Quelle von Mikroplastik. Bremen sei laut Saxe mit kunststoffarmen Rotmarkierungen von zwei Fahrradstraßen in der Rembertistraße und Wachmannstraße mit gutem Beispiel vorangegangen. Grundlage für den Sachstandsbericht ist der von den Grünen initiierte Antrag „Mikroplastikbelastungen von Umwelt und Natur deutlich reduzieren“, der im Jahr 2019 von der Bürgerschaft beschlossen wurde.

Sparkassen-Gebäude: Das derzeit leer stehende Sparkassen-Gebäude im Bremer Viertel, an der Ecke Vor dem Steintor und Fehrfeld, ist offenbar verkauft worden. "Die Stadt Bremen hat dafür allerdings kein Vorkaufsrecht besessen. Das haben wir geprüft", sagt Reinhard Viering, Abteilungsleiter im Bauressort, auf Nachfrage des CDU-Deputierten Michael Jonitz. Da es derzeit kein Angebot mehr auf dem Markt gebe, sei die Immobilie vermutlich privat veräußert worden, so Viering. Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) sieht aus diesem Grund derzeit keine Möglichkeit, dort in irgendeiner Form tätig zu werden. Die Bürgerinitiative Leben im Viertel hatte den Kauf des Sparkassengebäudes durch die Stadt gefordert.

Für das Sparkassen-Gebäude am Brill in der Innenstadt gebe es laut Senatorin Schaefer zahlreiche Ideen. Die Hochschule oder die Universität sind Interessenten, auch ein Gesundheits-Campus wurde als Möglichkeit diskutiert. "Wir haben ein großes Interesse daran, dort Studierende unterzubringen", sagt Schaefer. Allerdings müssten dafür noch zahlreiche Fragen geklärt werden. Unter anderem sei unklar, wer eine Sanierung finanziere. Das ehemalige Sparkassen-Areal befindet sich nicht in städtischem Besitz, es ist Eigentum der israelischen Schapira-Brüder.

Tabakquartier: Die Verwandlung der ehemaligen Tabak- und Zigarettenfabrik der Martin Brinkmann AG in ein Wohn- und Arbeitsviertel Bremens nimmt weiter Fahrt auf. Die Deputierten haben zugestimmt, dass für das Gebiet in Bremen-Woltmershausen, zwischen Senator-Apelt-Straße, Am Tabakquartier und der Straße Am Gaswerksgraben der Bebauungsplan (Nummer 2533) aufgestellt werden soll und dann öffentlich auszulegen ist. Ende April hatten die Stadt und das Immobilienunternehmen Justus Grosse, dem die knapp 18 Hektar große Fläche in Woltmershausen gehört, eine Absichtserklärung unterzeichnet und sich damit auf gemeinsame Ziele geeinigt.

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